- WEIHNACHTS- UND NEUJAHRSBOTSCHAFT DES ORDENSMEISTERS
- WIEDERENTDECKUNG DES ROSENKRANZES
- BRIEF DES GENERALPROMOTORS DES ROSENKRANZES
- AUCH IN EINER SÄKULARISIERTEN WELT BEHAUPTET SICH DER ROSENKRANZ
- JEAN-LOUIS BRUGUÈS OP
- DER GENERALMEISTER BESUCHTE DIE PROVINZ DES HL. ALBERT IN SÜDDEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH
- BEKANNTMACHUNG
- DIE 800 JAHRE IN DREI REPORTAGEN DES SPANISCHEN FERNSEHENS
- NEUER PROVINZIAL DER PROVINZ ECUADOR
- DAS JAHR 2007 IN CALERUEGA
- VATIKAN ERNENNUNGEN
- TREFFEN DER INTERNATIONALEN KOMMISSION DER NONNEN
- IM LICHTE DES ZEUGNISSES UNSERER MITBRÜDER
- DAS NÄCHSTE GENERALKAPITEL
- BERICHT ÜBER DAS TREFFEN DER REGENTEN UND MODERATOREN LATEINAMERIKAS
- AUS DEM LEBEN DER USMID
- FEIERLICHKEITEN ANLÄSSLICH DES 750. TODESTAGES DES HL. HYAZINTH
- WELTJUGENDTAG 2008
- NEUER PROVINZIAL IN ARGENTINIEN
- GIORGIO LA PIRAS SELIGSPRECHUNGSPROZESS SCHREITET ZÜGIG VORAN
- AUS EINEM LESERBRIEF
WEIHNACHTS- UND NEUJAHRSBOTSCHAFT DES ORDENSMEISTERS
Am Gipfelpunkt des Jahres 2007 angelangt und darauf hoffend, nach Weihnachten ausruhen zu können, kann ich nicht umhin, zurückzuschauen wie jemand, der Bilanz ziehen will über das Erlebte, um einige Ereignisse in Erinnerung zu rufen, besonders jene, die zusammenhängen mit dem Leben und der Sendung des Ordens, um Gott Dank zu sagen und Gründe zu finden, weiterhin voranzuschreiten, zu glauben, zu hoffen, zu lieben, den Emmanuel, das Fleisch gewordene Wort, zu verehren.
Außer der in der geliebten Kommunität von Santa Sabina verbrachten Zeit, die immer sowohl an Brüderlichkeit wie an Arbeit reich ist, entsinnt sich das Gedächtnis des Herzens in besonderer Weise der zahlreichen Besuche, die während des Jahres in Konventen und Provinzen stattfanden.
Um mich kurz zu fassen, will ich die Besuche in Rom bei unseren Kommunitäten am Angelicum, am Convitto San Tommaso und den Konvent von Santa Maria Maggiore nur erwähnen. Außerdem besuchte ich die Provinzen Betica, Philippinen, Kroatien, Süd-deutschland-Österreich.
Während dieses Jubiläumsjahres trachtete ich danach, trotz des dichtgefüllten Terminkalenders, auf den verschiedenen Reisestrecken so viele Nonnenklöster wie möglich zu besuchen. Hinzu kamen Begegnungen mit verschiedenen Schwesternkongregationen, Laiengemeinschaften, Jugendgruppen – dem Orden in seiner schönen symphonischen Buntheit!
Hervorheben möchte ich wichtige Zusammenkünfte der verschiedenen Zweige der Dominikanischen Familie, an denen ich teilnehmen konnte: zwei Einkehrtage, die von Fr. Timothy und Sr.Gabriela Zengarini für die Schwestern der CODALC und die Brüder der CIDALC abgehalten wurden, auf die das Treffen der CIDALC folgte (Ende Januar bis Anfang Februar in Lima, Peru); der „Internationale Kongress der Laiengemeinschaften des Ordens" (18.-24. März in Pilar, Argentinien); das Treffen „Inter-Föderation" der Föderationen unserer Nonnen in Spanien (26.-28. März in Caleruega, Spanien) und das Internationale Treffen der Dominikanerinnen (Anfang Mai in Rom). Welche Reichtümer beinhaltete jedes dieser Treffen!
Schließlich sei unser Generalkapitel der Provinziale (18. Juli bis 8. August in Bogotá, Kolumbien) erwähnt. Zur Freude und Hoffnung des Ordens, denen die Kapitularen, Gäste und die kolumbianische Dominikanischen Familie zum Ausdruck verliehen, kam der Schmerz über den Tod unseres Mitbruders Fr. Dominique Renouard. Ich sage Gott und dem hl. Dominikus Dank für das Geschenk dieses „guten und treuen Knechtes". Die Feiern in Bogotá, das Seelenamt in Lyon und die Beerdigung in L’Arbresle waren beredte Zeichen der Gegenwart des Auferstandenen und des hl. Dominikus unter uns.
Ich schreibe Ihnen diese Weihnachts- und Neujahrbotschaft am Fest U.lb.Frau von Guadalupe von Caracas aus, wo ich gerade unsere Kommunitäten besuche, (die teils zum Regionalvikariat der Rosenkranzprovinz, teils zum Regionalvikariat der Provinz Betica gehören). Wenn Sie diesen Gruß lesen, werde ich nach Kuba weitergereist sein, um mit den Brüdern und Schwestern zusammenzutreffen, die auf dieser schönen Insel der Karibik leben und arbeiten.
Ich beabsichtige nicht, Ihnen einfach Seiten des Kalenders oder des Terminplans vorzulegen. Aber es stimmt, dass Gott die Heilgeschichte auf unserem eigenen Leben aufbaut und dabei auf uns zählt. Der Predigerorden tritt in seiner reichen Dynamik durch seine Freuden und Hoffnungen, seine Trauer und Angst, durch den Wunsch, der Eingebung des hl. Dominikus treu zu sein, in Erscheinung.
In der Relatio für das Generalkapitel suchte ich – mit der Hilfe des Generalrates -, meinen Mitbrüdern in irgendeiner Weise gewisse Aspekte des Lebens und der Sendung des Ordens darzulegen. Die Akten des Kapitels bringen – zumindest aus der Sicht der Brüder – die Herausforderungen, vor denen wir stehen, zum, Ausdruck… Ich empfehle diese Texte der fruchtbaren Lektüre und der darauf folgenden persönlichen und gemeinschaftlichen Reflexion. Ich hoffe auch, dass die Kapitelentscheidungen - durch die Anstrengung aller - in die Praxis umgesetzt werden.
In dieser dem Advent und der Weihnacht eigenen Atmosphäre der Hoffnung und der Freude blicke ich dankbar auf unsere Brüder und Schwestern des Ordens und versuche – ausgehend von dem gemeinsamen Dialog – einige ihrer tieferen Fragen zu erahnen.
Die Jungen durchleben im Allgemeinen die Etappe, die wir als Identitätssuche zusammenfassen könnten. Die Suche drückt sich im Wesentlichen in einer Frage aus: „Wer bin ich?" Daher das Interesse, mit größtmöglicher Genauigkeit das „Dominikanische" in seinen mannigfaltigen Ausdrucksweisen zu entdecken, zu definieren und zu beschreiben zu versuchen. Sie tun es wie jemand, der sich allmählich an ein neues, inwendiges Kleidungsstück, an eine „Seinsweise" gewöhnt. Deshalb sind die Jungen anspruchsvoll. Es stimmt, dass ihre Wünsche manchmal maßlos sein können oder sogar irreal, und vielleicht laufen sie Gefahr, in einen gewissen Narzissmus zu verfallen, doch ihre Fragen fordern von ihren „älteren" Brüdern angemessene Antworten, wodurch wir selber sie unterweisen.
Im Laufe der Jahre tauchen neue Fragestellungen auf. Es gibt vielleicht keine größeren Probleme bei der Hingabe an die Verkündigung durch verschieden Formen des Einsatzes. Wir berechnen nicht den Preis, den dieser erfordert. Manchmal führt dieser Einsatz bis zum Verlieren seiner selbst. Die dringlichste Frage scheint dann den Bereich unserer Intimsphäre zu berühren: „Mit wem will ich leben?" Dieses so wichtige und entscheidende Verlangen nach Nähe und Einsatz könnte, wenn es nicht tief verwurzelt ist, lediglich zu Isolierung, Widerstand, Kritik, etwas Zynismus und zu einem gewissen Egoismus führen (bis wir dazu gelangen, uns für unentbehrlich zu halten).
Als Jünger des hl. Dominikus mögen unsere älteren Brüder und Schwestern oftmals der Zukunft mit einer gewissen Angst entgegensehen. Es ist nicht notwendig, verheiratet zu sein, damit der Wunsch, fruchtbar zu sein, aus dem Tiefsten des Herzens eine vitale Frage hervorbrechen lasse: „Wem hinterlasse ich / hinterlassen wir das alles?" (das, was wir mit nicht geringem Opfer zu erreichen vermochten). „Wem liefere ich mein Leben aus?" (wer wird das alles erben?). Viele Brüder und Schwestern erzählen mir bei meinen Besuchen ihre Geschichten, holen Zeiten mit zahlenmäßig großen Noviziaten, Zeiten intensiver und vorbehaltloser apostolischer Arbeit, Zeiten beeindruckender Werke und Institutionen aus dem Gedächtnis des Herzens. Der Mangel an Berufungen in einigen Gegenden oder die Tatsache, dass die Jungen (dort, wo es Berufungen gibt) andere Wege suchen oder gehen, gibt Anlass zu ernsten und tiefgründigen Fragen. Der Wunsch, fruchtbar zu sein, kann sich zu Rückzug auf sich selbst, Groll, Bissigkeit, Sterilität verwandeln.
Das Evangelium ist nicht nur eine Sammlung von Antworten eines Weisen auf Fragen seiner Jünger. Vielmehr stoßen wir manchmal auf den Lippen Jesu, des einzigen und wahren Meisters, auf beunruhigende Fragen…, die von uns eine lebenswichtige Antwort verlangen.
Einige von ihnen betreffen oder stellen die gleichen Fragen dar, die ich oben in zusammengefasster Weise zu beschreiben versuchte: die Frage nach der Identität (wer sind wir?); die Frage nach der Intimität (mit wem wollen wir leben?), die Frage nach der Zukunft von all dem, was wir aufzubauen vermochten (wem liefern wir unser Leben aus?).
So fragte Jesus in Cäsarea Philippi die Apostel: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?" (Mt 16, 15). Ein existentieller Zweifel, der die Unterstützung und den Beistand der Seinen notwendig machte, um die eigene Identität zu entdecken? Wir wissen, dass es nicht darum geht. Trotzdem stützt die Antwort Petri: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes" (Mt 16, 16) unsere eigene und tiefste Identität… die auf dem Glauben gründet.
Am Ende der Rede vom Brot des Lebens in der Synagoge von Kapharnaum entfernten sich viele seiner Jünger von ihm und begleiteten ihn nicht mehr. Da fragte Jesus die Zwölf: „Wollt auch ihr weggehen?" Erneut antwortete Petrus: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Leben" (Joh 6, 67-68). Wenn die große Frage, die den tiefsten Wunsch nach Intimität ausdrückt, auftaucht, … ist es der Meister selbst, der uns – mit der gleichen Frage – hilft, von unserer Hoffnung ausgehend, zu antworten.
An den Ufern des Sees von Galiläa, dort wo der Herr Jahre zuvor einige der Seinen berufen hat, fragt der Auferstandene Simon, den Sohn des Johannes, den Fischer, dreimal: „Liebst du mich mehr als diese? (...) Liebst du mich? (…) Hast du mich lieb? (Joh 21, 15, 16, 17). Die darauf folgenden Antworten lassen nicht auf sich warten. Die letzte Frage jedoch zieht eine betrübte Antwort nach sich, ja, aber der Ganzhingabe, die sich allein auf den Meister stützt: „Du weißt alles, du weißt, das ich dich lieb habe" (Joh 21, 17). Die Antwort auf diese Frage rührt an die Wurzel jeder menschlichen Fruchtbarkeit, an die Liebe.
Jesus scheint nicht direkt mit den moralischen Formeln zu antworten, die wir uns auf die tieferen Fragen jedes Lebensalters wünschten… Er tut es aber durch andere Fragen, die auf nichts anderes abzielen als darauf, uns eine tiefere und persönlichere, vitale Antwort zu entlocken.
Ich sage „persönlich", nicht nur um mich auf die Person eines jeden von uns zu beziehen (denn sie betreffen gerade unsere Identität, Intimität und Fruchtbarkeit), sondern auch weil die drei Antworten direkt auf die Person Jesu hinweisen und seine Anwesenheit (nicht einfach eine Gesamtheit von Wahrheiten oder Gründen) „beinhalten" oder davon voll sind.
Zu Beginn des Adventes gab es eine neue Botschaft von Benedikt XVI., eine erneuerte Antwort Petri durch seinen Nachfolger, die Enzyklika Spe salvi, in der erneut die tiefsten Fragen und das Verlangen darauf zu antworten in Bezug auf die Garantie – die Substanz – der erhofften Güter, die volle Gewissheit der unsichtbaren Realitäten, auf was und auf wen wir hoffen (vgl. Heb 11, 1), thematisiert werden.
Das Alter, die Lebensphase oder die Fragen, die aus der Tiefe des Herzens eines jeden von uns aufsteigen, sind nicht wichtig. In der Advents- und Weihnachtszeit werden wir aufgefordert, das Haupt zu erheben und nach vorn zu blicken…
Meine Brüder und Schwestern im hl. Dominikus, weil wir Brüder und Schwestern sind (vgl. Mt 23, 8), finden wir auf die Fragen in Bezug auf unsere wahre Identität, unsere tiefstes Verlangen nach Intimität und unser Verlangen, über die Zeit hinaus fruchtbar zu sein, keine andere Antworten als das Aussprechen des Namens Jesu (Phil 2, 10)… des Namens, den Joseph seinem Sohn gab gemäß den Worten des Engels (Mt 1, 24).
Jesus – Subjekt und Objekt unserer Predigt – fordert uns von der Armut der Krippe und von dem bescheidenen Haus in Nazareth, vom Weg nach Jerusalem und vom Kreuz aus, als Auferstandener vom Ufer des Sees und vom Berg der Himmelfahrt her und schließlich aus dem Abendmahlsaal, der erfüllt ist durch die Ausgießung seines Geistes, auf zu unserem dreifachen Bekenntnis des Glaubens (Du bist der Christus), der Hoffnung (Nur du hast Worte des ewigen Lebens) und der Liebe (Du weißt, dass ich dich lieb habe).
Dann werden wir wie Dominikus von Petrus und Paulus in unserer apostolischen Berufung bestärkt durch das Wort Gottes und den Wanderstab und einen sehr präzisen Auftrag: „Geh und predige".
Ich wünsche Ihnen eine frohe Weihnacht und ein Jahr 2008 voller wahrhaftiger, guter, schöner Dinge Gottes!
Brüderlich in U.lb.Frau von Gualdalupe, „Mutter der reinen Liebe, der Furcht, der Erkenntnis und der heiligen Hoffnung" (Sir 24, 18; Liturgie des Festes von Guadelupe)
Fr. Carlos Azpiroz Costa O.P.
Ordensmeister
Am 12. Dezember 2007,
im Bartolomé-de-las-Casas-Konvent
Los Magallanes de Catia
Caracas
ORIGINAL: SPANISCH
FR. CARLOS AZPIROZ COSTA O.P., ORDENSMEISTER, MÖCHTE ALLEN BRÜDERN, SCHWESTERN, MITGLIEDER DER DOMINIKANISCHEN FAMILIE DANKEN, DIE IHM ZU WEIHNACHTEN UND NEUJAHR GRÜßE GESCHICKT HABEN. ER BEDAUERT, DASS ES IHM NICHT MÖGLICH IST, AUF ALLE ZUSCHRIFTEN, DIE ER BEKOMMEN HAT, ZU ANTWORTEN. ER IST ÜBERZEUGT, DASS DIES ALLE VERSTEHEN, UND BITTET ALLE NONNEN, BRÜDER, SCHWESTERN UND DOMINIKANISCHEN LAIEN UM IHR GEBET. ER RUFT DURCH UNSEREN HL. VATER DOMINIKUS DEN SEGEN GOTTES AUF ALLE BRÜDER UND SCHWESTERN HERAB, DIE AUF DER GANZEN WELT, DAS WORT DES HERRN VERKÜNDIGEN.
WIEDERENTDECKUNG DES ROSENKRANZES
Liebe Brüder und Schwestern,
In einigen Tagen, am Hochfest der Epiphanie, beschließen wir das Jubiläumsjahr und danken dem Herrn für die 800 Jahre der Existenz der Nonnen unseres Ordens. Es war ein Jahr reichen Segens, das sich nicht nur auf den ganzen Orden, sondern in der Tat auch auf die Kirche im weiteren Sinn auswirkte. Ich freute mich, so viele kreative Initiativen seitens der Nonnen zu sehen. Es wurden Bücher herausgegeben, Hymnen komponiert, neue Forschungen über die ersten Gründungen durchgeführt, und ihr kontemplatives Gebet wurde und wird erneuert. In der Tat, der ganze Orden gelangte zu einem besseren Verständnis, dass die Nonnen im Herzen des Ordens sind und dass das Fundament unserer Verkündigung nichts Geringeres ist als die tiefgründige Kontemplation unseres Glaubens. Ich meine, dass die Erneuerung des Lebens unserer Nonnen in direkter Verbindung zur Erneuerung des ganzen Ordens steht.
Während sich dieses Jubiläumsjahr dem Ende zuneigt, beginnen wir nun die Jahresnovene, die im Jubiläum des Jahres 2016 gipfelt: 800 Jahre seit der Bestätigung des Ordens durch den Papst. Bei unserem letzten Generalkapitel in Bogotá verlangten die Kapitularen, das wir die Zeit zwischen diesen beiden Jubiläumsjahren (2006-2016) dazu nützen, in eine ernsthafte Erneuerung unseres Leben und unserer Sendung als Prediger einzutreten (Generalkapitel von Bogotá, Nr. 51). Deshalb möchte ich jede Entität des Ordens sowie jede Kommunität und jeden Einzelnen dazu auffordern, den langen Prozess der Erneuerung durch Reflexion, Entscheidungen und Taten, die unserem Leben als Prediger des Evangeliums entsprechen, zu beginnen.
Um für das kommende Jahr einen Schwerpunkt zu setzen, schlage ich vor, dass wir unsere Lebensweise, die eine Predigt sein soll, durch die Wiederentdeckung des Rosenkranzes als Mittel der Kontemplation und als Instrument prophetischer Verkündigung zu erneuern beginnen. Auf vielerlei Weisen ist uns der Rosenkranz als einzigartiger dominikanischer Beitrag zum Leben der Kirche entglitten. Und gleichzeitig bleibt der Rosenkranz unter uns dennoch sehr lebendig. In diesem Brief möchte ich aus der Perspektive von Erinnerung, theologischer Reflexion und Volksfrömmigkeit eine einfache Betrachtung über den Rosenkranz anbieten.
1. Erinnerung
Gestatten Sie mir einige meiner eigenen Erinnerungen zu vergegenwärtigen, die, so hoffe ich, einige ihrer eigenen wecken werden. Erinnerungen sind wichtig für die Bestimmung unserer Identität, sie geben unseren Ideen Fleisch und Blut und versetzen uns in die Lage, entscheidende Momente unseres Lebens erneut zu durchleben und neu zu deuten.
Meine erste Erinnerungen an den Rosenkranz reichen zurück in meine ersten Jahre an der Champagnat-Schule der Maristen in Buenos Aires und den ersten Rosenkranz, den ich in Händen hielt. Die Brüder flößten uns eine echte Liebe zu Maria als Mutter, die ihre geliebten Söhne und Töchter vorbehaltlos liebt, zu Maria, wie das Johannesevangelium sie darstellt, ein. Natürlich begingen wir den Marienmonat mit Prozessionen, Rosenkranz und Litaneien. Auch als junger Mensch hatte ich ein „Gesätzlein" in meiner Tasche. Die Wiederholung des „Vaterunsers", des „Gegrüßet seiest du Maria" und des „Ehre sei dem Vater" ließ dieses Gebet in meinem eigenen Leben Wurzel schlagen.
Bis heute bete ich dieses Gebet besonders gern im Gehen. Es begleitet mich durch verschiedene Landschaften, sei es auf der Straße oder in der Stadt. Es ist die „wan-dernde Kontemplation", von der Fr. Vincent de Couesnongle sprach. Es beginnt den Rhythmus meiner Schritte zu prägen und gestattet mir, in der Welt, die ständig im Wandel begriffen ist, einen Halt zu finden. Es gestattet mir, der Stadt oder dem Ort, die ich nur passiere, Begegnungen, die mich mit all ihren Freuden und Hoffnungen, mit ihrem Licht und Schatten erwarten, Seele, Leben und Herz zu geben.
Unlängst, während einer unserer Exerzitientage, dachte der Generalrat über das Mysterium des Todes nach. Einer der Mitbrüder erzählte, wie sterbende Mitbrüder fast immer nach ihrem Rosenkranz verlangen, sei es auch nur, um ihn zu halten. Ich entsinne mich des Filmes „Batismo de Sangue" (Bluttaufe), der Geschichte unserer brasilianischen Mitbrüder, die in den 70er Jahre, während der Diktatur Medicis, gefoltert wurden. Fr. Tito de Alancar ruft, als er aus dem Konventsgebäude gezerrt wird, einem Mitbruder zu, seinen Rosenkranz zu holen. Was bedeutete ihm dieser in dieser Stunde des Schreckens?
Welches sind Ihre Erinnerungen in Bezug auf den Rosenkranz? Was mögen diese für Sie bedeuten? Für mich? Was können unser theologisches Studium und unsere theologische Reflexion uns über sie sagen?
2. Theologische Reflexion
Ich meine, diese Erinnerungen sprechen zu uns von der Nähe Gottes. Beim Mysterium der Inkarnation geht es nicht nur um die Geburt des Herrn vor Jahrtausenden, sondern um die Inkarnation der Gnade oder um die Geburt Gottes in unserem eigenen Alltag. Jesus lebt, und Sein Geist fährt fort, uns zu heilen, zu lehren, zu vergeben, zu trösten und herauszufordern. Das ist nicht eine leere Abstraktion, sondern wird vielmehr sichtbar in und durch die mit den Geheimnissen des Rosenkranzes assoziierten Bilder. Die Bewusstheit der Inkarnation nimmt zu, während man diesen Bildern gestattet, sich mit den Sorgen unseres eigenen Alltags zu kreuzen. Somit ist der Rosenkranz zutiefst inkarnatorisch, biblisch, christozentrisch und zeitnah.
Ganz offensichtlich ist der Rosenkranz marianisch. Seien wir uns klar, was das bedeutet. In Maria verbinden sich Gottheit und Menschheit, das Geschöpf wird mit dem Schöpfer eins. In Maria erkennen wir sowohl unsere Identität als auch unsere Bestimmung. Wir sehen diese heilige Communio von Gott-mit-uns und Gott-in-uns. Wir erkennen, dass unser Gott Gott-für-uns ist – Erlöser und Retter, Heiligmacher und Verklärer.
In der Tat ist Maria die zentrale Figur unseres Glaubenslebens. Während wir an sie als Tochter des Vaters, Mutter des Sohnes und Braut des Hl. Geistes denken, sollten wir sie auch als Glaubende im Tal der Finsternis und als Hoffende sehen, wenn wir mit einer Situation der Verzweiflung konfrontiert werden. Man kann sie sehen als Beschützerin von schwangeren Frauen, die in Armut gebären, als Patronin jener, die in fremde Länder auswandern, um zu überleben, und als eine, die wacht, wenn ihr Kind verhaftet, gefoltert und getötet wird. Und dennoch sehen wir durch all das hindurch den Triumph ihres Glaubens, ihrer Hoffnung und Liebe. Papst Johannes Paul lud uns ein, das Antlitz Christi durch die Augen Mariens zu betrachten.
Was mag das für uns bedeuten? Als Ordensmeister bin ich ein Missionar, der seine in aller Welt verstreuten Brüder und Schwestern stärkt. Ich höre ihre Geschichten und sehe ihre Wirklichkeit. Ich entsinne mich der Gesichter schwer verwundeter christlicher Familien in Bahalwalpure (Pakistan 2001), der Nachbarn unserer Schwestern in den ärmsten Slums von Kinshasa (Kongo), der Kinder, die uns im Kamerun nachliefen, im Bürgerkriegsgebiet von Campodos (Tibu), Kolumbien, der Familien, die vor Gizo in den Salomonischen Inseln oder auf dem Fluss Urubamba im peruanischen Amazonasgebiet vom Boot aus Fischfang betrieben. Diese Bilder begleiten die Geheimnisse, und so wird der Rosenkranz zu meiner Fürbitte, die sich mit der Mariens verbindet, indem die der Heilung Bedürfenden Jesus zu Füßen gelegt werden.
Unsere Welt scheint ständig von Krieg zerissen zu werden. Mein erster Gedanke gilt dem von Krieg zerrütteten Irak und dem nicht weit davon entfernten, ständigen Blutvergießen zwischen Israelis und Palästinensern. Das 20. Jahrhundert war ein Jahrhundert der Kriege und der Zerstörung auf dem ganzen Planeten. In den schlimmsten Augenblicken griffen die Menschen nach dem Rosenkranz und beteten um den Frieden. In der Tat, richtete sich nicht darauf die Fatima-Andachten für die Bekehrung Russlands, und wurde Maria nicht als Königin des Friedens angerufen? Verniedlichen wir gleichzeitig nicht die kalten Kriege, die innerhalb von Familien, Gemeinschaften und innerhalb unseres Herzens und unserer Seele weitergehen. Kann nicht der Rosenkranz uns zum Frieden führen? In diesem Jahr begehen wir auch den 50. Todestag von Fr. Dominique Pire, unseres belgischen Mitbruders, dem für die Schaffung von Friedensinseln der Nobelpreis verliehen wurde. Vielleicht wurde er von seinen Betrachtungen während des Rosenkranzgebets für den Frieden zu diesem Projekt angeregt.
Die Worte der meine Betrachtungen begleitenden Gebete sprechen vom Reich Gottes, vom täglichen Brot, von der Befreiung vom Bösen, von der Frucht des Leibes, von Sündern und von der Stunde des Todes. Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Frieden. Es ist nicht der Wille Gottes, dass Menschen mit Füßen getreten werden. Brot ist zum Teilen da. Vergebung ist zu gewähren. Die gesegnete Frucht des Leibes der Frau ist heilig. Ja, die Worte der Hl. Schrift und unsere gelebte Betrachtung machen den Rosenkranz sowohl zu einem prophetischen als auch zu einem kontemplativen Gebet, zu einem Gebet, das zugleich ankündigt und anprangert, zu einem tröstenden und verwandelnden Gebet. Die Worte, die die Dreifaltigkeit preisen, fordern uns auf, ohne Unterordnung in Gemeinschaft zu leben, in der jede Person ganz offen und verfügbar für die andere ist. Ja, Gottes Wille wird geschehen, und so verzweifeln wir nie. Unsere Verkündigung ist erfüllt von Hoffnung, denn: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, das verkündigen wir: das Wort des Lebens" (1 Joh 1) – das ist unser Thema. In der Gesellschaft Jesu lebend, wie Maria, werden wir zu den Jüngern und Aposteln, die die Welt braucht und die Gott begehrt.
3. Volksfrömmigkeit
Nach dem Zweiten Vatikanum tendierten wir dazu, die Bedeutung der Volksfrömmigkeit herunterzuspielen. Es war richtig, dass wir Nachdruck auf Bibelstudium und größere Beteiligung an der Liturgie legten. Dabei spielten wir jene volkstümlichen Ausdrucks-formen herunter, die das religiöse Gefühl besser zur Geltung brachten, z.B. Segnung, Prozessionen, Wallfahrten, Rosenkranzandachten usw. Nun, nach vierzig Jahren Erfahrung, erkennen wir, dass die Menschen, junge wie alte, diese Ausdruckformen brauchen, um die Gnade Gottes zu entfachen (vgl. 2 Tim 1, 6).
Diese Volksfrömmigkeit behauptet sich noch immer an den großen Marienwallfahrtorten in allen Teilen der Welt. In diesem Jahr feiern wir 150 Jahre Lourdes (Frankreich) und 90 Jahre Fatima (Portugal); dies sind nur zwei Wallfahrtsorte, die jedes Jahr buchstäblich Millionen von Menschen anziehen. Man denke auch an Guadalupe (Mexiko), Tschenstochau (Polen), Knock (Irland), Chiquinquira (Kolumbien), Coromoto (Venezuela), Lujan (Argentinien), Manaoja (Philippinen) usw. Fast jedes Land der Welt hat sein Nationalheiligtum, das die Gläubigen von Nah und Fern unter der mütterlicher Umarmung durch U.lb. Frau versammelt.
Noch immer sehen wir in Autos Christophorusmedaillen sowie Rosenkränze, die am Rückspiegel hängen, Altärchen in Wohnungen oder Statuen im Garten. Da sind die Aschenauflegung zu Beginn der Fastenzeit und die Palmzweige zu Beginn der Karwoche, die uns die religiösen Empfindungen der Menschen kundtun. Das sind Rituale, die dem Leben gewöhnlicher Menschen eine gewisse Ordnung und Stabilität, einen gewissen Rhythmus und eine gewisse inkarnatorische Dimension verleihen und sie befähigen, Momente größerer religiöser Intensität zu erleben. Können wir Dominikaner diese Volksfrömmigkeit im Hinblick auf etwas uns Eigentümliches, den Rosenkranz, zurückgewinnen?
Ich bin zu der Auffassung gelangt, den Rosenkranz als wirklich geliebtes universales Gebet zu sehen. Ob in Italien oder in der Ukraine, in Mexiko oder den Vereinigten Staaten, den Philippinen oder Vietnam, Kenia oder Nigeria, man findet dort den Rosenkranz, er wird gebetet und geliebt. Ich meine, ein Grund dafür ist, dass er sowohl eine greifbare Wirklichkeit als auch ein Gebet ist. Fast jeder Katholik besitzt einen. Man macht ihn zum Geschenk. Ob er allein gebetet wird oder in Gemeinschaft, es handelt sich um ein Ritual. Es ist etwas, das wir anfassen, in Händen halten und nach dem wir sogar in schwierigen Augenblicken unseres Lebens greifen; es ist wie das Ergreifen der Hand Mariens selber. Der Rosenkranz wird uns „in der Stunde unseres Todes" in die Hände gegeben und auch danach, wenn wir beerdigt werden. Die Gebete des Rosenkranzes sind Zusammenfassungen unseres Glaubens. Diese Gebete zu lernen, ist wie das Lernen des Sprechens; es ist der Beginn unseres Gebetslebens; ja, und es ist auch das Ende unseres Gebetslebens – „Dein Wille geschehe" „jetzt und in der Stunde unseres Todes". In der Jugend bekommen wir einen Rosenkranz, er wird uns bei der Einkleidung gegeben, und wenn wir beerdigt werden, haben wir einen an der Seite.
Schluss
Ich habe Ihnen einige meiner Überlegungen mitgeteilt. Ich hoffe, sie seien einfach und tief, vielleicht mehr eine Betrachtung und von Herzen kommende Überlegungen als irgendetwas anderes. Beim Generalkapitel in Bogotá wurde mir das Privileg zuteil, Fr. Louis-Marie Ariño-Durand von der Provinz Toulouse zum neuen Generalpromotor des Rosenkranzes zu ernennen. Er ist dabei, eine umfassende Webseite zu entwickeln, und wird sie weiterzuentwickeln, die Ihnen während des kommenden Jahres nützlich sein kann. Meinerseits bitte ich Sie, ihm dabei zu helfen, indem Sie auf seine Anliegen eingehen. Zusammen können wir eine Webseite aufbauen, die der ganzen Kirche dienlich sein kann.
Können wir, da wir diese Jahresnovene zur Vorbereitung auf die Jubiläumsfeier des Jahres 2016 beginnen, das kommende Jahr, Epiphanie 2008 bis Epiphanie 2009, zur Wiederentdeckung des Rosenkranzes in unserem persönlichen Leben, in unserem Gemeinschaftsleben und in der Erneuerung unserer Verkündigung nützen, die sowohl kontemplativ als auch prophetisch ist? Können wir helfen, die Volksfrömmigkeit unserer Leute zu prägen, indem wir erneut Rosenkranznovenen, Missionen, Prozessionen oder Wallfahrten entfalten? Können wir unseren Meister durch die Augen des perfekten Jüngers betrachten? Können wir den Sohn durch die Augen der Mutter betrachten? Können wir unsere Welt betrachten als eine, die zutiefst der Verwandlung durch das Evangelium bedarf? Können wir dahingelangen, leidenschaftlich mit der Kreativität Gottvaters und Mariens, der Mutter des geliebten Sohnes, zu leben und zu predigen?
Ich bin dankbar für die Gelegenheit, Ihnen meine Überlegungen mitzuteilen. In den kommenden Monaten wird der Generalrat die verschiedenen Schritte und Themen für die nächsten Jahre dieser laufenden Erneuerung unseres Lebens und Sendung umreißen. Ich bitte die Provinziale, Generalvikare, Priorinnen und Vorsitzenden unserer Laiengemeinschaften, dafür zu sorgen, dass dieser Brief unter ihren Mitgliedern kursiert. Seien Sie versichert, dass ich Ihrer während dieses Neuen Jahres oft im Gebet gedenken werde. Meinerseits bitte ich um das Ihrige.
Brüder und Schwestern, gehen wir zusammen diesen Weg der Erneuerung. Machen wir uns auf den Weg mit dem Vertrauen, dass Dominikus in Maria, die Muttergottes setzte.
Im hl. Dominikus Ihr
Fr. Carlos Azpiroz Costa O.P.
Ordensmeister
1. Januar 2008
Hochfest der Gottesmutter Maria
Weltfriedenstag
ORIGINAL: SPANISCH
BRIEF DES GENERALPROMOTORS DES ROSENKRANZES
Sehr geehrter P. Provinzial,
während des letzten Generalkapitels in Bogotá wurde meine Ernennung zum Generalpromotor des Rosenkranzes bekannt gegeben. Nun ist es offiziell nach der Vorstellung, um die mich der Generalrat im vergangenen Monat gebeten hat.
Zu Beginn hatte der Ordensmeister entschieden, dass ein großer Teil der besagten Förderung mittels Internet erfolgen soll durch die Schaffung einer Webseite über den Rosenkranz durch den ganzen Ordens. Wir befinden uns in der Phase der Ausarbeitung. Deshalb bin ich so frei, Ihnen dieses Schreiben zu schicken.
Wir müssen eine Reihe von Kontakten knüpfen, um alle Informationen sammeln zu können, die wir für die Ausarbeitung einer Datenbank für die Internetseite benötigen.
Konkret gesagt, bin ich auf der Suche nach folgenden „Elementen":
- nach jedem Kontakt in Ihrer Provinz (Bruder, Schwester, Laie), der zur Auffindung von Informationen hilfreich sein kann… Jede Person guten Willens ist willkommen!
- nach jeder Homilie über den Rosenkranz oder über eines seiner Geheimnisse
- nach jedem Webseiten-Verweis über den Rosenkranz, der auf unserer Webseite erscheinen könnte… mit drei oder vier Zeilen Kommentar (mindestens in einer der offiziellen Sprachen des Ordens!)
- nach jedem interessanten Text oder Dokument über den Rosenkranz
In einem Wort, diese Webseite soll – so Gott will – zum Nachschlagewerk über den Rosenkranz werden.
Ich danke Ihnen sehr für alles, was Sie im Rahmen Ihres Amtes sowie persönlich (vielleicht haben Sie irgendeine Homilie über den Rosenkranz in Reserve!) zu tun vermögen.
Selbstverständlich, stehe ich ganz zu Ihrer Verfügung in Bezug auf jegliches zusätzlich gewünschtes Element und empfehle Sie der Fürbitte U.lb.Frau.
Mit besten Wünschen für ein frohes Fest der Unbefleckten Empfängnis,
Fr. Louis-Marie Ariño-Durand O.P.
Generalpromotor des Rosenkranzes
Couvent Saint-Thomas d’Aquin
1, impasse Lacordaire
F-31078 TOULOUSE CEDEX 4
FRANCE
E-mail : louis-marie.arino@dominicains.com
ORIGINAL: FRANZÖSISCH
AUCH IN EINER SÄKULARISIERTEN WELT BEHAUPTET SICH DER ROSENKRANZ
Beim Angelus am Sonntag, den 7. Oktober, forderte der hl. Vater Benedikt XVI. dazu auf, den Rosenkranz für den Frieden in der Familie und in der Welt zu beten, und erinnerte daran, dass dies „der Auftrag ist, den die Muttergottes auch bei verschiedenen Erscheinungen hinterlassen hat."
„Ich denke insbesondere an die Erscheinung von Fatima, die sich vor 90 Jahren ereignet hat", präzisierte der Pontifex. „Sie stellte sich den drei Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Francisco als die "Muttergottes vom Rosenkranz" vor und empfahl eindringlich, den Rosenkranz jeden Tag zu beten, um das Ende des Krieges zu erlangen".
Auch wenn in der modernen Welt der Gläubige, der den Rosenkranz betet, kein Gefallen findet, und wenn es selbst innerhalb der Kirche solche gibt, die den Vorwurf des "Devotionalismus" fürchten, so beläuft sich die Zahl der Gläubigen, die ihn täglich beten auf Hunderte von Millionen.
Um die Wirklichkeit dieses Gebetes zu verstehen, das die katholische Kirche in allen ihren Teilen durchzieht, hat ZENIT einen bedeutenden Rosenkranzexperten, den Priester und Dominikaner Ennio Staid, interviewt.
P. Staid lebt gegenwärtig in Novara, wo er eine aus Priestern und Laien, Männer und Frauen bestehende dominikanische Fraternität gegründet hat, deren Ziel darin besteht, die Tatsache bewusst werden zu lassen, dass auch die Laien berufen sind, das Evangelium zu verkünden, vor allem in dieser Zeit, in der es an Priestern fehlt.
Der geistlichen Praxis der Fraternität liegt das Beten und Verbreiten des Rosenkranzes zugrunde.
Die moderne Welt leidet unter der Säkularisierung, und Maria scheint nicht mehr sehr geliebt zu werden, doch die Zahl der täglich gebeteten Ave Maria und Rosenkränze beläuft sich auf Milliarden. Können Sie uns eine Idee von der Verbreitung des Rosenkranzgebetes vermitteln und davon wie es gedeiht?
P. Staid: Dass die Welt unter der Säkularisierung leidet ist wahr, aber es ist auch wahr, dass sie eine große Sehnsucht nach Transzendenz, nach Stille, nach dem Kontakt mit dem Göttlichen empfindet. Viel suchen nach einer Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Es ist notwendig, zu wissen, woher man kommt, wohin man geht, wozu man lebt.
Und trotz der vielen Probleme, die die Gläubigen bedrängen, meine ich, dass noch viele den Rosenkranz beten, aber der Rosenkranz ist auf dem Glaubensweg nicht ein Ausgangspunkt. Für mich ist er ein Zielpunkt. Ich will sa-gen, wenn jemand es wirklich wagt, den Rosenkranz zu beten, heißt das, dass er schon einen guten Teil des Glaubensweges zurückgelegt hat.
Ich weiß nicht, ob und in welchem Maß der Rosenkranz verbreitet ist, so wie ich nicht weiß, ob, wie Jesus fragt, bei seiner Wiederkehr noch Glauben auf der Erde sein wird. Fest steht, dass wenn es bei seiner Wiederkehr in Herrlichkeit noch Glauben gibt, unter den Gläubigen die Marienverehrer und Beter dieses herrlichen und einfachen Gebetes sein werden.
Ohne Gebet gibt es keinen Glauben, denn glauben bedeutet, die Zustimmung unseres Verstandes zu einer mehr oder weniger richtigen Vorstellung von Gott. Es wird mehr oder weniger bewusst über eine abstrakte Entität philosophiert, die unseren Alltag, unser Leben nicht beeinflusst. Kardinal Newman definiert den Rosenkranz als „zu Gebet gewordenes Glaubensbekenntnis", und wer betet, versteht es, nicht ins Leere zu sprechen, nicht dem Wind Worte und Gedanken anzuvertrauen, sondern er ist sich bewusst, in der Gegenwart nicht so sehr von irgendjemandem zu sein, sondern von jemandem, der der Einzige, der Ewige, der Alles ist.
Eine gewisse moderne Kultur, die auch im katholischen Bereich verbreitet ist, liebt den Rosenkranz nicht, denn sie hält ihn für volkstümlich und konservativ. Was sagen Sie dazu?
P. Staid: Hin und wieder, hie und da hört man von einer Rückkehr zum Devotionalismus, man kritisiert den Papst, weil er, wie manche sagen, zur Vergangenheit zurückkehren und traditionelle Praktiken wieder aufleben lassen wolle, die als fremd erachtet werden. Leider gibt es unter manchen Christen solche, die eine gewisse Anzahl vorgefertigter Etiketten zu billigem Preis am Stand eine Modetheologie, die sich zum Kauf anbietet, bevor sie sich überprüft hat, übernommen haben. Und sie greifen alles an, was nicht zu ihren eigenen Vorstellungen passt.
So wird der Rosenkranz oft als Devotionalismus oder gedankenloser Reformismus gebrandmarkt. Jenen möchte ich sagen, dass ein Christentum ohne Andachtsformen durch keinen Heiligen Bestätigung findet, noch durch die maßgebliche Lehre der Kirche. Dort wo dieses unvolkstümliche, unmenschliche Christentum ohne Herz ausprobiert wurde und wird, hat es nur Katastrophen des Glaubens verursacht.
Gewiss ist der Rosenkranz nicht das Wesen des Glaubens oder des christlichen Lebens, aber er erweist sich auch heute überall als eine wichtige Hilfe, um den Glauben im Herzen des Volkes Gottes zu schützen und zu entfalten. Papst Johannes XXIII. sagte: „Der Rosenkranz ist eine fesselnde, unersetzbare Gebetsübung. Damit wird die Hlgst. Dreifaltigkeit verehrt; der himmlische Vater wird angerufen, um von ihm Hilfe und Gaben zu erflehen; die mächtige Fürsprache der Muttergottes wird erfleht."
„Mit dem Rosenkranz falten sich die Hände: die unschuldigen der Kinder, die zitternden der Alten, die kräftigen der Arbeiter. Aus den verschiedenen Teilen der Welt steigt eine wahre Psalmodie empor, die in gewisser Weise, sehr wohl dem von den Mönchen rezitierten Göttlichen Offizium ebenbürtig ist" (Discorsi e messaggi I, 796).
Können Sie uns eine Vorstellung davon geben, wie das Rosenkranzgebet entstanden ist, wie es in der Welt verbreitet wurde und wie aktuell es ist?
P. Staid: Wenn jemand sich dafür interessiert, die Geschichte des Rosenkranzes ausführlicher kennenzulernen, erlaube ich mir, ihn zu verweisen auf das, was ich im Nuevo dizionario di Mariologia (San Paolo Edizioni) zum Stichwort Rosenkranz geschrieben habe. Letztlich ist das biblisch-theologische Fundament dieser marianischen Hilfe in der christologischen Parallele Adam-Christus (1 Kor 15, 45-47; Röm 5, 12-14) zu suchen, das implizit auch eine mariologische Parallele ist: Neben dem neuen Adam (Christus) steht die neue Eva (Maria), die neue, dem neuen Menschen ähnliche Hilfe (eine Hilfe, die ihm entspricht – Gen 2, 18).
Maria ist Bild der Kirche und in der neuen Schöpfung die Mitarbeiterin Jesu Christi am Heilswerk. Dies vorausgesetzt, taucht die Zuflucht zum Beistand Mariens bald im christlichen Volk auf, vor allem wenn es sich von ernsten Gefahren für den Glauben und für das Überleben der Kirche bedroht sah. Schon im 4. Jahrhundert entstand das „Sub tuum praesidium" und im darauf folgenden der Hymnus „Akatistos", der das vertrauensvolle Zufluchtnehmen des Volk bei der Mutter Jesu ausdrückt.
Im 6. Jahrhundert sprach der hl. Germanus von Konstantinopel von der Gegenwart Mariens unter uns, die sich kundtut als Macht und aus der Höhe die Gläubigen schützt. Aus der gleichen Zeit stammt die Anrufung „Auxilium christianorum", die dann in die lauretanische Litanei eingeht. Zu Beginn des zweiten Jahrtausends tauchen das Ave Maria und der Marienpsalter auf, später Rosarium genannt, der sich unlösbar verbindet mit dem Mysterium der Hilfe Mareins, der Waffe des Glaubens.
Gewiss war zuerst der Gruß des Engels bekannt, der im Evangelium steht und bis ins 7. Jahrhundert die Antiphon des Offertoriums des vierten Adventsonntags, der eine besondere marianische Prägung hatte, bildete. Mir scheint, in diese Zeit falle die Neuheit, das Ave andächtig zu wiederholen analog der damali-gen 150-fachen Widerholung des Pater noster als Kontrapunkt zum davidischen Psalter.
Diese Psalter aus Pater noster oder Ave ersetzten in den Klöstern den biblischen Psalter für die leseunkundigen Mönche. Nur der erste, aus dem Evangelium stammende Teil des Ave Maria, der den Gruß des Engels und die Benedeiung Elisabeths enthält, war bekannt und wurde rezitiert. Der Name Jesu und das Amen am Schluss wurden erst gegen Ende des 15. Jahrhundert hinzugefügt, als sich 1483 der Brauch verbreitete, das Santa Maria zu rezitieren.
Das Rosenkranzgebet lässt an Maria denken. Könnte es uns eine Zusammenfassung der Schlüssel für das Verständnis des großen Geheimnisses einer Frau liefern, die wesentlich war für die Menschwerdung, die Erziehung und die Verwirklichung der Heilsgeschichte in der Person Jesu Christi?
P. Staid: Das Geheimnis Mariens zu verstehen, bedeutet, in das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus eindringen zu vermögen. Das Credo, mit dem die Christen den Inhalt des Glaubens ausdrücken, sagt: „geboren aus der Jungfrau Maria".
Diese Aussage ist für viele befremdend, aber die geoffenbarte Tatsache bleibt eine Provokation. Die Gläubigen nehmen das persönliche Eingreifen Gottes an und glauben daran und folglich an die totale Glaubenshingabe seitens Mariens. Ihre Größe besteht nicht so sehr im Gebären, sondern im Annehmen eines Planes, den ihr Verstand nicht begreift.
Ich glaube nicht, dass es Gebete oder Studien gibt, die zum Verständnis des Mysteriums, das als solches bleibt, führen können. Doch das Gebet lässt uns zusammen mit Maria sagen: „Ich verstehe nicht, bewahre es aber im Herzen". Der hl. Thomas von Aquin definiert den Glauben als „Zustimmung zur göttlichen Wahrheit, die vom Verstand gegeben wird unter dem Antrieb des von der Gnade Gottes bewegten Willens".
Im Glauben wie im Gebet (welches Gebet auch immer) wird früher oder später das Schweigen Gottes erfahren. Der Glaube und infolgedessen das Gebet sind nicht die magische Einwurfmünze, die, ist sie einmal in den Musik-Automaten eingeführt, die Stimme Gottes erklingen lässt.
Es bringt uns in Kontakt mit dem Unsichtbaren. Warum also sich wundern, wenn man ihn nicht sieht? Das Gebet versetzt in den Dialog mit dem Unzugänglichen, Absoluten; warum also sich wundern, wenn Gott auf unseren Ruf als Gott antwortet? Maria nachahmen, bedeutet, verstanden zu haben, was es bedeutet, mit Dem zu beten und Dem zu folgen, der uns auffordert, „zu beten, ohne je zu ermüden". Im Grunde sind auch wir wie Maria gerufen, den Sohn Gottes im Glauben anzunehmen und ihn wie sie weiterzuschenken.
Die volkstümliche Verehrung der Jungfrau Maria, das Beten des Rosenkranzes sind Praktiken, die unter dem Volk sehr verbreitet sind.
Diese Praktiken scheinen aber, zumindest in den letzten Jahrzehnten, unter dem Klerus und der Jugend nicht sehr verbreitet zu sein. Ist das nur ein Eindruck, oder wandelt sich die Situation? Und in welcher Richtung?
P. Staid: Der Einwand, der gegen den Rosenkranz vorgebracht wird, ist immer der gleiche: „Ist es nicht besser ein Stunde für den bedürftigen Bruder aufzuwenden, also ein Reihe von Ave Maria herzusagen? Unter anderem ist die Arbeit etwas Greifbares, etwas, das wir kontrollieren können, während das Gebet etwas absolut Unkontrollierbares ist.
Und in dieser psychologischen Wirklichkeit müssen wir uns äußerst vorsichtig bewegen, um nicht zu zerstören, was es im Gemüt des einfachen Volkes an Gutem gibt. Der Diskurs über das Gebet im Allgemeinen und über den Rosenkranz im Besonderen wird wieder entdeckt und erneuert. Kein Chirurg wird tüchtig und geschickt genannt, nur weil er an verschiedenen Universitäten verkehrt, um gelehrte Vorlesungen zu halten, sondern er erwirbt Ansehen, wenn er in hervorragender Weise als Chirurg tätig ist: Nur dann haben seine Vorträge Gültigkeit, wenn man die von ihm operierten Kranken genesen sieht.
Das gilt auch für uns, die wir häufig vom Gebet sprechen, während wir in der Aktion untergehen und mit unserem Leben unsere Worte Lügen strafen. Eine Rede über das Gebet ist umso wirksamer je mehr derjenige, der sie hält, dem entsprechend lebt, was er verkündigt.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Darstellung der Gestalt der heiligen Jungfrau ist die Notwendigkeit, die Gestalt der Muttergottes im Erlösungsplan Christi deutlich hervortreten zu lassen. Maria hat in der Kirche eine überaus wichtige Bedeutung und Funktion, und es ist ein Fehler, sie davon zu trennen und sie gewissermaßen zu einer vierten Person der Dreifaltigkeit zu machen. Sie ist keine Göttin, und ihre recht verstandene Stellung schadet nicht der ihr zugemessenen Verehrung, sondern verstärkt sie und verleiht diesem Geschöpf die Stellung, die ihm im Erlösungsplan zukommt (vgl. VIII. Kapitel von Lumen gentium).
Der Weg, der nach meinem Dafürhalten einzuschlagen ist, ist der, nicht mehr zu weit zu gehen und die Gefühle zu sehr anzusprechen: Es ist notwendig, daran zu denken, dass die Muttergottes nicht der sentimentale Teil unseres Gebetes ist. Erst wenn das Problem der Notwendigkeit des Gebetes scharf in den Blick genommen und die Bedeutung und die Funktion der Jungfrau im Geheimnis Christi erklärt worden sind, wird man vom Rosenkranz sprechen können.
Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass der Rosenkranz nicht eigentlich ein an Maria gewandtes Gebet ist, sondern ein Gebet mit Maria. Es handelt sich also nicht um ein marianisches Gebet, sondern um ein christologisches. Die Geheimnisse, die es vorlegt, stellen eine einzige Person in den Mittelpunkt: Jesus Christus. Der Rosenkranz ermöglicht uns, den Sohn Gottes mit den Augen Mariens anzublicken und zu betrachten. Man ergreift ihre Hand, und mit ihr durchläuft man das Leben Jesu.
Vor einiger zeit habe ich eine in Italien gemachte Untersuchung veröffentlicht, die die Beziehung der Jugend, Priester eingeschlossen, zu Maria erforschen sollte. Die (400) nach statistischen Kriterien auf der ganzen Halbinsel interviewten Jugendlichen gaben mir 256 gültige Antworten. Das Alter der Interviewten schwankte zwischen 18 und 25 Jahren. Die Untersuchung lieferte mir einen Querschnitt darüber, inwiefern die Jugend zu Maria distanziert ist, distanziert in emotionaler Hinsicht, gleichgültig in kulturell-pastoraler Hinsicht, manche sogar aufgrund intellektuellen Standpunkts von philosophischsozialem Gepräge.
Diese wissen nichts anzufangen mit einer erhabenen Jungfrau, Gipfelpunkt aller Privilegien, die gerade wegen ihrer exklusiven Vollkommenheit nicht als Vorbild, Paradigma, Ansporn, Ideal erscheint. Trachtet man andererseits in der alltäglichen pastoralen Praxis seitens einer gewissen Art des Klerus, einer Praxis, die manchmal sehr lange braucht, die wertvollen Hinweise der mariologischen Reflexion der Kirche in die Tat umzusetzen, nicht danach, mit der Zeit zu gehen und Maria zu vergessen?
Ich habe festgestellt, dass Merkmale wie Sanftmut, Demut, Herzensgüte verschwinden, weil sie als gefährlich erfahren werden, als passive Vernichtung der eigenen Persönlichkeit. Diese Jugendlichen lehnen also Maria ab? Nein: Sie haben einfach nicht darüber nachgedacht, und es ist ihnen nicht in vollem Licht die Heilsgeschichte vorgelegt worden. Sie kennen sie nicht als Frau der menschlichen und religiösen Erfahrung, sie kennen sie nicht als Mutter, deren Sohn, das Geheimnis ihres ganzen Lebens war. D.h. sie kennen Maria, das Vorbild der Christen, wie das Zweite Vatikanum und Marialis cultus sie vorzustellen suchten, nicht wirklich.
ZENIT.org - Roma, 24-25 ottobre 2007
ORIGINAL: ITALIENISCH
Der Hl. Vater hat Msgr. Jean-Louis Bruguès O.P., Bischof von Angers, zum Sekretär der Kongregation für das katholische Bildungswesen ernannt und ihn zugleich zum Erzbischof erhoben.
Fr. Jean-Louis wurde am 11. November 1943 in Bagnères de Bigorre, Frankreich, geboren. Er machte am 29. September 1969 Profess und wurde am 22. Juni 1975 zum Priester geweiht. Am 30. April 2000 wurde er zum Bischof von Angers geweiht. Er war Professor der Moraltheologie am Katholischen Institut in Toulouse (1976-1997) und an der Universität Fribourg (1997-2000). Er war Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission in Rom (1986-2004). Seit 2002 war er Vorsitzender der Kommission der Katholischen Kirche für die Glaubenslehre in Frankreich.
ORIGINAL: ITALIENISCH
DER GENERALMEISTER BESUCHTE DIE PROVINZ DES HL. ALBERT IN SÜDDEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH
Vom 17. bis 26. Oktober 2007 besuchte Generalmeister P. Carlos Alfonso Azpiros Costa OP die Provinz des hl. Albert in Süd-deutschland und Österreich („Fraternal visit»). Begleitet wurde er von seinem Assistenten für Zentral- und Osteuropa P. Rajmund Klepanec und P. Provinzial Dietmar Schon.
Das erste Ziel seiner Visite war der Wiener Konvent. Dieses traditionsreiche Haus wurde 1225/26 gegründet und gehört zu den drei Ordensniederlassungen der frühesten Zeit mit einer ununterbrochenen dominikanischen Tradition. Wien ist derzeit einer der Ausbildungskonvente der Provinz mit 18 Mitgliedern, darunter sieben Studenten und zwei Postulanten. Tätigkeiten der einzelnen Konventsmitglieder sind: Seelsorge für die Wiener Dominikanerinnen, Seelsorge für Studenten, Tätigkeit an der Universität, einer theologischen Hochschule, Beicht- und Gesprächsseelsorge, Betreuung von Gruppen, Radiomessen, Exerzitien- und Vortragstätigkeit.
Am ersten Tag des Besuchs präsentierte P. Provinzial Dietmar die Provinz und ihr internationales Engagement; er erläuterte Entwicklungen an verschiedenen Standorten, ausgehend von den Kapitelsakten 2006. Am Nachmittag fand eine Konsilssitzung, eine Begegnung mit Mitgliedern des Ausbildungsrats sowie der Gruppe der Brüder in Ausbildung statt. Höhepunkt des Tages war eine Eucharistiefeier, bei der P. Generalmeister Carlos predigte und eine anschließende Begegnung der dominikanischen Familie in Wien.
Der General zeigte sich sehr interessiert an den laufenden Renovierungsmaßnahmen am Konventsgebäude. Vor seiner Weiterfahrt nach Graz am 20. Oktober konnten sich P. Carlos und Christoph Kardinal Schönborn OP bei einem gemeinsamen Frühstück austauschen.
In Graz wirken Dominikaner seit 1466 an verschiedenen Orten der Stadt. Die derzeit fünf dort lebenden Brüder sind u. a. in der den Dominikanern übertragenen großen Gemeinde, als Beichtväter, Krankenhausseelsorger am Landeskrankenhaus und als Seelsorger für Studenten tätig. Bei einer abendlichen Begegnung nahm sich der General viel Zeit für Gespräche mit der Grazer Schwesterngemeinschaft, den Mitgliedern der Dominikanischen Laiengemeinschaft und der Pfarrgemeinde von Münzgraben.
Die nächste Station (21. und 22. Oktober) der Visite war das Dominikanische Zentrum in Regensburg. Bereits von 1229 bis zur Säkularisation 1806 bestand in Regensburg ein Dominikanerkonvent. 2001 wurde das Dominikanische Zentrum Regensburg als «Predigtstützpunkt» eröffnet und erlaubt uns Dominikanern, als «bewegliche Kräfte» seelsorglich in Regensburg tätig zu werden. Das geschieht vor allem durch Mitarbeit in der Innenstadtseelsorge (Predigt, Beicht- und Gesprächsseelsorge, Begleitung von Gruppen, Vorträge). P. Generalmeister verschaffte sich einen Überblick über die Dienste und Räumlichkeiten des Zentrums und besichtigte die ehemalige Dominikanerkirche St. Blasius gegenüber dem Zentrum. Bei einer Begegnung mit den Moniales von Heilig Kreuz und drei weiteren Klöstern im Provinzgebiet führte P. General Einzelgespräche und feierte zusammen mit den versammelten Moniales eine Hl. Messe. Nach dem Mittagessen folgte eine Besichtigung der ehem. Dominikanerkirche St. Blasius.
Die vierte Station seines Besuchs war Freiburg (23. und 24. Oktober), ein weiterer Ausbildungskonvent der Provinz. Die ersten Dominikaner kamen 1236 nach Freiburg. Der alte Konvent wurde während der Säkularisation 1804 abgerissen. Erst 1934 kehrten die Dominikaner wieder nach Freiburg zurück und richteten am Schlossberg ihren neuen Sitz ein. Der Konvent mit insgesamt zwölf Mitgliedern besteht aus zwei Standorten in der Innenstadt von Freiburg. Der Standort in der Ludwigstraße ist das Zentrum der «Gesprächskreise für Laien» mit einem breitgefächerten religiösen Bildungsprogramm. 2004 wurde mit dem Studienhaus der Dominikaner in der Erwinstraße ein zweiter Standort des Konvents bezogen. Arbeitsgebiete der dortigen Teilgemeinschaft sind: Hochschulseelsorge an vier akademischen Einrichtungen in Freiburg und Offenburg-Kehl sowie Durchführung von Ergänzungsstudien.
Bei einem Abendessenbuffet und anschließender Rekreation in Augsburg (24. Oktober) lernte P. Carlos die Konventsgemeinschaft (acht Mitbrüder) von Heilig Kreuz kennen. Am nächsten Vormittag führte der Generalmeister bis zu seiner Abfahrt Gespräche.
Von 1225 bis 1808 bestand in Augsburg die Niederlassung St. Magdalena. 1932 kehrten die Dominikaner nach Augsburg zurück und gründeten den Konvent Hl. Kreuz. Wichtige Aufgaben des Konvents sind: die Arbeit in der Konventskirche, die ein gesuchtes Zentrum der Beicht- und Gesprächsseelsorge ist, Cityseelsorge, die Betreuung der Autobahnkirche bei Augsburg und Pfarrdienst in verschiedenen Augsburger Gemeinden.
Am vorletzten Tag seiner Visite feierte P. Carlos in der Münchener Theatinerkirche eine Hl. Messe/Vesper. Anschließend kam es zu einer Begegnung mit der Gemeinschaft von St. Kajetan (fünf Mitbrüder), den polnischen Brüdern in München, Schwestern und der Dominikanischen Laiengemeinschaft. Die Theatinerkirche St. Kajetan, eine der großen und gut besuchten Innenstadtkirchen, wurde den Dominikanern 1954 anvertraut. Damit ist der Hauptarbeitsbereich des Konvents vorgegeben: Betreuung der Kirche im weitesten Sinn, insbesondere durch Gottesdienst, Predigt, Beichtgelegenheit und Kirchenmusik. Dazu kommen: Gesprächsseelsorge im Sprechzimmer, Betreuung religiöser Gruppen, spirituelle Begleitung der Dominikanerinnen, Tourismusseelsorge.
Die Stunden vor dem Rückflug nach Rom verbrachte der Generalmeister in der domus filialis München St. Katharina, einer stark wachsenden Pfarrgemeinde, die durch junge Familien, Kinder und Jugendliche, kirchenferne Menschen und Ausländer geprägt ist.
Um ein Resümee seiner wichtigsten Wahrnehmungen gebeten, hob P. Generalmeister Carlos folgende Aspekte hervor:
- Sehr positiv wirke sich aus, dass die Abfolge der Provinzkapitel als ein Weg in Kontinuität, als ein Prozess fortgeschrieben wird. Dabei werden frühere Entscheidungen weiterentwickelt, anstatt alle vier Jahre wieder bei „Null" zu beginnen.
- Die Provinz ist fähig, die eigenen Stärken und Schwächen wahrzunehmen, dabei aber immer in neuen Projekten zu denken, anstatt nur auf Berufungen zu warten. So werde Stagnation verhindert.
- Die jungen Mitbrüder werden im Rahmen des Ausbildungskonzepts an den neuen Projekten beteiligt (entsprechend einem Auftrag des Generalkapitels von 2001). Deshalb seien sie nicht nur Beobachter der Entwicklung in der Provinz, sondern an ihr aktiv beteiligt.
- Die pastorale Arbeit mit Studenten, bei der auch die eigenen Mitbrüder in Ausbildung beteiligt seien, stellt zu Recht einen Schwerpunkt dar und sei richtungweisend.
- Die Provinz habe sich klare und angemessene Strukturen gegeben. Dies werde v.a. in den Kapitelsakten 2006, Nr. 52 ff, deutlich.
- Das Dominikanische Zentrum in Regensburg sei ein begrüßenswertes pastorales Projekt, auch in Hinsicht auf unser dominikanisches Unterwegssein.
ORIGINAL: DEUTSCH
Rom, 23. November 2007
An die Provinziale, Vizeprovinziale, Generalvikare
Liebe Brüder,
Ihnen allen schicke ich einen brüderlichen und herzlichen Gruß und wünsche jedem Einzelnen Freude und Frohsinn in der Arbeit, die der Orden Ihnen anvertraut hat.
Um im Zusammenhang mit dem Thema der Ernennung der Dozenten behilflich zu sein und um zu erreichen, dass dabei nach einer einheitlichen Linie verfahren werde und das Vorgehen transparent sei, fand an unserer St.-Thomas-Universität in Rom am 3. Oktober 1207 eine ad-hoc-Sitzung statt, deren Ziel, wie der Socius für das intellektuelle Leben, der den Vorsitz führte, sagte, darin bestand, die im Abschlussbericht der am Angelicum, Universität und Konvent, durch den Ordensmeister und seine Socien durchgeführten kanonischen Visitation (vom 10. Mai 2007) enthaltene Anordnung in die Tat umzusetzen.
Im Bericht steht zu lesen:
Der Orden ist dezentralisiert und befolgt das Prinzip der Subsidiarität, wobei die Autorität über die menschlichen Ressourcen (Brüder) in den Händen der Provinzen steht und über andere Mitglieder, wie die Schwestern, in der Hand der Kongregationen. Andererseits ist die Universität bei der Gewinnung von Professoren von den zentralen Organen des Ordens abhängig. Da diese über keine unter ihrer Autorität stehende Brüder oder Schwestern verfügen, versetzt diese Sachlage die Universität hinsichtlich der Rekrutierung von Professoren in eine sehr schwache Position, so dass es sich als dringend notwendig erweist, ein tatkräftiges zentrales Organ und ein Verfahren für die Rekrutierung neuer dominikanischer Professoren zu schaffen. Zu diesem Zweck wird der Socius für das Intellektuelle Leben innerhalb von drei Monaten nach der Veröffentlichung dieses Berichtes eine Zusammenkunft der Dekane der vier Fakultäten und des Priors des Konventes einberufen und dieser vorstehen, um die bei der Rekrutierung von Professoren angewandte Methode und Praxis zu prüfen und möglicherweise zu revidieren.
Die Kommission hat das Thema der Rekru-tierung der Professoren sofort in Angriff genommen. Die Anwesenden erklärten sich nach einem Meinungsaustausch damit einverstanden, folgenden Weg einzuschlagen:
a. Die Dekane der Fakultäten nehmen mit dem möglichen Kandidaten für die Besetzung der Professorenstelle Kontakt auf.
b. Wenn der Kandidat die Anforderungen erfüllt, um am Angelicum zu lehren, und seine Verfügbarkeit oder sein Interesse kundtut, bittet der Dekan den Socius für das Intellektuelle Leben, im Hinblick auf die Bestellung des Kandidaten die notwendigen Schritte einzuleiten, indem er, wenn es sich um einen Bruder handelt, Verbindung mit dessen Provinzial aufnimmt oder mit der Generaloberin, wenn es sich um eine Schwester handelt.
c. Wenn es notwendig ist, kann der Ordensmeister dem Provinzial oder der Generaloberin einen Brief schreiben, um zu bekunden, wie wichtig es ist, den Kandidaten zur Verwirklichung des Charismas des Ordens am Angelicum zu haben.
d. Konnte die Zustimmung des Ordens-oberen gewonnen werden, ist das interne Verfahren an der PUST einzuleiten (d.h. der Kandidat wird dem Rat der ständigen Professoren vorgestellt, damit er während einer bestimmten Zeit als Gastprofessor oder Interimsprofessor an einer der Fakultäten des Angelicum anwesend sei.
Der/die Dominikaner(in), die alle in a, b, c, d genannten Voraussetzungen erfüllt hat, erhält normgemäß bei seinem/ihrem Eintreffen in der Kommunität des Angelicum die Ordensassignation, wenn seine/ihre Verpflichtungen für das erste und das zweite Semester eine fortlaufende Anwesenheit vorsehen. Wenn es nach der Probezeit, je nach Art der Einladung, der Praxis der Fakultät und der übernommenen Verpflichtungen nicht dazu kommt, dass das Ordensmitglied definitiv in die Fakultät eintritt, sei es aufgrund eigener Wahl oder Entscheidung seitens der zuständigen akademischen Autorität, kommt es dem Dekan zu, die Modalität und den Termin für dessen Rückkehr in seine Provinz zu vereinbaren. Andererseits muss der Dekan das Ende der Zusammenarbeit dem Rektor der Universität, dem Prior des Konventes und dem Sozius für das Intellektuelle Leben melden. Letzterer ersucht den Ordenmeister um die etwaige Reassignation in die Provinz. Das gleiche entsprechend angepasste Verfahren ist zu befolgen für die Neubesetzung der höheren Ämter.
Hiermit bestätige ich den oben dargelegten Vorschlag der Kommission und dessen normativen Charakter und mache es mir zu Aufgabe, diesen Ihnen allen, die Sie die Provinzen, Vize-Provinzen und Vikariate leiten, zu übermitteln, und empfehle Ihnen diesen auch denen bekannt zu geben, die den Dienst als Regenten und Moderatoren versehen, damit die Geschlossenheit und Transparenz sie bei einem authentischeren Dienst zum Wohle unserer Institutionen unterstütze.
Ich danke der Kommission für die geleistete Arbeit und für die getroffene Vereinbarung.
In Gebetsverbundenheit und in der Begeisterung für unsere Sendung grüßt Sie brüderlich in S.P.n.D.
Fr. Carlos A. Azpiroz Costa O.P.
Ordensmeister
ORIGINAL: SPANISCH
DIE 800 JAHRE IN DREI REPORTAGEN DES SPANISCHEN FERNSEHENS
SPANIEN – Während des Advents können die spanischen Fernsehzuschauer im öffentlichen Fernsehen drei jeweils 25-minütige Sendungen über das Leben der kontemplativen Nonnen des Predigerordens sehen. Die Klöster, die ausgewählt wurden, um über die Medien der 800 Jahre seit der Gründung des Ordens zu gedenken, sind die des hl. Dominikus in Caleruega und Segovia sowie das des hl. Michael in Trujillo.
Die Initiative ging aus von Fr. José Luis Gago von der Provinz Spanien, der, nachdem er während sechs Jahren die Sendung „Volk Gottes" im TVE geleitet hatte, den gegenwärtigen Direktor, den Priester Julian del Olmo, für das Projekt interessierte. Während zehn Tagen filmte ein Technikerteam von beachtlicher Professionalität das tägliche Leben unserer kontemplativen Nonnen: jeweils drei Tage in jedem Kloster vom Morgengebet der Laudes bis zur Komplet einschließlich persönlicher Zeugnisse von außerordentlicher Authentizität.
Die erste große positive Wirkung bestand in dem, was die fünf Professionellen des TVE innerhalb der Klosterklausur beim Sehen, Hören und Erspüren der dominikanischen Realität anhand der zu Staunen Anlass gebenden Äußerungen von Herzlichkeit, Fröhlichkeit, Tiefe und Einfachheit erfuhren.
ORIGINAL: SPANISCH
NEUER PROVINZIAL DER PROVINZ ECUADOR
Am 11. September 2007 bestätigte Fr. Carlos A. Azpiroz Costa O.P., Ordensmeister, Fr. Juan José Escobar Valencia O.P. als Provinzial der Provinz der hl. Katharina von Siena in Ecuador.
Fr. Juan José wurde am 1. Mai 1935 in Santa Rosa - Ambato (Tungurahua) geboren. Am 31. August 1957machte er Profess und wurde am 4. August 1964 zum Priester geweiht.
DAS JAHR 2007 IN CALERUEGA
DIE ACHTHUNDERTJAHRFEIER DER NONNEN
Dieses Jahr des Dankes wurde in Caleruega in großer Freude und Dankbarkeit seitens aller, die das Haus des hl. Dominikus aufsuchten, verlebt. Bislang waren es an die 10000 Personen. Obwohl der größte Teil dem Orden angehört, sind die Kirchen-mitglieder zahlreich, die zum Kloster kommen, um den Jubiläumsablass zu gewinnen und unseren hl. Vater Dominikus zu verehren.
Im Laufe dieser Monate kamen Bischöfe – darunter die von Burgos, von Huesca, von Tarragona, von Osma-Soria mit drei Autobussen voller Gläubigen aus ihren Diözesen, oder der Weihbischof von Jerusalem, sowie einige Bischöfe aus dem Dominikanerorden wie der von Puerto Maldonado (Peru) – und viele Gruppen von Dominikanern – zu nennen sind die Provinziale von Spanien, Aragon und Portugal, die uns mit mehreren Brüdern ihrer Provinzen besuchten –, ferner Gruppen von Dominikanern aus Korea, den Philippinen, Polen, Deutschland, Frankreich, Italien… Ebenso Gruppen von Schwestern des apostolischen Lebens aus den USA (Sinsinawa, Parable) sowie verschiedene Gruppen der Dominikanischen Familie aus Spanien, Portugal, Irland, Kanada... Außerdem einige kontemplative Nonnen, wenn auch in geringerer Zahl, die das Jubiläums mit einem Besuch in Caleruega begehen wollten. Zunächst kamen die Schwestern von Prouilhe mit einer Schwester aus Dax (Frankreich) und einer Schwester aus Salamanca, die von den Brüdern von Caleruega eingeladen worden waren, an der Veranstaltung zur Eröffnung dieses Jubiläums teilzunehmen. Später besuchten uns u.a. fünf Schwestern aus Bergamo (Italien).
Ferner gab es zahlreiche Besuche seitens anderer Orden und Kongregationen, etwa der Benediktiner von Silos oder der Augustiner von La Vid, der Kleinen Schwestern der Alten Obdachlosen von Aranda de Duero oder der Gruppen von Nonnen und Brüdern vom Herzen Jesu, die zu verschiedenen Anlässen aus verschiedenen Ort in Spanien und im Ausland kamen.
Zahlreich waren die verschiedenen kirchlichen Gruppen angehörenden Personen wie einige Kommunitäten und viele Familien des Neokatechumenalen Weges aus Burgos, Madrid, Santander, Oviedo, Castellón, Murcia… oder „Freunde des Hl. Landes" aus Madrid, die Bruderschaft der „Nächtlichen Anbetung" von Aranda de Duero, „Christen ohne Grenzen" und „Famision", einer großen Gruppe engagierter christlicher Familien aus verschiedenen Orten Spaniens.
Viele Pfarrgruppen kamen mit ihrem Pfarrer und manchmal mit ihrem Bürgermeister in Autobussen aus verschiedensten Orten: La Coruña, Trijueque (Guadalajara), Concentaina (Alicante), Alcalá de Henares oder Fanjeaux (Frankreich) usw.
Besondere Erwähnung verdienen die Professoren der dominikanischen Schulen aus ganz Spanien, die sich hier, im Chor der Nonnen von Caleruega einfanden in Begleitung von einigen Brüdern, die uns im Voraus darum gebeten hatten, eine kleine Erläuterung über die Geschichte der Nonnen vorzubereiten. Wir versicherten sie der Unterstützung ihrer für unsere unmittelbare Zukunft so wichtigen Arbeit als Erzieher der Jugend durch unser Gebet sowie auch des Gebetes für die Kinder und die Schulen.
Und nun noch etwas Erstaunliches, Einzigartiges und Wundervolles: die unvergessliche Begegnung mit der „Dominikanischen Jugend", welche von P. Oscar Jesús O.P. und Sr. Pilar del Barrio O.P. vorbereitet wurde. Daran nahmen auch verschiedene Erwachsene der Dominikanischen Familie teil sowie einige Dominikanerinnen von verschiedenen Kongregationen und einige Brüder. 430 Jugendliche im Alter von 15 bis 30 Jahren aus verschiedenen Orten folgten im Wesentlichen folgender Ankündigung: „Caleruega 2007. 24 Stunden der Begegnung, des Feierns und des Gebetes um 800 Jahre zu begehen. Die Geschichte ist nicht zu Ende. Nun bist du dran." Es wurden 19 Workshops angeboten, unter denen die Jugendlichen wählen konnten. In einem geräumigen Sprechzimmer gestalteten wir einen davon: „Predigt aus der Stille". Er gehörte nicht zu den begehrtesten, aber wir können sagen, dass die Teilnehmer interessiert und beeindruckt waren, da sie nahezu nichts über das leben der kontemplativen Nonnen wussten.
Das Gebet um Mitternacht im stimmungsvoll beleuchteten Kreuzgarten war ein großartiger Moment mit Musik, Tanz, Liedern, Lichtbildern, Lesungen sowie Dank- und Fürbittgebet in einer Atmosphäre der brüderlichen Freude. Alles ganz dominikanisch. Der hl. Dominikus muss sich gefreut haben, in Caleruega so viele Jugendliche zu sehen. Und sie waren glücklich in seinem Haus. Am Sonntagmorgen nahmen alle Provinziale der Brüder in Spanien und Portugal sowie Provinzial- und Generaloberinnen verschiedener Kongregationen an der Eucharistie teil, die aufgrund so vieler Jugendlicher für alle Anwesenden herrlich, bewegend und mitreißend war und eine große kollektive Begeisterung auslöste.
Gewiss werden im Laufe dieses so besonderen Jahres noch weitere Besucher kommen, und wir werden uns freuen, sie willkommen zu heißen.
Wichtig waren in diesem Jahr auch die verschiedenen Anregungen, die uns, wir können sagen auf providentielle Weise, erreichten, und die wir nacheinander mit Begeisterung aufgriffen: an erster Stelle die Restaurierung des Mittelalterlichen Saales oder Palastes der Guzmán, der schon zur Eröffnung dieses Jahres eingeweiht wurde und der viel besucht und sehr gewürdigt wird, dann die Veröffentlichung zweier Bücher über die Kommunität und das Kloster, eine DVD über den hl. Dominikus und eine Reportage über unser Leben für „Volk Gottes" vom Zweiten Programm des Spanischen Fernsehens. Das alles geschah anlässlich des Jubiläums und stieß allseits auf große Akzeptanz. Wir möchten einem für die Nonnen und den Orden unvergleichlichen Ereignis eine große Breitenwirkung verschaffen, damit der hl. Dominikus, sein Leben und Wirken so vielen Menschen wie möglich bekannt werde.
Zufrieden mit unserer Arbeit als Predigerinnen aus der Kontemplation heraus und stolz über unseren Vater und sein bedeutendes Werk in der Kirche, sagen wir Gott Dank für alles, was er uns gibt und was er von uns verlangt. Dass dein Wille, Herr, immer unsere Wonne sei!
Königliches Kloster des hl. Dominikus
Caleruega
ORIGINAL: SPANISCH
Drei Dominikaner in den Päpstlichen Rat für Interreligiösen Dialog berufen
Unter den am 20. November 2007 durch den Papst in den Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog berufenen Konsultoren befinden sich drei Dominikaner: Bischof George Frendo O.P., Weihbischof von Tirana-Durres, Albanien, und Joseph Ellul O.P., Professor an der Päpstlichen Universität des hl. Thomas von Aquin, die beide der maltesischen Provinz des hl. Pius V. angehören, sowie Lorenzo Piretto O.P., stellvertretender Apostolische Delegat für Istanbul, Türkei, der der Provinz des hl. Dominikus in Italien angehört.
ORIGINAL: ITALIENISCH
TREFFEN DER INTERNATIONALEN KOMMISSION DER NONNEN
Vom 2. bis 10. November 2007 fand im Jahr der Achthundertjahrfeier der Gründung von Prouilhe im Dominikanerinnenkloster des hl. Johannes des Täufers im in den Vogesen, Elsass, Frankreich, gelegenen Orbey, das Treffen der Internationalen Kommission der Nonnen statt. Anwesend waren 10 der 11 Mitglieder der Kommission, der Generalpromotor der Nonnen, P. Manuel Merten O.P., sowie als Übersetzer P. Brian Pierce O.P., der im Januar 2008 dessen Nachfolge werden wird.
Der Herbst mit seinen herrlichen Farben bot einen zauberhaften Anblick. Die vordere, ganz verglaste Seite der Klosterkapelle ermöglichte eine großartige Aussicht auf die Umgebung: ein herrliches Zusammenspiel bei der Liturgie mit ihrem melodiösen Klang der Saiteninstrumente verlieh unserem Lob, Dank und Benedeien des Herrn eine besondere Feierlichkeit.
Die Gläubigen kamen an Festtagen in großer Zahl zum Kloster, um am Gebet der Nonnen teilzunehmen, die auf diese Weise eine authentische Form der Predigt und des Zeugnisses darboten.
Zwei Begegnungen mit der Kommunität gestatteten uns, die für sie charakteristische Brüderlichkeit und die Gastfreundschaft kennenzulernen, die uns es uns ermöglichte, diese Woche in einem entspannten Klima der Stille und des Gebetes zu verbringen.
Die Arbeit begann am Samstag, den 3. November, mit der Begrüßung und der Vorstellung des Programms für die Woche seitens P. Manuel Merten.
Anschließend berichtete er ausführlich über seinen während dieses Jubiläumsjahres den Klöstern geleisteten Dienst und über die Verpflichtungen als Pomotor, die noch seiner harrten.
Am Abend informierte uns Sr. Jean-Thérèse, Mitglied der gastgebenden Gemeinschaft sowie der Internationalen Kommission der Nonnen für die französischsprachigen Klöster, kurz über die Situation der Kirche in Frankreich, insbesondere über die Beziehungen zwischen Kirche und Staat. Dann sprach sie von ihrer Kommunität und von dem durch ihre Mitschwestern bewiesenen Mut, als sie das zwar alte, aber wenig bequeme Kloster in der Stadt Kolmar verließen, um sich im Jahre 1973 in dem jetzigen Gebäude niederzulassen, das wir alle bewunderten.
Am Sonntag, den 4. November, nach der Messe trat die Kommission zusammen, um mit den Berichten zu beginnen, die jedes Mitglied über die jeweilige Region vorlegte. Es war erfreulich und interessant, von den verschiedenen Initiativen der Klöster zur Feier des Jubiläumsjahres zu hören. Den Hauptanteil oblag den Nonnen selber, die Brüder halfen mit, doch beträchtlich und von beachtenswerter Bedeutung war der Einsatz der dominikanischen Laien, die dazu beitrugen, Zeugnis abzulegen für die Aktualität des Charismas des hl. Dominikus für die Verkündigung des Evangeliums in aller Welt.
Für jede Region wurden aber die Schwierigkeiten hervorgehoben, die so viele Klöster aufgrund der geringeren Zahl der Nonnen und des Mangels an Berufungen durchmachen – eine immer gegenwärtige schmerzliche Bemerkung -, die uns aber zugleich anspornt, uns persönlich und als Gemeinschaft zu erneuern, um das Wesentliche unserer „Sendung" im Orden zu leben und uns darüber zu befragen, wie diese den neuen Generationen vorzustellen ist. Es fehlte jedoch nicht das Zeichen der Hoffnung, das von den Aussichten auf neue Gründungen in Weißrussland, Nigeria, Bolivien ausgeht.
Am Mittwoch, den 7. November, legten wir eine Arbeitspause ein. Nach der hl. Messe fuhren wir im Auto nach Kolmar, um das alte Kloster, das heutige Unterlinden-Museum, zu besuchen, ein wahrer Schatz von Kunstwerken. Die 1269 gegründete, sehr große Kirche wurde von keinem Geringeren als Albertus Magnus konsekriert. Die Zeit verging wie im Fluge, während wir von einem Meisterwerk zum anderen gingen und staunend davor verweilten.
Dann setzten wir unseren Weg fort und gelangten zum Marienwallfahrtort Schauenberg, die einst berühmte Einsiedelei des hl. Ulrich. Es war sehr kalt, doch das Gebet zu Füßen der winzigen wundertätigen Statue U.lb.Frau stärkte den Geist und erwärmte den Leib.
Tags darauf, nach Abschluss der Berichte über die Regionen, konzentrierten wir uns auf die Auswertung von Monialibus und tauschten aus unseren Regionen stammende Meinungen und Vorschläge aus.
Da für 2008 das Ausscheiden von sechs Kommissionsmitgliedern vorgesehen ist, wurde die Ernennung einer neuen Herausgeberin notwendig. Die Wahl fiel auf Sr. Isabel m. Orenez Fernandez O.P. von der Föderation des hl. Rosenkranzes in Spanien. Tosender Applaus drückt unseren Dank an Sr. Emmanuelle M. Cruz O.P. von der Region Asien-Pazifik aus für ihre kompetente Arbeit, ihre Hingabe und ihren Einsatz. Sr. Isabel, die die neue Aufgabe mit Begeisterung übernahm, gilt der Wunsch „frohen Schaffens", und uns allen bleibt die Aufgabe, zusammenzuarbeiten, damit Monialibus nicht nur ein Nachrichtenblatt sei, sondern unserem kontemplativen Leben diene.
Wir trachteten dann danach, Modalitäten zu finden, um eine Synthese des aus allen Klöstern zum Thema Kontemplation gesammelten Materials zu erstellen, eine Aufgabe die noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.
Dann sah das Programm einen Erfahrungsaustausch nach Gemeinschaften und Regionen über „Schuldkapitel und Zusammenkünfte der Gemeinschaft" vor. Es ist praktisch unmöglich darüber eine Zusammenfassung zu bringen. In allen Regionen herrscht eine starke Konzentration auf das Wort Gottes vor. Wir meinen, eine etwaige Veröffentlichung der wichtigsten der in den verschiedenen Klöstern hinsichtlich dieser Nummer des LCM gemachten Erfahrungen in Monialibus wäre ein vortrefflicher Dienst für alle Klöster.
Die Tage vergingen wie im Fluge, und am Schluss folgte eine Auswertung des Treffens. Es überwog der Dank für diese überaus schöne Erfahrung dominikanischer Brüderlichkeit, der Kenntnis des Ordens in den verschiedenen Regionen und den Einsatz aller Kommissionsmitglieder, um so getreu wie möglich über die wirkliche Situation in ihrer jeweiligen Region zu berichten.
Bewegend war das Abschiednehmen der ausscheidenden Kommissionsmitglieder (Sr. Mary Emmanuelle Cruz O.P. - Asien-Pazifik, Sr. Joyce-Rita Mumu O.P. - Afrika, Sr. R. M. Blanca Gómez Cano O.P. - Peru, Sr. M. Immaculada Franco Mártinez O.P. – Föderation der Immakulata – Spanien, Sr. Flora M. Collado Martínez O.P. – Föderation des hl. Dominikus – Spanien und Sr. M. Vincenza Panza O.P. - Italien) mit symbolischen Gesten, die Licht – Freude – Brüderlichkeit versinnbildlichten und Zeichen der Kontinuität darstellen sollten, damit die Internationale Kommission der Nonnen immer ein Leuchtturm der Hoffnung für alle unsere Klöster sei.
Nicht fehlen konnte ein aufrichtiger Dank an P. Manuel Merten O.P. für die beständige, in diesen Jahren dem kontemplativen dominikanischen Leben vorbehaltene Hingabe, für die Ermutigung, die uns durch ihn immer zuteil wurde, für seine Mühe, das geduldige Zuhören und die ansteckende Freude, die er niemals fehlen ließ. Er wird in die Ordensgeschichte eingehen als Promotor während des achthundertjährigen Jubiläums. Allen schenkte er eine CD mit den Photos von den Kommissionstreffen dieser seiner Jahre im Dienste des Ordens. Danke, P. Manuel, herzlichen Dank!
Ein mehr als kräftiger Applaus für den überaus tüchtigen Dolmetscher P. Brian J. Pierce; der ständige Wechsel zwischen Spanisch und Englisch ohne Ermüdungszeichen beweist seine außergewöhnliche Beherrschung beider Sprachen. Ab Januar wird er der neue Generalpromotor der Nonnen und Nonnenklöster des Predigerordens sein. Wir alle wünschen ihm frohes Schaffen.
Es beginnt ein neues Jahrhundert kontemplativen dominikanischen Lebens. Bitten wir miteinander den Geist des Herrn, dass er uns in seiner Liebe erneuere.
Sr. M. Vincenza Panza O.P.
Region Italien
ORIGINAL: ITALIENISCH
IM LICHTE DES ZEUGNISSES UNSERER MITBRÜDER
BRIEF DES PROVINZIALS DER PROVINZ SPANIEN
Der 28. Oktober 2007 war ein unvergesslicher Tag voller Gnade und Freude für unsere Provinz Spanien und für die ganze Dominikanische Familie. Niemals in der Geschichte unserer Provinz gab es eine Seligsprechung so vieler Mitbrüder, nämlich 37 (insgesamt 74 Mitglieder der Dominikanischen Familie). Hinter diesen Zahlen stehen konkrete Personen mit ihrem persönlichen Antlitz und ihrer persönlichen Geschichte, mit einer einzigartigen Biographie und einer dominikanischen Profess, die sie mit uns verbindet als Mitglieder der gleichen Familie. Außerdem sind sie uns zeitlich so nah, dass einige sie sogar kannten, sie als Professoren hatten, ihre Stimme, ihre Hoffnungen und Befürchtungen hörten. Diese selig gesprochenen Martyrer stehen uns sehr nahe: Sie wurden in unseren Land geboren, lebten in den Konventen, in denen wir leben, beteten und predigten in den gleichen Kirchen wie wir und führten ein dem unseren sehr ähnliches Leben. Der dominikanische Lebensweg führte sie dazu, zu verstehen und zu leben, was der Psalmist beschreibt: „Deine Gnade ist mehr wert als das Leben." Und die Gnade fehlte ihnen nicht, sondern stärkte sie, um in Zeiten großer Schwierigkeiten und des Leidens treu zu bleiben. Ihrer dankbar zu gedenken, bedeutet, unserem Erbe treu zu sein.
Wir können uns viele der Heiligen vorstellen, die wunderbare Taten vollbrachten und ein außergewöhnliches Leben führten. Doch diese unsere Mitbrüder, die uns so nahe sind und täglich die Orte und Wege begingen, wo wir uns bewegen, sprechen uns von einer anderen Heiligkeit, von jener, die im Lebensalltag, in der einfachen Treue zur Nachfolge Christi errungen wird, einer Treue, die sich im Leiden bis zum Ende in der Hingabe des eigenen Lebens erweist. Niemals war die Heiligkeit so griffbereit auf dem gewöhnlichen und alltäglichen Weg von aus dem gleichen Holz wie wir geschnitzten Personen. Es ist nicht befremdlich, dass das Zeugnis unserer Mitbrüder uns bewegt!
Der Tod Jesu Christi, des Martyrers schlechthin, war nicht ein von seinem Leben isoliertes, damit nicht verbundenes Ereignis, sondern vielmehr dessen Höhepunkt. Das gilt auch für Leben und Tod seiner Jünger. Wie jeder Martyrer der christlichen Geschichte wollten unsere Mitbrüder lieber einen gewaltsamen Tod erleiden, als dem Zeugnis, das sie während ihres ganzen Lebens gegeben hatten, untreu zu sein. Es ist also vor allem durch das eigene – bis auf den Grund gelebte – Leben, dass der Christ dazu gelangt, Martyrer zu sein. In diesem Sinn lässt sich das Martyrium nicht improvisieren, sondern es reift in der kleinen Treue jedes Augenblickes in der Nachfolge Christi.
Mit dieser Seligsprechung will die Kirche Gott verherrlichen und ihm danken, sie sucht das Wohl des Menschen. In der Tat besteht ihr Ziel darin, uns treuer zu machen im in Schwierigkeiten gelebten Glauben, fähiger, den anderen zu vergeben, empfindsamer gegenüber den Leiden so vieler Opfer in unserer Welt, aktiver für Versöhnung und Frieden. Es steht fest, dass die Feier uns zwingt, uns eine geschichtliche Vergangenheit in Erinnerung zu rufen, die jeden von uns gefühlsmäßig auf unterschiedliche Weise geprägt hat. Aber wenn in der Hl. Schrift davon die Rede ist, zu gedenken, bezieht sie sich vor allem auf die Enthüllung der göttlichen Barmherzigkeit. Das Gedenken ist verknüpft mit der Stärke die Gott den Schwachen gibt, mit der Vergebung der Untreue und mit dem Atem, den er einhaucht, um weiterhin auf seine Verheißungen zu hoffen, während wir die Geschichte durchschreiten. Wir sind im Sinne von Bibel und Evangelium zum Gedächtnis gerufen, nicht im Sinne der Politik oder einer Ideologie. Deshalb wollen wir die Seligsprechung als Impuls zu Mitleid und Verständnis, zu echter Versöhnung auffassen, ausgehend von der Gedächtnisfeier und der Freude über die kirchliche Anerkennung.
Es gibt keine größere Autorität als die des Martyrers, dessen Zeugnis echtes Licht für unsere Schritte ist. Zu dem, was uns sein Zeugnis lehrt, gehört eine bestürzende Erinnerung. Besonders beunruhigend für die, die wir ein ziemlich bequemes und bürgerliches Christentum leben. Wir werden daran, erinnert, dass die Nachfolge Jesu gefährlich ist. Ihm nahe zu bleiben, bringt Gefahren mit sich. Solange diese Bedrohung nicht erfahren wird, kann eine christliche Identität nicht reifen, und es wird nicht verstanden, wo der Platz des Christen in der Welt ist. Vielleicht liegt der Grund, warum die Martyrer von einem unfassbaren Wunsch nach dem Martyrium erfüllt sind, darin, das Leben des Meisters ganz nachzubilden zu wollen. In einem Christentum ohne Gefährdung um des Reiches Gottes willen wird die Hoffnung verdunkelt. Daher sind unsere Martyrer vor allem „ein Zeichen der Hoffnung".
Der Tod der christlichen Zeugen ist verbunden mit dem der anderen Opfer der Gewalt-spirale. Der Tod unserer Mitbrüder steht auf einer unglücklichen Seite unserer Geschichte, die zahlreiche Opfer forderte. Ihr Blut mischte sich mit dem vieler Männer und Frauen. Wenn wir Christen der Martyrer gedenken, gilt unser Gedächtnis nicht nur unseren, sondern allen Opfern, welcher Seite sie auch angehören mögen, denn alle Opfer stehen auf der gleichen Seite. Die dem Evangelium entsprechende Sensibilität gegenüber den Leidenden lässt uns die geheimnisvolle Communio aller unschuldigen Opfer der Leidensgeschichte sehen. Diese Sensibilität für das Leiden steht jenseits von Ideologien und Politik und ist vielleicht das Einzige, was uns von jedweder Art von Totalitarismus zu befreien vermag.
Da sie unsere Mitbrüder sind, zählen wir auf die Fürsprache der neuen Seligen. Nichts wird uns mehr zum Wohl gereichen, als im Licht des Zeugnisses derer zu leben, die unsere vorbildlichen Mitbrüder sind. Die Urkirche hatte genug Licht, in der Geschichte ihren Weg zu finden, indem sie sich am Zeugnis der ersten Martyrer des Glaubens orientierte. In gleicher Weise wird das Leben verschiedener Martyrer des 20. Jahrhunderts, die unsere Mitbrüder sind, für uns zur Fackel, das unsere Zukunft erleuchtet. Wir haben von ihren Tugenden, von ihrem Mut, von ihrem Glauben, von ihrer Vergebungsbereitschaft gehört. Nun stellt die Kirche sie als Vorbild christlichen Lebens für das ganze Volk vor.
Ich ermutige Euch, Gesicht und Biographie jedes einzelnen unserer 37 selig gesprochenen Mitbrüder kennenzulernen. Jeder von ihnen ist eine leuchtende Fackel. Gewiss wird es unter ihnen allen für jeden von uns einen geben, mit dem wir uns etwas mehr identifizieren. Der 7. November, das Fest aller Heiligen und Seligen des Ordens, lädt uns ein, uns zu freuen und in jeder unserer Kommunitäten das Ereignis ihrer Seligsprechung in besonderer Weise zu feiern. Mögen sie fürbittend eintreten für eine in der Nachfolge Jesu treuere, in Gefahr hoffnungvollere, sich eifriger für Frieden und Versöhnung einsetzende, für das Leid unserer Welt sensiblere Provinz Spanien!
Fr. Francisco J. Carballo Fernández OP
Provinzial der Provinz Spanien
ORIGINAL: SPANISCH
Das Generalkapitel, das vom 18. Juli bis 8. August im Konvent des hl. Dominikus in Bogotá, Kolumbien, gefeierte wurde, bat den Ordensmeister, zusammen mit seinem Rat zu entscheiden und bekannt zu geben wann und wo das nächste Generalkapitel stattfinden soll (Akten, Nr. 314).
Nach der Besprechung der verschiedenen Vorschläge während der im November abgehaltenen Vollversammlung des Generalkapitels entschied der Ordensmeister zusammen mit seinem Rat, dass das nächste Generalkapitel, das ein Wahlkapitel sein wird, in der Stadt Bangalore (Indien) stattfinden werde mit Beginn am 1. Oktober und Ende am 28. Oktober 2010.
Weitere Information werden zu einem späteren Zeitpunkt gegeben.
BERICHT ÜBER DAS TREFFEN DER REGENTEN UND MODERATOREN LATEINAMERIKAS
Auf Einladung von Fr. Marcio Couto, Socius des Ordensmeisters für das Intellektuelle Leben, und Fr. Carlos Cáceres, Promotor für die Ausbildung und das Intellektuelle Leben der Interprovinziellen Konferenz der Dominikaner in Lateinamerika und der Karibik (CIDALC), trafen sich vom 29. Oktober bis 2. November 2007 in der Stadt der hl. Rosa, des hl. Martin de Porres und des hl. Macias, in Lima (im Haus der hl. Rosa), die Studienregenten und –moderatoren der Entitäten des Predigerordens in Lateinamerika.
Der Promotor der CIDALC rief uns im Licht des letzten Generalkapitels in Bogotá zusammen, um auf vier Zielsetzungen hinzuarbeiten:
• dem Stand des intellektuellen Lebens des Orden in Lateinamerika den Puls fühlen;
• Einbindung der Studienregenten und – moderatoren in gemeinsame Aktionen, die die Interprovinzialität begünstigen;
• Ausführung von Aktionen, die die vom Generalkapitel von Bogotá 2007 definierte Strategie für die intellektuelle Sendung des Ordens unterstützen;
• Steigerung des Promotorendienstes für Ausbildung und Intellektuelles Leben der CIDALC durch gemeinsame Strategien und Aktionen während des Zeitabschnitts 2007-2010.
Während dieser Tage der Reflexion, der Arbeit und des Analysierens begleiteten uns die studierenden Brüder täglich durch ihre brüderliche Gesellschaft beim Gebet und bei der Gestaltung von Laudes und Vesper. Zu erwähnen ist, dass die durch die anwesenden höheren Oberen sowie Fr. Marcio und Fr. Ángel Maestro belebte Liturgie dieser Tage echte Momente der Tiefe und der Konfrontation mit dem Wort Gottes in unserem Leben darstellten.
Am ersten Tag, den 29. November, trafen die Regenten und Moderatoren Lateinamerikas und der Karibik ein:
Fr. David Díaz und Fr. Luis Javier Rubio (Provinz Mexiko),
Fr. Carlos Cáceres und Fr. Carlos Villa-lobos (Provinz Zentralamerika),
Fr. Francisco Javier Martínez (Vikariat der Provinz Spanien in der Dominikanischen Republik),
Fr. Mario Rodríguez (Generalvikariat Puerto Rico),
Fr. Luis Alberto Orozco und Fr. Adalberto Cardona (Provincia Kolombien),
Fr. Juan José Salaverry (Provinz Peru),
Fr. Daniel Wankun (vom Vikariat der Provinz Spanien in Peru),
Fr. José Luis de Miguel (Vikariat des hl. Laurentius, Chile),
Fr. Serman Zavala (vom Vikariat der Teutonia in Bolivia),
Fr. Johny Luján (vom Vikariat der USA in Bolivia),
Fr. Rafael Cúnsulo (Delegierter der Provinz Argentinien),
Fr. Osvaldo Rezende (Provinz Brasilien),
Fr. Ángel Maestro (eingeladen aus der Provinz Spanien),
Fr. Marcio Couto (Socius des OM für das Intellektuelle Leben. Rom),
Fr. Carlos Sánchez (eingeladen als Pro-motor der Dominikanischen Familie für Lateinamerika).
Für ihre Abwesenheit entschuldigten sich Fr. Manuel Uña (vom Vikariat Kuba) und Fr. Ramón Figueras (vom Vikariat von Aragon im südlich Lateinamerika).
Der erste, von Fr. Marcio begleitete Teil des Vormittags galt der Reflexion und den Herausforderungen seitens des Generalkapitels von Bogotá im Hinblick auf das Umreißen einer Strategie für das intellektuelle Leben des Ordens. Es bestand Gelegenheit dem Socius des OM in Bezug auf das Thema Fragen zu stellen. Diesen und den folgenden Tag (30. November) widmeten wir der Auswertung und Reflexion ausgehend von Schwierigkeiten, Erfolgen und Herausforderung der einzelnen Entitäten, damit wir in diesem Kontext unserer dominikanischen Realität in Bezug auf Studium einen Überblick gewinnen.
Mit der Gesamtheit dieser Realität ermöglichte das Team der Schriftführer uns, wertvolle Information zusammenzutragen, die die Grundlage des situationsmäßigen Rahmens unserer Studien sein kann und die intellektuelle Strategie anvisiert, die das Kapitel für das Welttreffen der Regenten in seiner Petition im Sinne hatte. Allerdings ist diese Anstrengung durch den Socius und den Promotor der CIDALC zu ergänzen, um eine Analyse der objektiven Realität der Studia und Institutionen der aus verschiedenen Gründen nicht vertretenen Entitäten vorzulegen. In dieser Analyse treten Arbeitsüberlastung der Brüder, Krise der Institutionen, Last der Seelsorge oder Desinteresse an der ständigen Weiterbildung als das intellektuelle Leben bedrohende Faktoren in Erscheinung. Angesichts dessen jedoch erscheinen der Eifer für fleißiges Studium und die Anstrengungen der Provinzen für die Qualifizierung der Brüder und die Erneuerung unsere Studia als Konstanten in den neuen Vorstellungen vom intellektuellen Leben des Ordens.
Nach der Erforschung der sich in unserer Entitäten zeigenden Realität konnten wir nach Zonen der CIDALC arbeiten und zu-gleich diese neuen Vorstellungen vom intellektuellen Leben wahrnehmen, die dem dominikanischen Leben und der dominikanischen Sendung in Lateinamerika entsprechen. Daher wurden Beteiligung und Beitrag der Brüder im Hinblick auf realistische Vorschläge bewertet, die in konkreteren Plänen der Zusammenarbeit umrissen werden müssen und die für die Arbeit des neuen Promotorendienstes für Ausbildung und Intellektuelles Leben die Richtung weisen. Die Zonen der CIDALC stellten realistische Initiativen für die intellektuelle Aufgabe des Ordens zusammen, die, so ist zu hoffen, von den Verantwortlichen der Entitäten aufgegriffen und befördert werden.
Am Abend erfreuten wir uns der Begegnung und des Wortes der Brüder; in jeder der verschiedenen Wirklichkeiten des Kontinents kommt ein viel versprechendes Talent zum Ausdruck. So hatten wir am 1. November Gelegenheit, von den Initiativen vor Ort zu hören, etwa vom Plan für das Graduiertenstudium der Dominikaner in Peru unter Leitung der Fakultät San Esteban in Salamanca. Dies war auch die Gelegenheit, das Projekt der künftigen Theologischen Fakultät der Provinz Kolumbien kennenzulernen, und für die Provinz Zentralamerika für die Unterstützung und die Präsenz der Schwesterprovinzen durch die Beteiligung seitens der Studenten während der achtjährigen Existenz des Theologielehrstuhls als alternativer Raum für das theologische Denken der Brüder in Ausbildung zu danken.
Nach der Auswertung des Treffen besuchten wir das Kulturzentrum Pio Aza des Vikariats der Provinz Spanien in Peru, wo wir die staunenswerte Treue und Hartnäckigkeit unserer Missionare zum Wohle der indigenen Brüder des peruanischen Urwalds bewunderten. Nach dieser „Ermüdung" bedurften wir einer verdiensten, aber sehr kurzen Erholung. Bald brachen wir auf zum Heiligtum der peruanischen Heiligen, wo wir herzlich aufgenommen wurden in die Kreuzgänge, die an den bekanntesten und heiligen Frater Cooperator von Lima erinnern. Am späten Nachmittag gingen wir durch die Stadt, ihre Straßen, Alleen und Parks. Die Tagung wurde im Restaurant „Dama Juana" beschlossen, wo wir peruanische Speisen verkosteten und der Vorführung von peruanischen Tänzen beiwohnten.
Wir danken Gott für die Brüderlichkeit, die Anstrengungen der Brüder, sich auf das intellektuelle Rüstzeug des Ordens zu besinnen, und damit für die ständige Erinnerung daran, dass das eifrige Studium uns befähigt und dazu formt, mitfühlende Personen zu ein im Dienste des Reiches Gottes.
Wir danken der Provinz des hl. Johannes des Täufers und dem Vikariat der hl. Rosa in Peru, dem Solidaritätsfond der CIDALC, die den Aufenthalt und die notwendige Unterstützung für dieses Treffen ermöglichten.
Cidalc al Dia
Noticias
ORIGINAL: SPANISCH
Das gesetzte Dreijahresziel, nämlich ‚Stark im Glauben, kühn in der Hoffnung und tätig in der Liebe’ verfolgend, kam die Vereinigung der Dominikanerinnen von Malta und Italien (USMID) vom 19.-21. Oktober in Rom, in einer schönen Niederlassung in der Via di Valcannuta, zu ihrem Jahrestreffen zusammen, das dem Thema ‚Die Hoffnung in der dominikanischen Leitung’ gewidmet war.
Das Treffen, das gemäß den Statuten für die Generalpriorinnen und Provinzialinnen der (an die zwanzig) verschiedenen aus Italien stammenden und in Italien wirkenden Kongregationen bestimmt ist, stand diesmal auch den Rätinnen offen, so dass die Reflexion über dieses wichtige Thema noch reichhaltiger und interessanter sei. Zur großen allgemeinen Zufriedenheit kam der aus Malta stammende P. Giorgio Frendo, der seit vielen Jahren Missionar in Albanien und seit Kurzem Weihbischof von Tirana, der Hauptstadt dieses Landes, ist, um uns das Brot der Hoffnung in der dominikanischen Leitung zu brechen.
Die Reaktion der Kongregationen auf die Einladung war gut: 16 Kongregationen waren anwesend, davon 10 mit der eigenen Generalpriorin und drei mit der Provinzialin. In gewissem Sinne sahen wir, die Vereinigung sich neu festigen durch die Teilnahme einiger Gruppen, die seit einiger Zeit aus dem einen oder anderen Grund nicht hatten dabei sein können. Die wenigen nicht anwesenden Kongregationen haben sich telefonisch gemeldet, um die Unmöglichkeit ihrer physischen Teilnahme kundzutun.
Die Nachforschung hat gezeigt, über welche Dinge eine Reflexion notwendig ist und in welcher Weise: Das Thema der Hoffnung, eine Tugend, die in der heutigen Gesellschaft in der Krise steckt und oft unter uns etwas schwach ist, fand uns durstig vor, und diese große und starke Tugend bahnte sich in unseren Herzen Bahn und setzte den Willen in Bewegung.
Die Anwesenheit von P. Girogio Frendo tat uns gut: ein echter Mitbruder, demütig, vorbereitet, tiefsinnig, klar. Seine Art und Weise, uns das Wort darzubieten war herzlich, erfahren, respektsvoll gegenüber unserer Fraulichkeit und unserer Mannigfaltigkeit, aber auch anregend für das, was uns eint und uns zu Mitgliedern der gleichen Familie macht.
Einmütiger Aussage zufolge, festigt sich das Leben der Vereinigung bei jeder neuen Begegnung und wächst die Communio unter den Kongregationen und den verschiedenen Schwestern.
Bereichert wurde unser Treffen am Anfang auch durch die Anwesenheit von Sr. Maria Fabiola Velasquez, der neuen Koordinatorin von DSI: Ihr Gruß und ihre Worte haben uns ermutigt und uns umso mehr fühlen lassen, dass die USMID eine offene Realität ist und unterwegs auf den Straßen zu einer ausgedehnteren Vereinigung ohne Grenzen, die nicht nur Europa umfasst, sondern die ganze Welt.
Auch der Besuch bei den kontemplativen Schwestern des Rosenkranzklosters auf dem Monte Mario war ein bedeutsamer Augenblick: Zusammen im Kontext des achthundertjährigen Gründungsjubiläums des weiblichen dominikanischen Lebens an der Eucharistie teilzunehmen, der Geschichte zu gedenken, die dieses Kloster unmittelbar mit dem hl. Dominikus verbindet, war wichtig und ermutigend und kam zu den anderen während des Treffens eröffneten Wege der Hoffnung hinzu.
Schließlich traf der Rat der USMID während eines halben Tages mit dem Komitee der Provinziale Italiens (CPDI) und mit dem neuen Assistenten des Ordensmeisters für Italien und Malta, P. Bernardino Prella, zusammen, um den Familiensinn zu stärken durch den Austausch über die wichtigsten Punkte des Generalkapitel in Bogotá und um die zusammen durchzuführenden Aktivitäten zu organisieren vor allem in der Ausbildung und Jugendpastoral.
Wir sind überzeugt, dass der hl. Dominikus unter uns war, zufrieden mit den bescheidenen, aber aufrichtigen Schritten, di seine Töchter und Söhne im Glauben, in der Hoffung und in der Liebe vollziehen.
Sr. Dolores Foralosso
Sekretärin der USMID
ORIGINAL: ITALIENISCH
FEIERLICHKEITEN ANLÄSSLICH DES 750. TODESTAGES DES HL. HYAZINTH
Am 15. Oktober 2007 begann mit einem Hochamt in der Basilika Santa Sabina in Rom eine Wallfahrt des Klerus und der Laien der Kirchenprovinz Kattowitz in Polen (Schlesien), die anlässlich des 750. Todestages des hl. Hyazinth Odrowy, des ersten polnischen Dominikaners und des Patrons der Provinz Kattowitz, organisiert wurde. Fr. Krzysztof Poplawski O.P., Provinzial der polnischen Provinz der Dominikaner, wurde dazu eingeladen.
Metropolitanerzbischof Damian Zimon sagte, dass der hl. Hyazinth ein großer Missionar des mittelalterlichen Europas gewesen sei und dass wir auch heute den Missionsgeist bräuchten. Der hl. Hyazinth kam nach Schlesien, nachdem er in Rom vom hl. Dominikus eingekleidet worden war. „Das ist es, was wir in die moderne Sprache übersetzen wollen: Missionsgeist, Offenheit, Gemeinwohl – all das muss in Polen jederzeit grundgelegt werden. Was ich meine, ist, dass wir neue Horizonte eröffnen sollten, um so zu zeigen, dass es – so wie wir in Schlesien Kohlelagerstätten haben – im christliche Glauben die Hinterlegung der Frohbotschaft gibt", sagte der Metropolit von Schlesien.
Die Wallfahrt dauerte drei Tage. Zum Programm gehörten u.a. eine internationale wissenschaftliche Tagung über das Charisma des hl. Hyazinth, die an der St.-Thomas-Universität (Angelicum) in Rom stattfand, die Uraufführung eines Filmes über den hl. Hyazinth und ein Galakonzert des Schlesien-Ensembles im Vatikan.
Am Mittwoch, den 17. Oktober, wurde vor der Generalaudienz Papst Benedikts XVI. auf dem Petersplatz das restaurierte Bild des hl. Hyazinth vom Hochaltar der polnischen Nationalkirche St. Stanilaus in der Via delle Botteghe Oscure geweiht.
In diesem Jahr feiern die polnischen Dominikaner den 750. Todestag des hl. Hyazinth. Zum Programm der Feierlichkeiten gehören u.a. eine Vortragsreihe über kontemplatives Gebet – „Neun Gebetsweisen des hl. Dominikus" –, das XI. dem hl. Hyazinth gewidmete gesamtpolnische Treffen am Lednica-See, Mittwochtreffen am Grab des hl. Hyazinth in Krakau samt Messe. Ende Oktober fand in Krakau ein Symposium über Rolle und Platz der Bettelorden in der Geschichte der Königsstadt Krakau statt.
ORIGINAL: ENGLISCH
Liebe Brüder und Schwestern der Dominikanischen Familie,
Grüße aus Australien, dem Gastgeberland des in Sydney stattfindenden Weltjugendtages 2008. Dieses Schreiben soll dazu dienen, Ihnen einige grundlegende Informationen über die Vorbereitungen seitens der Provinz der Assumptio zu liefern und um Einzelheiten zu bitten bezüglich eines Mitbruders oder einer Kontaktperson, mit der wir uns im Hinblick auf unsere Arbeit in Verbindung setzen können.
Der Weltjungendtag im Juli 2008 verspricht, ein einzigartiges Ereignis in der Kirchengeschichte dieses Landes zu sein. Aufgrund des reichen Erbes, das unser Vater Dominikus uns hinterlassen hat, haben wir Dominikaner den jungen Aposteln, die nach Sydney kommen werden viel zu bieten.
Der Konvent der Brüder und ihre Pfarrei St. Jakobus in Glebe zeichnen sich durch eine günstige Lage aus, dreißig Gehminuten vom Geschäftszentrum Sydneys entfernt. Zu unserem Apostolat gehören auch die Pfarrei St. Benedikt am Broadway, fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, und die Seelsorge an der Universität von Sydney und an der Notre-Dame-Universität. Wir beabsichtigen, während des Weltjugendtages alle unsere Standorte als Ort der Predigt zu nützen nebst eines Standes bei der Berufungsmesse im westlich des Stadtzentrums gelegenen Darling Harbour. Weitere Einzelheiten werden bald mitgeteilt.
Würden Sie diesen Brief freundlicherweise an den Mitbruder oder die Kontaktperson weiterleiten, die unsere WJT-Verbindungsperson sein soll, und sie bitten, mit uns Kontakt aufzunehmen über E-mail: dom.murphy@op.org
Wir freuen uns, von Ihnen und Ihrer Provinz zu hören.
Brüderlich in unserem hl. Vater Dominikus,
Fr. Thomas Cassidy O.P.
Provinzial
Fr. Dominic Murphy O.P.
Beauftragter für das Projekt WJT ‘08
ORIGINAL: ENGLISCH
NEUER PROVINZIAL IN ARGENTINIEN
Fr. Pablo Sicouly wurde zum Provinzial der Provinz des hl. Augustinus in Argentinien gewählt. Die Wahl wurde am 21. November 2007 durch den Ordensmeister, Fr. Carlos Azpiroz Costa O.P., bestätigt.
Fr. Pablo wurde am 19. August 1954 geboren. Er machte am 23. Februar 1980 Profess und wurde am 6. März 1986 zum Priester geweiht.
Die CIDALC (Interprovinzielle Konferenz der Dominikaner in Lateinamerika und der Karibik) gratuliert ihm und begleitet ihn im Gebet.
Zugleich wünschen wir Fr. Javier Pose nach den acht Jahren im Dienste seiner Provinz eine Zeit der Erholung, bevor er die neue Verantwortung als Socius des Ordensmeisters für Lateinamerika und die Karibik und als Vorsitzender der CIDALC übernimmt.
Das CIDALC-Team
Quelle: Cidalc al Dia - Noticias
ORIGINAL: SPANISCH
GIORGIO LA PIRAS SELIGSPRECHUNGSPROZESS SCHREITET ZÜGIG VORAN
„Giorgio La Piras Seligsprechungsprozess schreitet zügig voran. Wir können keine zeitlichen Prognosen machen, aber es ist eine Causa, die allen am Herzen liegt", erklärte Kardinal José Saraiva Martins C.F.M., Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse in einem am Vorabend des 5. November, an dem er in der Basilika San Marco in Florenz anlässlich Giorgio La Piras (1904-1977) 30. Todestages und anlässlich der Segnung seines neuen Grabmals eine hl. Messe feierte, der Tageszeitung des Hl. Stuhles, dem „L’Osservatore Romano" gewährten Interview.
Der Leichnam des „heiligen Bürgermeisters" wurde nämlich vom am Stadtrand gelegenen Friedhof von Riferi, wo er 1977 begraben wurde, in das Innere der Basilika übertragen, wo er als Dominikanerterziar am Gebet der Brüder teilzunehmen pflegte.
Es war die Kongregation, die im Zusammenhang mit dem Seligsprechungsprozess, der am 9. Januar 1986 durch Kardinal Silvano Piovanelli eröffnet wurde und für den am 6. Mai 2005 von Kardinal Ennio Antonelli sechzehn Aktenbehälter nach Rom gesandt wurden, diese Neubestattung verlangt hatte. „Zu Recht also erwarten so viele Menschen darauf, dass bald der Tag komme, an dem seine Erhebung zur Ehre der Altäre erfolgt", fuhr Kardinal Saraiva Martins fort.
„Ich kannte La Pira, als ich Seminarist in Rom war. Er faszinierte mich sofort. Und ich habe ihn immer im Auge behalten. Meine Bewunderung für ihn wird immer größer. Für mich ist er einer der größten Vorbilder der Heiligkeit von Laien", erklärte er.
Dann fügte er hinzu: „Die Welt, die Kirche braucht Heilige wie La Pira. Ich denke an seinen Mut, seine Hoffnung, sein Christsein ohne Angst, den eigenen Glauben in jeder Situation zu bekennen".
Sodann lobte der Purpurträger „sein Zeugnis für die Armut", „seine Loslösung vom Geld, sein Gehen durch die Straßen der Stadt mit der Freude dessen, der wirklich arm ist mit den Armen."
„Deshalb ist sein prophetisches Zeugnis nicht überholt, es ist in Christus verankert", fuhr er fort.
Sein eigentliches Charisma, so erklärte er, war „die Fähigkeit, Zeuge der christlichen Hoffnung zu sein, wo auch immer, in der Kirche, im öffentlichen Leben, in der Welt."
Giorgio La Pira wurde am 9. Januar 1904 in Pozzallo (Ragusa) geboren und stammte aus bescheidenen Verhältnissen. Er erwarb den Doktortitel der Jurisprudenz und begab sich nach Florenz, wo er 1934 den Lehrstuhl für römisches Recht erhielt, und führte die St.-Proklos-Messe zum geistlichen und materiellen Beistand für die Armen ein, die benannt wurde nach der verlassenen Kirche, wo diese ursprünglich stattfand.
1924, im Alter von zwanzig Jahren, begegnet er Christus und erlebt „das erste hl. Ostern". Zwischen 1929 und 1939 entfaltet er eine rege Tätigkeit als Gelehrter, wodurch er mit der Katholischen Universität von Mailand in Berührung kommt. Er widmet sich voll und ganz der Katholischen Aktion der Jugend und der katholischen Publizistik und schreibt in zahlreichen Zeitschriften, auch im berühmten Frontespizio.
1939 gründet und leitet er die Zeitschrift Principi, in der er – inmitten des faschistischen Regimes, das bald dessen Herausgabe verbietet – die christlichen Voraussetzungen für eine authentische Demokratie darlegt.
Dann kommt das Jahr 1943, in dem das Untergrundsblatt San Marco das Licht der Welt erblickt, während die Geheimpolizei alles tut, um ihn festzunehmen. Im darauf folgenden Jahr hält er auf Initiative des Istituto Cattolico Attività Sociali am Ateneo Lateranense einen unter dem Titel „Die Vorsetzungen der Politik" veröffentlichten Vorlesungskurs.
Als Bürgermeister von Florenz von 1951 bis 1958 und von 1961 bis 1965 hinterlässt er durch die zahlreichen Maßnahmen im Verwaltungsbereich und die außerordentlichen Initiativen politischer und sozialer Art im Bewusstsein und Antlitz dieser Stadt eine unauslöschliche Spur. Überaus zahlreich sind die von ihm geförderten Werke zur Neugestaltung der Stadtrandgebiete, und stets setzte er sich für die Verteidigung der Arbeiter und für die Unterstützung der Armen ein.
Er spielte eine bedeutende Rolle bei der Ausarbeitung der Verfassung, indem er den immanenten Wert der menschlichen Person und die Unverletzlichkeit ihrer Grundrechte verteidigte, und er kämpfte auch für die Ein-fügung des Rechtes auf Arbeit als unveräußerliches Element der Menschenwürde.
Am 6. Januar 1951, als er in Rom in der Chiesa Nova vor dem Altar des hl. Philipp Neri betete, begriff La Pira, dass seine neue Berufung darin bestehe, sich ganz dem Frieden zu widmen.
In einem unveröffentlichten Brief vom 16. April 1974, auf den der L’Osservatore Romano (4. November 2007) hinwies, schrieb er, dass der Frieden abhänge vom Frieden der Familie Abrahams und vom politischen, geschichtlichen und geographischen Schicksal der Völker, die im Hl. Land leben.
1959 begab La Pira sich in die UDSSR und sprach vor dem Obersten Sowjet im Kreml außer der Frage der Abrüstung auch das Thema der Religionsfreiheit als wesentliches Element eines vollständigen Prozesses friedlichen Aufbaus an. Bei den Begegnungen mit den Intellektuellen des Landes jedoch mahnte er mehrmals dazu, sich vom Wrack des Staatsatheismus zu lösen.
Emblematisch sind die „Tagungen für den Frieden und die christliche Zivilisation», die La Pira von 1952 bis 1956 mit dem Ziel förderte, die Freundschaft zwischen Christen, Juden und Muslimen zu fördern.
La Pira arbeitete immer im Dienst des Gemeinwohls und entzog sich dem Machtstreben, dem Jagen nach Prestige und dem Verfolgen persönlicher Interessen. In einer beständigen Spannung zwischen Kontemplation und Aktion speiste er den Einsatz im zivilen und politischen Bereich immer durch das Gebet.
Er hegte eine tiefe Verehrung für die Hlgst. Dreifaltigkeit und in Bezug auf die Bedeutung der Eucharistie erklärte er: „Das Christentum ist ganz in der Eucharistie […]. So wird der Leib Christi, das christliche Volk, die Stadt Gottes aufgebaut und nach ihrem Vorbild die menschliche Stadt […]. Die Eucharistie gestaltet das Volk des Herrn, baut die Städte, die Völker, die Nationen und die Zivilisation auf."
ROM, Montag, den 5. November 2007
Quelle: www.zenit.org
ORIGINAL: ITALIENISCH
… ich beglückwünsche Sie zu dem Guten, das IDI leistet. Ich lese es ganz, denn ich lieber den Orden, so wie das ein in Caleruega, Burgos, Spanien, geborener Dominikaner vermag.
Ich danke für das, was Sie über die Martyrer in Spanien und besonders über den seligen Buenaventura Garcia Paredes O.P. brachten. Von den 74 Martyrern waren an die 20 meine Lehrer oder Studiengefährten. Mit meinen 95 Lebensjahren und 80 Jahren Profess hoffe ich, dass sie mich nun im Himmel erwarten.
Ihr Fr. Vicente M. Peña O.P.
San Antonio - USA
ORIGINAL: ENGLISCH