IDI - Februar 2008 - N° 459

15 February 2008

INHALT:


RAUL VERA LÓPEZ: „ICH WURDE VON DEN ARMEN EVANGELISIERT"
AUSZEICHNUNG FÜR DIE VERTEIDIGUNG DER MENSCHENRECHTE

MEXIKO STADT – Raúl Vera López, Bischof der Diözese Saltillo, Coahuila, der sich selbst als jemanden bezeichnet, der von den Armen evangelisiert wurde, und nicht als Evangelisierer der Armen, bekräftigt, dass es sich in Mexiko in Bezug auf die Menschenrechte um „einen deprimierenden Zustand, eine heikle Situation" handelt, weil seitens der Verantwortlichen dieses Landes, die auf schändliche Weise das Verbrechen decken, die Rechtstaatlichkeit aufgegeben wird.

Einige Stunden nach dem Empfang der Verdienstmedaille, die ihm am Dienstag, den 11. Dezember, durch das Netz „Alle Rechte für alle" für seine Arbeit zur Verteidigung der Menschenrechte verliehen wurde, berichtet der Bischof ausführlich über seinen Werdegang und versichert, die Dominikaner hätten ihn „von einer bürgerlichen Sicht weggeholt" und er habe in der Gemeinschaft die soziale Dimension kennengelernt, wie er in einem Interview mit Cimac noticias andeutet.

Diese institutionelle Passivität illustriert er mit den Witwen, die die Explosion in der Mine Nr. 8 in Pasta de Conchos hinterlässt. Sie werden in erniedrigende Weise behandelt. Außerdem zeigt das Gutachten des „Sekretariats für Arbeit", dass die Konstruktionsmethoden eines Tunnels der Technik vor 200 Jahren entsprechen. Die Folgen: Der Tod von 65 Bergleuten.

Ein zweiter Fall, der das Leben von 22 Arbeitern auf der Plattform „Usumacinta" des staatlichen Mineralölkonzerns Petroleos Mexicanos (Pemex) forderte, wo die von privater Unternehmen unter Vertrag genommenen Arbeiter sich seit 2005 gewerkschaftlich organisieren wollten, um ihre Arbeitbedingungen zu verbessern, was ihnen von dem Betrieb nicht gestattet wurde.

Und dann Lydia Cacho und die Resolution des Obersten Mexikanischen Gerichtshofes, durch die nicht nur die Rechte der Journalistin verletzt werden, sondern der Prostitution und dem Sextourismus mit Kindern Tür und Tor geöffnet werden.

Das sind Tatsachen, so klagt der Bischof von Saltillo, die eine permanente Verletzung der Menschenrechte, soziale Ungerechtigkeit und Straffreiheit offenbaren, die weitere Auswirkungen nach sich ziehen: Merril Lynch, eine der größten Finanzgesellschaften der Welt, weist darauf hin, dass Mexiko und Taiwan nicht in der Gunst der Investoren stehen.

VON DER INGENIEURWISSENSCHAFT ZUM PRIESTERTUM

Raúl Vera López, Chemieingenieur der Universidad Nacional Autónoma de Mexico (UNAM) erlebte die 68er-Bewegung noch als Student. Er tauschte die Möglichkeit, ein reicher Mann zu sein, ein gegen Solidarität und Kampf für die am meisten Entrechteten, als er am 29. Juli 1975 im Predigerorden, dem er seit 1968 angehört, zum Priester geweiht wurde.

„Es ging mir darum, aus der Nähe zu erleben, was sich innerhalb der universitären Bewegung tat, das Trachten nach Veränderungen im Land, wo das Leben der Nation verarmte", berichtet Vera López, der am 6. Januar 2008 auf 20 Jahre als Bischof zurückblicken kann, da er 1988 von Papst Johannes Paul II. die Bischofsweihe empfing.

Er fing also an zu den Armen zu gehen. Zuerst in Guerrero, Chiapas, und dann in Coahuila, nicht ohne zuvor in andren Gemeinden gewesen zu sein, die ihn evangelisiert haben. Dazwischen war er Novizenmeister.

Da er in der Lehre des hl. Thomas von Aquin, die auf Prinzipien gründet, die die menschlichen Strukturen der Gesellschaft garantieren, unterwiesen war, war es für ihn „normal", dass die Kirche sich mit den heißen Themen befasst, die das Leben de Gesellschaft betreffen und zu tun haben mit der Förderung des Menschen, so sagt er, während ihm die Enzyklika Paul VI. einfällt, „der Mensch des Dialogs mit der zeitgenössischen Kultur".

Vera López weist darauf hin, dass Paul VI. in der Verkündigung des Evangeliums die Pastoralarbeit der Kirche mit der Gerechtigkeit in Verbindung bringt, indem er die Förderung des Menschen nicht in oberflächlicher, sondern in organischer Weise integriert. Er geht davon aus, dass die Kirche nicht in der Lage ist, Menschen zu evangelisieren, wenn sie sich von den historischen Bedingungen, von denen sie betroffen sind, fern hält… Die Kirche muss die Gerechtigkeit wieder herstellen, wo sie nicht vorhanden ist.

Der einzige Bischof aus dem Predigerorden, den es in Mexiko gibt, behauptet auch, dass die Evangelisierung oberflächlich bleibt, wenn die Kirche nicht die Person und diese Person nicht ihre gesellschaftliche Umgebung verändert.

EIN RAUM DER HOFFNUNG

Als Bischof einer der ärmsten Gebiete von Guerrero gründete Fr. Vera das Sozialzentrum Msgr. Juan Navarro Ramírez, denn er begriff, dass der Kirche dienen, nicht nur reden bedeutet, sondern der Hoffnung Raum zu geben, und daher begriff er die Notwendigkeit, sich für Verteidigung der Menschenrechte einzusetzen, eine Arbeit, die ihn viele Jahre beschäftigen sollte.

Er erklärt, es kommt der Kirche nicht zu, politische Posten anzunehmen, dennoch umfasst ihre pastorale Tätigkeit die Bildung jener in Bezug auf die politische Dimension, die sich auf diesem Gebiet einsetzen müssen; sie vermittelt ihnen die transzendenten Werte des menschlichen Lebens, andernfalls erweist sich die politische Organisation als destruktiv und steht dem Wesen der Politik, welches das Gemeinwohl ist, entgegen.

Bischof Vera, der wegen seiner Arbeit bedroht wurde, behauptet, die Bundesregierung verkünde, dass der Drogenhandel bekämpft werde, doch „wir sehen, dass der Rechtsstaat auf die Seite gedrängt wird."

Niemand stellt die Mörder, die Geldwäscher vor Gericht, und diese selber sprachen davon, dass der Drogenhandel in die politischen Strukturen eingedrungen ist, deshalb fragte er, wie viele Politiker Mexiko unterstützt, die mit aus Drogenhandel stammendem Geld kamen und sich jetzt für die Begünstigungen revanchieren.

In schändlicher Weise wird das Verbrechen in diesem Land gedeckt, so fügt der Bischof hinzu, der behauptet, dass diese Situation aus dem maßlosen Macht- und Gewinnstreben der Gruppen resultiert, die die Justiz zertreten.

Es ist ein Beweis der fehlenden politischer Reife derer, die heute das Land regieren, ein Mangel an ethischer Artikulation und Werten bei jenen, die das Land in seiner Hilflosigkeit zu belassen beabsichtigen, erklärt der Bischof der heute im Haus Lamm geehrt wurde.

Anerkennung erfährt er, der nach einer anderen Gesellschaft trachtet und zuweilen Verfolgung erleidet, weil er sich für die Verteidigung der Menschenrechte einsetzt, wenn er sich in den Gemeinden von Chiapas bewegt und eine große Frauenschar ihn umgibt und deckt, wenn er an einer Militärwache vorbeikommt.

Er sagt uns: „Ich sehe es so, die Gesellschaft sagt, wir wollen, dass sie wissen, das du nicht allein bist, so erkenne ich angesichts dessen, dass wir viele sind, die eine andere Gesellschaft wollen".

NICHTS ÜBER ROM

In Hinblick auf die Denunzierung, die vor einigen Wochen von dem Richter Huerta Rodríguez, der verantwortlich ist für das Urteil gegen drei von zwölf Militärs, die der Vergewaltigung von Frauen in der Gemeinde Castañio angeklagt waren, vor den Hl. Stuhl gebracht wurde, bemerkte Vera López, er wisse offiziell nichts davon, deshalb fühle er sich nicht als Beklagter und ziehe es vor, nicht an den Punkt zu rühren.

Soledad Jarquin Edgar
11. Dezember 2007 (CIMAC)

ORIGINAL: SPANISCH

TOP


FR. HENRI MIT DEM TOD BEDROHT

Zuletzt hatten wir ihn im Juli 2004 auf einer Straße in Pará, mitten in Amazonien, gesehen. Henri Burin des Roziers, Dominikaner, Anwalt der Landlosen, die den fazendeiros, diesen allmächtigen Großgrundbesitzern die Stirn bieten, ließ unsere Sonderberichterstatter ein anderes Brasilien entdecken. Bruder der Sklaven hatten wir auf der ganzen Titelseite des 1. Juli 2004 getitelt (La Vie No. 3070). Er hatte übrigens etwas gemurrt, denn so sehr ihm daran lag, über die Lage der Bauer ohne Land zu informieren, so sehr wollte er nicht sich nicht in den Vordergrund stellen. Auf unsere Titelstory folgten übrigens im Laufe des Sommers mehrere weitere Reportagen über die Wirklichkeit der Sklavenarbeit im weiten Amazonien. Gewissermaßen die verborgene Seite dieses Schwellenlandes, das seinen Wald auf Hochtouren rodet. Mit dramatischen sozialen und ökologischen Folgen.

Er, der heute erneut mit dem Tod bedroht wird, versuchte damals die jungen Bauern zu überzeugen, den Grund eines reichen fazendeiro nicht mit Waffen zu besetzen. „Ich sage ohne Waffen“, argumentierte Fr. Henri, „denn, wenn ihr von der Polizei verhaftet werdet und ich euch dann vor Gericht verteidige, dann habe ich weniger Mühe zu beweisen, dass ihr nicht gefährliche Banditen seid!“ So ist Fr. Henri: ganz engagiert für die Ärmsten, zutiefst gewaltlos und in Übereinstimmung mit der befreienden Botschaft des Evangeliums. Vielleicht ist er deshalb immer noch so gefährlich im Alter von 78 Jahren…

Olivier Nouaillais

Am Montag, den 3. Dezember 2007 durch Jean-Claude Gerez, unseren Korrespondenten in Brasilien, gesammelte Äußerungen

La Vie. Wie haben Sie erfahren, dass Sie durch drei Killer mit dem Tod bedroht werden?

Fr. Henri: Am 18. Oktober von einem der beiden Militärpolizisten, die für meine Beschützung zuständig sind. Einem nahe stehenden Informanten des Letzteren zufolge, der aus Gründen der Sicherheit anonym zu bleiben wünschte, seien drei Männer angeheuert worden, um mich zu töten. Auf meinen Kopf sei ein Preis von 50000 Real (etwa 20000 €) ausgesetzt worden. Die Militärpolizei bat mich, diese Information geheim zu halten, um ermitteln zu können. Doch nach einmonatigen Nachforschungen ohne Erfolg beschloss sie, diese Drohungen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sie bedroht werden…

Fr. Henri: Im Laufe dieser letzten Jahre wurde ich oft mit dem Tod bedroht, besonders durch anonyme Briefe oder mitternächtliche Telefonanrufe. Nun gut, das war punktueller, im Allgemeinen recht vager Druck, und ich habe dem nie viel Bedeutung beigemessen. Ich muss sagen, dass die Polizei mir seit der Ermordung von Sr. Dorothy Stang im Jahre 2005 auf Anordnung der Bundesregierung eine Leibwache rund um die Uhr aufgedrängt hat. Doch da seit zwei Jahre keine ernstzunehmende Drohung aufgetreten war, wünschte ich, dass diese Beschützung aus nächster Nähe aufgehoben werde.

Warum messen Sie diesen Informa-tionen diesmal mehr Bedeutung bei?

Fr. Henri: Da ist eine Gesamtheit von Faktoren: die Quelle, die Mittelspersonen, die mitgeteilten Einzelheiten… All das sind Elemente, die zu sagen gestatten, dass die Sache ernst ist. Ebenso der Betrag des Kopfgeldes. Vor drei Jahren war mein Kopf nämlich 200 000 Real wert. Heute „nur" 50000. Die Summe ist „angemessen". Also bezahlbar. Was mich ebenfalls beunruhigt ist, dass diese Drohungen indirekt auch den Polizisten betreffen, der die Information hinterbrachte. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Wer trachtet Ihnen nach dem Leben?

Fr. Henri: Die Arbeit, die ich im Schoße der Landpastoralkommission verrichte, um die Rechte der Landlosen zu verteidigen, gegen die Sklavenarbeit zu kämpfen, die Straflosigkeit und die Willkür der Polizei anzuprangern, stört viele Leute. Es ist schwierig, genau zu sagen, wer mir nach dem Leben trachtet.

Wie lebt es sich in einem derartigen Klima der Gewalt?

Fr. Henri: Jeden Tag berichten die Zeitungen unter der Rubrik Vermischtes von bewaffneten Angriffen, Schutzgelderpressungen, Entführungen… Das Klima der Unsicherheit ist derartig, dass die Leute den Bau ihres Haus mit der Umfassungsmauer beginnen. Gefahr zu laufen, ermordet zu werden, ist ein wenig beunruhigend. Aber man gewöhnt sich daran. Im Jahre 2007 wurden allein im Bundesstaat Pará nicht weniger als 118 Personen, darunter zwei Bischöfe, mit dem Tod bedroht. Und nur zehn stehen unter Schutz. Ich denke zuerst an alle jene, Ordensleute, Sozialarbeiter, Gewerkschaftler oder einfache Bauern, die ohne Schutz sind. Ich dagegen bin ein Privilegierter.

Rechtfertigt es dieser Kampf an der Seite der Hilflosesten, Ihr Leben aufs Spiel zu setzen?

Fr. Henri: Wichtig ist nicht meine Person, sondern die Sache, die ich verfechte, d.h. das Recht auf Land, auf ein würdiges Leben für landlose Bauern und auf eine solidarische Gesellschaft. Eine gerechte Sache, die nicht nur eine egalitärere Wirtschaft durch den Zugang zu kleinem Besitz propagiert, sondern auch die Natur bewahrt. Besonders der Risiken der Monokulturen, die die Umwelt zerstören und eine Handvoll Großgrundbesitzer bereichert. Dieser Kampf widerspricht den Interessen einiger wichtiger Gruppen. Es ist riskant, aber ich werde nie aufgeben.

Haben Sie Chancen, diesen Kampf zu gewinnen?

Fr. Henri: Sei es vor Ort, vor Gericht, um unsere Aktion publik zu machen, jeden Tag kämpfen wir vor Großgrundbesitzern, multi-nationalen Konzernen, deren einziges Ziel darin besteht, riesige Gewinne einzufahren auf Kosten der Einzelnen und der Bewahrung der Natur. Diesbezüglich ist unbedingt daran zu erinnern, dass die Gewinnung von Biodiesel, der in Europa als Mittel zur Bewahrung der Umwelt gilt, für die Menschheit insgesamt eine große Gefahr darstellt. Denn, entgegen dem, was gesagt wird, werden die Amazonaswälder tagtäglich weiterhin zerstört, um die Ausweitung der Monokulturen zur Gewinnung von Biodiesel zu ermöglichen. Unsere Aufgabe ist gewiss schwierig, umso mehr als unsere Mittel immer bescheidener sind.

Haben Sie Angst?

Fr. Henri: Im Grund bin ich überzeugt, dass mir nichts passieren wird. Wäre ich verheiratet und Familienvater, hätte ich sicher eine andere Einstellung. Aber ich habe den Zölibat gerade deshalb gewählt, um die Sendung, auf die ich mich verlegt habe, in aller Freiheit verfolgen zu können. Und dann, mit 78 Jahren, weiß man, dass der Tod ansteht. Das Wichtigste ist, dass der Kampf, den ich seit so vielen Jahren führe, in meiner Sicht genau der Rolle der Kirche und dem Predigerorden entspricht, dem ich angehöre. Ich fühle mich also in Überseinstimmung mit Christus, und ich habe Tag für Tag das Empfinden, für die Verteidigung der gerechten, im Evangelium enthaltenen Werte zu arbeiten.

LA VIE, 6 décembre 2007, LE MONDE EN MARCHE, p. 42

ORIGINAL: FRANZÖSISCH

TOP

 

UNTERSTÜTZUNG FÜR FR. RAUL VERA UND FR. HENRI ROZIERS

COSTA RICA - In Verbundenheit mit unseren Mitbrüdern Fr. Raúl Vera und Fr. Henri Roziers in ihrem dem Evangelium gemäßen Einsatz für die Armen in Lateinamerika

Wir, die Studenten und Ausbilder der Dominikanerprovinz des hl. Vinzenz Ferrer in Zentralamerika, die sich der Ungerechtigkeit, in der unsere lateinamerikanischen Völker leben, und der Konsequenzen der Verkündigung der Frohbotschaft bei den Armen und der Anprangerung der Herrschaftsstrukturen und der Straffreiheit bewusst sind, bringen zum Ausdruck, dass in Lateinamerika die Ausgrenzung seitens eines Wirtschaftssystem, das den Menschen nicht in seiner Würde sieht, sondern als Objekt von Produktion und Konsum, täglich zunimmt. Und die staatliche Politik setzt sich nicht für die Schaffung von würdigen Lebensbedingungen für die Bürger ein, sondern hält fest an der unmoralischen Bereicherung der Wenigen durch die Ausbeutung der Mehrheit.

Weil Raul die Straffreiheit in Mexiko anprangert und weil Henri für die Landpastoral in Brasilien arbeitet, wurden sie als Verräter dieser Struktur der Ausgrenzung bezeichnet, doch „geriet nicht auch Jesus in den Verdacht des Verrates? Brachte ihm dies nicht seine Liebe ein? Wurde er nicht als Verräter aller scheinbar einleuchtenden Werte gekreuzigt? Müssen deshalb nicht auch die Christen, wenn sie Christus treu bleiben wollen, bereit sein, als Verräter der bürgerlichen Religion angesehen zu werden? Ja; seine Liebe, in der ihm schließlich alles entrissen wurde… war sogar mehr als ein Ausdruck seines Gehorsams… Müsste nicht auch die christliche Liebe in der Nachfolge Christi immer wieder zu diesem Gehorsam gelangen?» [1]

Wir verwerfen die Todesdrohungen, die beide aufgrund ihres Einsatzes zu verschiedenen Zeitpunkten erhielten. So zeigt sich, dass ihre Verkündigung in Werken und Worten die Heuchelei und Angst der Zerstörer der Träume Gottes in der Geschichte Lateinamerikas aufdeckt.

Daher unsere bedingungslose Unterstützung der Arbeit unserer Brüder zur Verteidigung der Menschenrechte der Ausgregrenzten und Vergessenen sowie ihres Trachtens, im Volk die Kraft des Reiches Gottes zu wecken, welche die Strukturen der Unterdrückung zerstört und den Samen dieser „anderen Welt, die möglich ist» sät.

Als Brüder in Leben und Sendung wollen wir die Worte nachhallen lassen, die die Mutter der sieben makkabäischen Brüder, die wegen ihrer Treue zum Gott des Lebens das Martyrium erlitten, zu ihrem letzten Sohne sagte: „Ich bitte dich, mein Kind, schau auf zum Himmel und blicke hin auf die Erde und auf alles, was drin ist! Bedenke, dass Gott dies nicht aus schon Bestehendem gebildet hat und dass auch das Menschengeschlecht so entstanden ist! Fürchte diesen Henker nicht, zeig dich deiner Brüder würdig! Nimm den Tod an, damit ich dich zur Zeit des Erbarmens zusammen mit deinen Brüdern wiedergewinne.» [2]

Diese Hingabe bis zum Tod ist das, was uns beseelt, um uns mit Ihnen in diesem mutigen und selbstlosen Einsatz solidarisieren zu können. Danke für Ihr Leben, für Ihr lebendiges Zeugnis für das Reich Gottes.

Brüderlich,

Fr. José Carlos Fernández, Fr. Guillermo Chávez, Fr. Carlos Cáceres, Fr. Carlos Flores, Fr. Rafael Vásquez, Fr. Ricardo Villalta, Fr. Pablo Solano, Fr. Irving Ríos, Fr. Carlos González, Fr. Daniel Márquez, Fr. Fernando Vallejos, Fr. Carlos Aldana, Fr. Jorge Soza, Fr. Santos González Fr. Mauricio Macal

_____________________

1. Baptist, J. (1982) Más allá de la religión burghesa. Salamanca: Ediciones Sígueme. P. 23.
2. 2 Makk 7, 27b-29

ORIGINAL: SPANISCH

TOP

 

EIN DOMINIKANER ZWISCHEN WISSENSCHAFT UND GLAUBEN

ITALIEN - Im Alter von 101 Jahren ist P. Enrico di Rovasenda verstorben, der 1976 bis 1992 Landesassistent der katholischen Akademiker war.

Zwei für die dominikanische Spiritualität typische Mottos scheinen die innere Verfassung zu beschreiben und den Lebensstil, die apostolische Einstellung und den apostolischen Eifer von P. di Rovasenda zusammenzufassen: Contemplata aliis tradere, den anderen die eigene in der Kontemplation gewonnene Erfahrung mitteilen; suaviter in modo, fortiter in re, mit feinfühliger Liebenswürdigkeit in Bezug auf die Art und Weise, aber mit Bestimmtheit in Bezug auf die Sache.

Am Samstag, den 15. Dezember, im Alter von 101 Jahren ist P. Enrico di Rovasenda verstorben, der jahrzehntelang kultureller Bezugspunkt der italienischen Katholiken auf der Suche nach einer postkonziliaren Identität im schwierigen Gleichgewicht zwischen Tradition und den neuen kirchlichen Horizonten war, einem komplexen und dynamischen Gleichgewicht, das die tiefe und sapientiale Bildung als Theologe und weite Erfahrung als Bürger, die P. di Rovasenda in sich vereinigte, in seinen unzähligen Beiträgen dargestellt hat.

Er wurde in Turin in eine alte piemontesische Familie geboren; die Grafen von Rovasenda haben in vergangenen Jahrhunderten mit den Savoyern um Herrschaftsgebiete gekämpft. Der spätere Pater Enrico wurde auf den Namen Baldovino getauft.

Als Doktor der Ingenieurwissenschaften teilte er Ideale und Wirken Piergiorgio Frassatis durch die Aktivität des Italienischen Bundes der Katholiken der Hochschulen (FUCI) in Turin und den sozialen Einsatz, der die innere Formung begleitete. Seine Suche führte ihn zum Ordensleben im Predigerorden. Von den naturwissenschaftlichen und technischen Studien wechselte er zu den theologischen in Rom und den philosophischen in Paris, die zu einem fruchtbaren Überdenken des christlichen Wissens im Lichte des Denkens des hl. Thomas führten, das er in den Quellen und anhand der originellen Interpretation Jacques Maritains studierte. Ein Nachdenken, das P. di Rovasenda fortfuhr vorzulegen angesichts des laufenden raschen gesellschaftlichen und politischen Wandels. Es genügt, an den Band Una cultura orientata nella fede [Ein am Glauben orientierte Kultur] (Roma, A.V.E., 1987) zu denken, in dem die zahlreichen Beiträge P. di Rovasendas in der Zeitschrigt „Coscienza", dem Organ der „Geistlichen Bewegung der katholischen Intellektuellen", gesammelt sind. Die Sammlung umfasst die Beiträge von 1949 bis 1985. P. di Rovasenda war in diesen Jahren geistlicher Assistent der Bewegung. Anhand dieser Aufsätze lässt sich seine ständige Präsenz in der Kirchengeschichte Italiens, in der Debatte des katholischen Laikates und in den ethisch-politischen Angelegenheiten Italiens während für das Verständnis unserer Geschichte besonders bedeutsamer Jahre rekonstruieren. Enrico di Rovasenda erscheint auf diesen Seiten wie ein strenger und kluger Zeuge und ein wahrer Lebensmeister, genau wie im oben zitierten Motto ausgedrückt: suaviter in modo, fortiter in re.

P. di Rovasendo hat auch der Universalkirche als Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften einen bedeutenden Beitrag geleistet. Ihrer Geschichte widmete er auch einen Aufsatz über ihre Anfänge, über ihre Vorgeschichte, d.h. über die Gestalt des Federico Cesi und die Accademia dei Lincei, an die die Päpstliche Akademie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts anknüpfte. Es ist angebracht, darauf hinzuweisen, dass die Accademia dei Lincei in der Weihnachtsnacht 1603 in der Basilika des hl. Johannes im Lateran, wo sich der junge Federico Cesi und seine ersten Gefährten versammelt hatten, ihren Anfang nahm.

P. di Rovasenda brachte in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften seine vornehme Präsenz, seinen Beitrag der in den Jahren an der Universität erworbenen wissenschaftlicher Denkart ein und arbeitete vor allem persönlich in der Kommission für die Revision des Prozesses Galileo Galileis mit, die von Johannes Paul II. im Einvernehmen mit der Glaubenskongregation eingesetzt worden war.

P. di Rovasenda war Sekretär der Kommission, die mit dem Dekret vom 31. Oktober 1992 das auf den 27. Juni 1637 zurückgehende Urteil des Hl. Offiziums annullierte.

P. Enrico leistete für die Arbeiten der Kommission und deren Koordinierung einen wertvollen Beitrag und arbeitete nicht nur bei dieser Gelegenheit an dem kühnen Programm Johannes Paul II. einer „Reinigung des Gedächtnisses" mit. Er war in jeder Hinsicht seiner vielseitigen Tätigkeit immer beseelt von der Reinheit der Absicht und von totalem Engagement für die Wahrheit als demütiger Bruder des Predigerordens. Nach dem Beispiel des hl. Dominikus hat er sich als Thema seiner Betrachtung und als Kriterium seines Einsatzes intra mundanes varietates, in den unterschiedlichsten Lebenssituationen, gesetzt.

Ein Beispiel seiner Vielseitigkeit ist die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Architektur durch die Universität von Genua aufgrund der von ihm selbst projektierten Restaurierungsarbeiten im Konvent der Dominikaner, wo er während seines letzten Lebensabschnittes gewohnt hat.

P. Enrico di Rovasenda hat uns verlassen, aber sein Zeugnis und die inneren Kriterien seiner geistlichen, theologischen und sozial-ethischen Urteile bleiben am Ende fruchtbarer Auseinandersetzung im Einsatz des katholischen Laikats, im Leben der Kirche und in dem Aufbau einer Gesellschaft, die eingeschrieben ist in den weiten Raum der christlichen Botschaft.

Armando Rigobello
Quelle: Osservatore Romano 17-18 dicembre 2007, p. 5

ORIGINAL: ITALIENISCH

TOP


BOTSCHAFT AN DIE JUGEND IN CHILE

SANTA SABINA - Erfüllt von tiefer Zuneigung grüße ich Euch alle, Ihr lieben Jungen, die Ihr an dem kontinentalen Treffen der jungen Dominikaner teilnehmt, das in Santiago di Chile stattfindet. Ich möchte Euch ein Wort der Ermutigung und der Hoffnung schicken.

Mein Wunsch ist es, dass diese Begegnung eine neue Gelegenheit sei, im Glauben an Jesus Christus, unseren Herrn zu wachsen, um von eurer religiösen Erfahrung Zeugnis zu geben in Eurer Umgebung – Familie, Arbeitsplatz, Schule und Universität -, d.h. in der Gesellschaft, an der Ihr teilhabt und der Ihr durch dem Evangelium entsprechende Maßstäbe erleuchten müsst, dann ist der Glaube für den Glaubenden nicht nur unbeirrbares Festhalten an festen Wahrheiten in Raum und Zeit, sondern auch volle Identifikation mit der Person und der immer zeitgemäßen Botschaft des Herrn.

Der Orden ist und war wie die ganze Kirche durch seine Geschichte hindurch Zeichen, d.h. beständiger Same der Hoffnung. In Verbundenheit mit dieser tiefen Erfahrung will die Dominikanische Familie allen Männern und Frauen Rede und Antwort stehen über ihren Glauben und ihre Hoffnung. Das ist der Grund, der euch veranlasst hat, zusammenzukommen, um die Wurzeln unseres Glaubens zu ergründen. Es ist wichtig, sich im Laufe dieser Tage wie auch während des ganzen Lebens vorzunehmen, das wahre Antlitz Christi zu entdecken, denn, wie Paulus schreibt, gehört ihr Christus, und Christus gehört Gott (vgl. 1 Kor 3, 23).

Der hl. Dominikus suchte dieses Ziel auf eine charakteristische vom Hl. Geist eingegebene Weise zu erreichen, die das Charisma des Ordens darstellt, das seinen Ausdruck in den vier Grundsäulen findet, die seine Identität definieren: Gemeinschaft, Gebet, Studium und apostolisches Leben, wie der Text der Fundamentalkonstitution des Ordens es in groß-artiger Weise zusammenfasst, der die Überlegungen dieser Begegnung beseelen wird: „Damit wir durch die Nachfolge Christi in der Gottes- und Nächstenliebe vollkommen werden… weihen wir uns in neuer Weise der Universalkirche, indem wir uns ganz der Verkündigung des Wortes Gottes verschreiben… und da wir an der Sendung der Apostel teilhaben, ahmen wir auch ihr Leben nach gemäß der vom hl. Dominikus vorgesehenen Form, indem wir einmütig ein gemeinsames Leben führen, der Profess der evangelischen Räte treu, eifrig in der Feier der Liturgie, besonders der Eucharistie und des Göttlichen Offiziums, und im Gebet, fleißig im Studium, ausdauernd in der Regularobservanz. Alle diese Elemente tragen nicht nur zur Ehre Gottes und zu unserer persönlichen Heiligung bei, sondern dienen auch unmittelbar dem Heil der Menschen, denn zusammen bereiten sie uns auf die Predigt vor und treiben uns dazu an, prägen sie und werden ihrerseits von ihr geprägt. Sie sind eng miteinander verwoben, stehen miteinander in harmonischem Gleichgewicht und befruchten sich gegenseitig, so dass sie in ihrer Synthese das Leben des Ordens begründen: ein apostolisches Leben in vollstem Sinn, in dem die Verkündigung und Lehre aus der Fülle der Kontemplation hervorgehen müssen" (vgl. LCO Nr. III-IV).

Weil die Jungen in diesem grundlegenden Abschnitt ihres Lebens ihren Wunsch nach einer in spiritueller und materieller Hinsicht bessere Welt kundtun, sind sie im Laufe der Geschichte diejenigen, die immer von der Schaffung einer gerechteren, brüderlichen, toleranteren, solidarischeren und wohnlicheren Welt geträumt haben.

Liebe Brüder und Schwestern, in die Bemühungen, eine bessere Welt zu schaffen, könnt ihr manchmal die Erfahrung machen, dass sich Enttäuschung einschleicht, wenn die so leidenschaftlich ersehnte gesellschaftliche, politische, kulturelle und sogar religiöse Erneuerung auf Schwierigkeiten stößt, die Verzögerungen bewirken. Das kann dazu führen, dass Ihr zwischen Frucht und Hoffnung lebt. In so einer Situation ist es lebensnotwendig, feste Gründe zu finden, die Euch gestatten, ohne Abstriche zu leben, zu glauben, zu hoffen, zu lieben.

In diesen entscheidenden Momenten Eures Lebens, fordere ich Euch auf, dem in seinem fast 800-jährigen Bestehen immer jungen Orden näher zukommen, denn ich möchte Euch, wie der hl. Dominikus es tat, Christus als Euer aller Gefährten und Freund vorstellen; umfangt ihn, gebt ihm Euch großzügig hin; möge er der Mittelpunkt Eures Lebens sein, denn Christus ist angesichts der Angst der uns umgebenden Welt, die Hoffnung. Deshalb muss Euer Wahlspruch der gleiche sein wie der, auf den Paulus die Korinther hinwies: nicht für sich selber leben, sondern für Christus (vgl. 2 Kor 5, 15). So wird Euer Leben sinnvoll.

Doch damit diese Erfahrung beginnen kann, ist es notwendig, Jesus zu folgen, so wie er ist und wie die Kirche ihn durch die Neuevangelisierung verkündigt.

Von Kindheit an habt Ihr in Euren Familien gelernt, Jesus als Sohn Gottes zu lieben, der in der Fülle der Zeiten, die Menschheit annahm, indem er Mensch wurde, uns in allem gleich, außer der Sünde. Er kam in die Welt, um die Frohbotschaft der Erlösung zu verkündigen. Sein Wille war eine totale Unterwerfung unter den Willen Gottvaters. Wie Ihr war er jung und mühte sich, wie auch Ihr es tun müsst, allen Menschen das Beste zu geben. Durch Seine Tätigkeit der Evangelisierung legte er den Grundstein für eine spiritueller als auch menschlichere Welt. Er empfand in seinem eigenen Fleisch Furcht und Angst vor dem bevorstehenden Tod. Und dennoch ließ er sich vertrauensvoll in die Armen Gottes fallen. Durch seinen Tod am Kreuz wurde er zum Heiland der Menschen, und durch seine Auferstehung richtete er die „neue Schöpfung" auf. Das ist Christus: der Messias, der Herr.

Vielleicht werden sich einige unter Euch beim Hören dieser Worte fragen: Was muss ich tun? Die Antwort ist klar. Eure Aufgabe muss darin bestehen, vor den anderen Zeugnis für Christus abzulegen; bringt den nach Gott Dürstenden und Hungernden die tröstende Botschaft des Sohnes Gottes; lasst, diejenigen, die das Licht des Glaubens verloren haben, sehen, dass Christus das Licht der Welt ist; lasst diejenigen, die einen Grund zur Hoffnung suchen, um zu überleben, verstehen, dass Christus auch bei ihnen im Innersten ihres Herzens ist; sagt denen, die nicht praktizieren, die nicht glauben, den Gleichgültigen in Eurer Umgebung, dass es möglich ist, gläubig zu sein und den Alltag zu bewältigen. Vergesst nicht, dass der Menschensohn durch Euch diejenigen, die verloren sind oder die sich entfernt haben, wieder suchen und erlösen will.

Doch die „Erwartung einer neuen Erde darf – wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt – nicht die Sorge für die Gestaltung dieser Erde abschwächen, auf der uns der Leib der neuen Menschheit heranwächst, sondern sie vielmehr ermutigen" (Gaudium et spes, 39).

Versucht also in Christus jede Form des Ressentiments oder des Hasses, der Gewalt oder der Rache auszuschließen. Eine gerechte, friedliche und stabile Gesellschaft wird nur mittels der aktiven Teilnahme aller ihrer Mitglieder und der Abschaffung jedweder Art der Diskriminierung aufgebaut. Das setzt Vertrauen zu anderen voraus. Das ist die Sendung die Euch erwartet.

Nur Christus kann die intimsten Sehnsüchte des Herzen des Menschen erfüllen; nur er ist in der Lage, ihn zu humanisieren und ihn seiner „Vergöttlichung» zuzuführen. Mit der Kraft seines Geistes flößt er uns seine Gnade ein, die uns befähigt, den Nächsten zu lieben, und bereit macht, uns in seinen Dienst zu stellen. Er erleuchtet, indem er den gekreuzigten und auferstandenen Christus offenbart, und zeigt uns den Weg, um ihm ähnlicher zu werden; nur wenn wir uns von Geist, der der Hauptprotagonist der Evangelisierung ist, leiten lassen, können wir Zeugen Christi sein. Wie Johannes Paul II. und Benedikt XVI. so oft wiederholt haben, ist es heute notwendiger denn je, das Evangelium zu verkündigen und den Glauben zu bezeugen. Zwölf Apostel haben schon vor 2000 Jahren das Leben hingegeben, damit Christus erkannt und geliebt werde. Seit damals wird das Evangelium dank Männern und Frauen, die von dem gleichen Missionseifer beseelt sind, durch die Zeiten weiterverbreitet. Daher werden auch heute Jünger Christi gebraucht, die weder Zeit noch Energie scheuen, dem Evangelium zu dienen. Es werden junge Leute gebraucht, die die Gottesliebe in sich aufflammen lassen und großzügig seinem ein-dringlichen Ruf folgen.

Schließlich möchte ich Euch in besonderer Weise der Jungfrau Maria anempfehlen; ich ermutige Euch, immer die lebendige Zuneigung zur Mutter Jesu zu bewahren und sie zu verehren unter dem Titel, den sie in jedem von Euren Ländern trägt. Sie ist die starke Frau, die im Laufe ihres Lebens Armut und Leid, Flucht und Exil (vgl. Mt 2, 13-23) erfuhr wie viele unserer amerikanischen Brüder und Schwestern. Es ist also notwendig, immer hoffnungsvoll auf Maria zu blicken, die auch unsere Mutter und die Mutter der Kirche ist. Möge sie, der Stern der Neuevangelisierung, Euch helfen, die Verheißung ihres Sohnes: „Das ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott erkennen" (Joh 17, 3) Wirklichkeit werden zu lassen.

Mit meiner ganzen Zuneigung für die dominikanische Jugend des Kontinents segne ich Euch im Herrn, der U.lb.Frau vom Rosenkranz und unserem hl. Vater Dominikus

Fr. Carlos A. Azpiroz Costa O.P.
Ordensmeister

ORIGINAL: SPANISCH

TOP

 

NEUER GENERALPROMOTOR FÜR DIE NONNEN

Am 8. Januar 2008 ernannte Fr. Carlos A. Azpiroz Costa O.P., Ordensmeister, Fr. Brian Joseph Pierce O.P. von der Provinz des hl. Martin de Porres in den USA für die kommenden sechs Jahre (LCO 431 II) zum Generalpromotor der Nonnen.

Fr. Brian wurde am 26. April 1960 in den USA geboren, am 13. August 1983 machte er Profess und wurde am 26. November 1988 zum Priester geweiht. Vor seiner Berufung nach Santa Sabina war er Promotor der Dominikanischen Familie für Lateinamerika und die Karibik und arbeitete in Peru.

ORIGINAL: ENGLISCH

TOP


TREFFEN DER DOMINIKANISCHEN FAMILIE IN OSTAFRIKA

KENIA - Das Treffen der Dominikanischen Familie in Ostafrika fand vom 1.-5. August 2007 im Mary-Ward-Zentrum in Nairobi statt. Folgende Delegierte waren anwesend:

Nonnen (Corpus-Christi-Kloster, Nairobi, Kenia): Mary Martin und Therese.
Brüder: David Adiletta und Jude Mmassy
Laien: (Nairobi und Kisumu, Kenia): Paula Catherine Maina und Monica Omullo.
Missionsdominikanerinnen des Hlgst. Herzen Jesu (Thika, Kenia): Maria Mukwai und Patricia Mpambanya (Lusaka).
Rosenkranzdominikanerinnen (Matasia, Kenia): Elizabeth Jundos und Yvette.
Dominikanerinnen der hl. Katharina von Siena (Uganda): Florence Nakaggwa und Hellen Asiata.
Maryknoll-Schwestern (Nairobi, Kenia): Giang Nguyen und Teresa Hougnon.

Nicht anwesend: Dominikanerinnen von Hawthorne, Dienerinnen der unheilbaren Krebskranken (Kisumu), weil sie erst kürzlich in Kenia eintrafen und weil sie aufgrund ihrer Arbeit nicht abkömmlich waren.

Die Delegierten der Dominikanischen Familie trafen sich zum ersten Mal nach dreieinhalb Jahren. Der Tag begann mit Messe und Morgengebet mit Predigt. Es folgte das Frühstück. Am Abend kamen sie zu Abendgebet, Abendessen und Rekreation zusammen.

Der erste Tag verging mit dem Anhören der Berichte der verschiedenen Entitäten der Dominikanischen Familie und mit dem Stellen von Fragen. Da das letzte Treffen so lange zurück lag und mehrere Delegierte erst kürzlich eingetroffen waren und deshalb nicht vertraut waren mit den verschiedenen dominikanischen Entitäten des Vikariates, war es hilfreich, dass die Entitäten sich erneut vorstellten. Die Missionsdominikanerinnen des Hlgst. Herzen Jesu waren die Moderatorinnen des Tages.

Der erste Bericht war der der Nonnen. Sie sprachen von ihrer Gründung im Jahre 1965 durch das Kloster U.lb.Frau der Gnade in den USA, ihrem langsamen Wachstum und Wurzelschlagen, ihrem Ausbildungsplan, ihrer Arbeit im Kloster, nämlich Herstellung von Kerzen und Paramenten, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, ihrer Beteiligung an der Neugründung des Klosters in Senekal, Südafrika, ihrem Alltag, wie sie ihre spezielle Berufung unter jungen Frauen fördern und von den Voraussetzungen von Interessentinnen, die ich ihnen anschließen wollen.

Dann folgten die Dominikanerinnen der hl. Katharina von Siena in Uganda und berichteten von ihrer Gründung in Kakumiro, Uganda, im Jahre 1993 vom Monte Mario in Italien aus, ihrem neuen Haus in Namugongo seit 2004, ihrem Einsatz in Berufsaubildung, Krankenpflege und Erziehung; ihrem Wohnheim für Mädchen der Oberschule und anderen Aufgaben, bei denen sie mit verschiedenen Gruppen zusammenarbeiten, ihrer Arbeit im Bereich Berufung und die Voraussetzungen, von ihrem Ausbildungsplan. Unlängst begannen die Schwestern mit der Bekanntmachung der Dominikanischen Laien, um mit Treffen zu beginnen.

Die dritte Gruppe, die zu Wort kam, waren die Rosenkranzdominikanerinnen von den Philippinen. Sie berichteten von den Aufgaben ihrer Kongregation auf den Philippinen, ihrer Ausbildung, ihrer Präsenz in Kenia seit 1981, ihrer Entscheidung, sich in Kenia auf ihren Dienst zu beschränken und sich nicht mit Ausbildung für das Ordensleben zu befassen, ihren Dienst in den Bereichen der beruflichen Ausbildung von Mädchen in der Viehhaltung, AIDS-Hilfe und Gesundheitsfürsorge. Am Schluss gaben sie jedem Delegierten ein von Massai-Frauen in ihrer HIV-Gruppe angefertigtes Perlenkreuz.

Die Dominikanerinnen des Hlgst. Herzens Jesu begannen mit einem Bericht über ihre Gemeinschaften in Simbabwe und Sambia, die 1890 und 1924 von Deutschland aus gegründet wurden, beziehungsweise über ihre Konvente in Sambia und ihre Arbeit in den Bereichen Erziehung und Gesundheitsfürsorge; über ihre Schwestern in der Ausbildung; über die 1998 von Sambia aus in Thika, Kenia, erfolgte Gründung; ihren Dienst in Kenia im Bereich Gesundheitsfürsorge, Erziehung und Flüchtlingsbetreuung; ihrem Ausbildungsprogramm mit Noviziat in Sambia; und den Voraussetzungen für die Aufnahme von Kandidatinnen.

Der zweite Teil des Berichtes über Thika betraf die afrikanischen Dominikanerinnen in Ostafrika. Sr. Patricia ist die Vertreterin von DSA und lebt in Lusaka. Sie vertrat die Schwestern von Thika und war bereit etwas darüber zu sagen, was sich in der Region in den verschiedenen Gruppen der Dominikanerinnen tut. Zur Ost-Zone von DAS gehören neben Simbabwe, Sambia, Tansania, Kenia und Sudan auch Ghana und Nigeria – also die als englischsprachig geltenden Länder. Sie sprach darüber, wie DSA daran beteiligt ist, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kongregationen und auch Gerechtigkeit und Frieden, die Bewahrung der Schöpfung und ihr Charisma als Predigerinnen, Theologiestudium zum Wohle des Kontinents und gemeinsame Projekte zu fördern. Vom 13.-19. Mai 2008 findet in Ruanda eine Tagung der DSA statt.

Dann war die Reihe an den Maryknoll-Schwestern (oder Maryknoll Missions-schwestern des hl. Dominikus). Sie berichteten von ihrer Gründung im Jahre 1912, von ihrer Präsenz in 30 Ländern, der Ankunft der Ersten in Ostafrika im Jahre 1950 in Tansania, von ihrer Ausbreitung nach Kenia, Namibia, Simbabwe und Sudan, von ihren Aufgaben, die je nach Bedarf breit gefächert sind, von ihrer neuen interkulturellen Gemeinschaft in Nairobi, von den Voraussetzungen zum Eintritt in die Kongregation und für den Dienst im Ausland und von autochtonen Berufungen als neuem Phänomen.

Von den Dominikanischen Laien gab es zwei Berichte. Erst sprach die Gemeinschaft der hl. Katharina (Nairobi), die seit 2004 besteht, deren Anfänge aber bis 1994 zurückreichen, über ihr Ausbildungsprogramm, die Notwendigkeit eines gemeinsamen Apostolats, höchst wahrscheinlich Krankenbesuche, und die Organisation von Exerzitien für die dominikanischen Laien im Oktober 2006, zu denen auch Vertreter aus Ruanda und Burundi kamen. Gegenwärtig sind es insgesamt zehn Mitglieder, drei davon mit Profess.

Die Gemeinschaft des hl. Martin de Porres (Kisumu) besteht seit 2004. Die Anfänge reichen zurück in das Jahr 1998. Gegenwärtig sind es zehn Mitglieder, zwei davon mit Profess. Es wurde berichtet über das Ausbildungsprogramm, verschiedene Apostolate – darunter Kundgebungen für das Leben, interreligiöser Dialog, Krankenhausbesuche, Teilnahme an Exerzitien und Gespräch über natürliche Familienplanung – und über die Exerzitien für Laien in Kisumu im Oktober 2007.

Schließlich waren die Brüder an der Reihe. Ihr Bericht begann mit der Geschichte von der Ankunft der Brüder in Ostafrika in den 1960er Jahren, um am Thomas-Seminar zu unterrichten (1963-1970), ihrer Rückkehr nach Kenia im Jahre 1986 und der offiziellen Errichtung eines Vikariates im Jahre 1991. Sie sprachen von ihrem Ausbildungsprogramm und den Eintrittsbedingungen, ihren Aufgaben im Bereich Unterricht, Ausbildung, Pfarreiseelsorge, Hochschulseelsorge und die von ihnen bereitgestellte Unterstützung durch Darlehen und Unterstützung bei der Aufbringung von Schulgeld und Arzthonoraren, ihren Bauprojekte, nämlich das neue Studentenhaus St. Dominikus (Fertigstellung im Dezember 2007) und das neue Pfarrhaus St. Katharina (Fertigstellung im März 2008).

Der Vikar erwähnte, dass unlängst eine neue Entität im Vikariat Ostafrika eingetroffen ist, die Dominikanerinnen von Hawthorne aus den USA, die arme Krebskranke betreuen, besonders die Unheilbaren, ohne von den Familien eine Gegenleistung zu erwarten. In Kisumu, Kenia, haben sie einen neuen Konvent und ein neues Hospiz, das St.-Katharina-Heim. Sie konnten wegen ihrer erst kurzen Anwesenheit in Kenia keine Delegierte schicken.

Ein ganzer Tag war dem Workshop über interkulturelles Zusammenleben gewidmet, der von den Maryknoll-Schwestern organisiert wurde. Giang und Teresa wurden von einem weiteren Mitglied ihres Konvents, Sr. Sia, unterstützt. Diese drei Schwestern repräsentieren durch ihre Abstammung Vietnam, USA und Tansania. Um das interkulturelle Zusammenleben zu beleuchten, hatten sie absichtlich Mitglieder unterschiedlicher Herkunft ausgewählt.

Da eine allgemeine Einladung für alle Mitglieder der Dominikanischen Familie zu diesem Workshop ergangen war, stießen Fr. Vincent Wiseman und Sr. Jocelyn Pecto (Rosenkranzdominikanerin) zu den Delegierten.
Diese Zusammenfassung kann nicht über alles berichten. Man muss dabei gewesen sein, um den Workshop in seiner ganzen Wirkung zu ermessen. Es gab informative Vorlesungen, Gruppenarbeit und Vollversammlungen.

In der ersten Sitzung ging es um inter-nationale Migration, ihre Geschichte und die Implikationen für interkulturelles Zusammenleben. Dazu gehörten sachbezogene Informationen über demographische Änderungen und wirtschaftliche Folgen. Die Migrationen wirken sich sowohl auf die Herkunfts- wie auf die Zielländer aus. Es bedarf einer globalen Reaktion, denn es handelt sich um ein globales Phänomen, das sich auf Kultur und Menschenrechte auswirkt.

Nach dieser Power-Point-Präsentation war Zeit für Diskussion in kleinen Gruppen über die Auswirkungen auf unsere lokalen Regionen. Jede Gruppe machte Vorschläge, wie auf das Phänomen und seine positiven und negativen Aspekte zu reagieren sei.

Die zweite Sitzung befasste sich in ausdrücklicherer Weise mit den lokalen Realitäten von kultureller Vielfalt, Globalisierung und Migration, vor allem in kleinen Gruppen, die sich mit drei Fragen auseinandersetzten. Es wurden die positiven und negativen Aspekte diskutiert. Größtenteils wurden die positiven Aspekte der Interaktion und Vermischung von Völkern wahrgenommen.

Die dritte Sitzung stellte die Frage in den Kontext der lokalen Kongregationen. Wie werden die einzelnen Kongregationen von diesen Phänomenen betroffen? Waren Änderungen notwendig, um wirksam einer gemischten Gemeinschaft zu entsprechen? Diese Frage wurde innerhalb der Entitäten besprochen statt in gemischten Gruppen mit Mitgliedern verschiedener Entitäten. Das war hilfreich, um das Gute herauszustellen, das schon erreicht wurde, sowie Bereiche, wo noch mehr zu tun ist.

Die vierte Sitzung stellte die Frage, was Kultur ist? Die verschiedenen Antworten verteilten sich auf drei Ebenen der Kultur. Die wichtigste Ebene ist die, welche den verschiedenen Aspekten der Kultur ihren Sinn gibt. Es wurde wahrgenommen, dass ein Individuum schon in verschiedenen Kulturen agiert je nach Herkunft, Familie oder Volkszugehörigkeit, beruflichem Umfeld, Religion usw.

Die Teilnehmer fanden sich dann in gemischten Gruppen zusammen, um verschiedene von den Moderatoren gestellte Fragen zu beantworten, die die verschiedenen Ebenen kultureller Bildung betrafen. Die Antworten zeigten, wie wir alle davon betroffen sind, missverstanden zu werden oder andere falsch zu verstehen aufgrund mangelnden Bewusstseins, dass ein Symbol in verschiedenen Kulturen eine unterschiedliche Bedeutung haben kann. Oder wenn ein bestimmtes Verhalten in einer Kultur als gut erachtet wird und in einer anderen als schlecht oder umgekehrt, kann dies zu Kränkungen und Missverständnissen führen.

Toleranz, Dialog und andere Anstrengungen, sich gegenseitig zu verstehen, sind wesentlich, auch in Ordensgemeinschaften. In der Welt insgesamt besteht dafür noch eine größere Dringlichkeit, da Missverständnisse zu jeder Art von Missbrauch, Ausbeutung, Diskriminierung und Gewalt führen. Das hat verschiedene Folgen für unsere Predigt.

Die Reflexion über interkulturelles Zusammenleben und interkulturelle Verständigung fortsetzend, versuchte jede(r) Delegierte in der Abendrekreation einen den Gebräuchen ihres/seines Landes entsprechenden Tanz vorzuführen. Es wurden auch einige Lieder gesungen. Das war sehr unterhaltsam, und es gab viel Gelächter. Alle sahen sich gegenseitig in einem anderen Licht.

Ein Tag wurde darauf verwandt, mit der Planung des nächsten Treffens zu beginnen und einige Verbesserungsmöglichkeiten zu besprechen. Dann gingen die Delegierten zusammen im Nationalpark von Nairobi auf einen Safari-Spaziergang. Darauf folgte ein Picknick auf dem Parkgelände.

Das Treffen endete mit einer Dankesmesse mit Fred Mvumbi als Gastzelebrant und Prediger. Nach dem Frühstück reisten die Delegierten ab, einige hatten eine lange Reise vor sich. Alle hatten ein neues Verständnis der Dominikanischen Familie in Ostafrika.

Möge die Familie des hl. Dominikus weiterhin loben, segnen, predigen, während wir die Wahrheit, die Jesus ist, betrachten. Möge die multikulturelle Region Ostafrikas durch unsere Predigt in einen gerechten und friedlichen Ort verwandelt werden. Auf die Fürbitte des hl. Dominikus, der hl. Katharina von Siena, des hl. Martin, der hl. Rosa und aller dominikanischer Heiliger und unserer Mutter Maria mögen Frauen und Männer angeregt werden, sich als Schwestern, Nonnen, Brüder und Laien der Dominikanischen Familie anzuschließen.

In der Liebe Christi und des hl. Dominikus

Ihr Bruder, David Adiletta,
Provinzvikar
Vikariat Ostafrika

28. Dezember 2007

ORIGINAL: ENGLISCH

TOP


VEREIN DER FREUNDE DES P. LAGRANGE O.P.

Liebe Freunde des P. Lagrange,

die Präfektur der Alpes Maritime hat mir am 10. Dezember den Beleg für die Eintragung des Vereins der Freunde des P. Lagrange in das Vereinsregister zugesandt. Der Verein war am 15. November 2007, dem Fest des hl. Albertus Magnus, des Namenspatrons des P. Lagrange, den er mit seinem Onkel mütterlicherseits und Taufpatron, Albert Falsan, gemeinsam hatte, gegründet worden.

Ziel dieses Vereins 1901 ist die Förderung des Seligsprechungsprozesses des P. Lagrange sowie der Bekanntheit des Werkes und der Spiritualität dieses Intellektuellen und Mystikers, der am 15. November 1890 die Ecole biblique in Jerusalem gründeten.

Zu den Gründungsmitgliedern dieses Vereins gehören der Postulator des Predigerordens sowie der Vize-postulator, die Provinziale der Dominikanerprovinzen Toulouse und Francia, der Rektor der Ecole biblique in Jerusalem, der den Konvent St. Stephan/Ecole biblique und archéologique française de Jérusalem vertritt. Die Provinziale des Predigerordens können von Rechts wegen und auf ihr Verlangen aktive Mitglieder ex officio dieses Vereins werden.

Alle, die P. Lagrange schätzen, können seine Causa der Seligsprechung durch das Gebet und durch an den Sitz in Nizza gesandte Spenden unterstützen. Sie können auch Mitglied werden, indem sie den bald durch den Verwaltungsrat festzusetzenden Beitrag zahlen.

Auf Vorschlag, des Postulationssekretärs an der dominikanischen Kurie in Santa Sabina, Fr. Francesco Ricci, lade ich Sie ein, im Gedenken an den Tag seiner „Geburt für den Himmel", den 10. März 1938, in Saint-Maximin (Var), am 10. jedes Monats für diese Seligsprechung zu beten.

Sie können von mir Zettel mit dem Gebet um seine Seligsprechung bekommen. Außerdem veröffentlicht La Revue du Rosaire jeden Monat einen Artikel über P. Lagrange (La Revue du Rosaire. 9 rue Saint François de Paule. F-06300 Nice. Webseite: www.rosaire.org. Mit Freude unterstützt auch die Ecole biblique dieses Anliegen: www.ebaf.edu.

Ich empfehle Sie mit allen Ihren Anliegen der Fürbitte des P. Lagrange und wünsche einen gesegneten Advent und frohe Weihnachten.

Nizza, den 14. Dezember 2007

Fr. Manuel Rivero O.P.
Vorsitzender und Vize-Postulator

Couvent des Dominicains
9 rue Saint François de Paule
F-06300 Nice
E-mail: manuel.rivero@free.fr
Webseite des Konvents in Nizza: www.dominicain.net

ORIGINAL: FRANZÖSISCH

TOP


KURS FÜR AUSBILDERINNEN

LIMA, PERU, 27. JULI -11. AUGUST 2008

CIDALC-CODALC - Brüder und Schwestern des Predigerordens in Lateinamerika,

Im Jahre 2005 versammelten sich etwa fünfzig Ordensleute in Lima, Peru, zum ersten Ausbildungskurs für Begleiter auf den Etappen der Grundausbildung. Das Thema dieser ersten Begegnung lautete: „Ausbildung zu einer kreativen Mitverantwortung"; in den verschiedenen Ländern der CIDALC UND CODALC wurde es vertieft, um den Vereinbarungen und Herausforderungen dieser ersten Veranstaltung in verschiedenen Weisen Kontinuität zu verleihen.

Allerdings wollten CIDALC und CODALC in Bezug auf Kontinuität, Ausführung, Kollegialität und Planung einer weiteren gemeinsamen Initiative einen Schritt weiter gehen. Deshalb versammelten sich Sr. Luz Manrique (Föderation der Nonnen in Peru), Sr. Irene Diaz und Sr. Gioconda Borelli (CODALC), Fr. Rafael Colomé, Fr. Carlos Cárceres, Promotor für Ausbildung und Intellektuelles Leben, und Fr. Carlos Sánchez, Promotor der Dominikanischen Familie für CIDALC vom 26.-28. Oktober 2007 im Haus der hl. Rosa in Lima zwecks Ideenaustausches und gemeinsamer Planung des Kurses für AusbilderInnen des Ordens im Jahre 2008. Dem Koordinationsteam stand ein weiter Raum offen, um Ideen auszudrücken, nahe beieinander liegende Themen und Problemkreise zu finden, die unter der Berücksichtigung der theologischen, anthropologischen und dominikanischen Dimension der Sexualität in den Etappen der Begleitung der Berufung die Gliederung dieser Begegnung gestatteten.

Daher geben wir im Geiste dominikanischer Brüderlichkeit diese Einladung zum Kurs für AusbilderInnen im Jahre 2008 bekannt.

THEMA: „Affektive sexuelle Integration im Lebensplan des dominikanischen geweihten Lebens"

Ziele der Veranstaltung:

  • Bearbeitung der Grundlagen der menschlichen Sexualität und Affektivität ausgehend von einer integrierten und integrierenden Sicht der unterschiedlichen konstitutiven Dimensionen der Person, wobei die Realität des Begleitenden auf seinen Bewusstseinsebenen als Ausgangspunkt gewählt wird.
  • Darstellung des biblischen, anthropologischen, theologischen und dominikanischen Rahmens des Prozesses der Integration der menschlichen Sexualität und Affektivität, um die Identität als Mann oder Frau zu konsolidieren, der/die sich für ein gottgeweihtes und dominikanisches Leben entschieden hat.
  • Klärung der menschlichen Situationen – Übereinstimmung und Konflikte -, die sich auf dem Gebiet der Sexualität und Affektivität innerhalb des geweihten Lebens ergeben.
  • Bestimmung pädagogischer Elemente für die Begleitung von Sexualität und Affektivität im Ausbildungsprozess
  • Anhand dieses wichtigen Themas als Begleiter der Brüder und Schwestern in der Grundausbildung miteinander ein tiefes Erlebnis von Ausbildung, Brüderlichkeit und Gotteserfahrung haben.

Referenten:

  • Sr. Consuela del Prado O.P./Sr. Antonieta Potente O.P. (Theologinnen) – theologische Fundierung der Sexualität (Bestätigung der Zusage steht aus).
  • Sr. Irene Diaz O.P. (Pschylogin), Sr. Maria Julia Ardito O.P. (Sexologin), Fr. Rafael Colomé O.P. (Psychologe und Ausbilder – anthropologische und pädagogische Fundierung in der Sexualität
  • Fr. Jesus Espeja O.P. (Theologe mit Erfahrung nur in Lateinamerika) – Sexualität in dominikanischer Sicht

Ort: Exerzitienhaus der Rosenkranzmissionarinnen in Lima, Peru (Avenida Brasil 2470-2474; Colegio de Jesus)

Termin: 27. Juli bis 11. August 2008 (Ankunft am 27. Juli und Beginn am Abend; Abfahrt am 12. August)

Teilnehmer: kontemplative Nonnen, Schwestern des apostolischen Lebens und Brüder des Predigerordens

Vorausssetzungen:

  • Tätigkeit als AusbilderInnen, besonders als BegleiterInnen des Pränoviziats (Postulats), als NoviziatsleiterInnen, Studentenmeister oder Junioratsbegleiterinnen
  • Der Kurs erfordert aufgrund der Kosten desselben permanente Anwesenheit und Ernst
  • Auf Wunsch des Organisationsteams soll der Kurs auf Spanisch stattfinden und unter der Bedingungen der Beteiligung nur für auf dem Kontinent Ansässige bestimmt sein.

Sr. Irene Diaz O.P.
Koordinatorin
irenedica@mmddperu.com

Fr. Carlos Cárceres O.P.
Koordinator
ccaceresop@yahoo.es

ORIGINAL: SPANISCH

TOP


Eher Kloster oder eher Oratorium?

„Disputatio" in mittelalterlichem Stil über die Priesterausbildung an der Päpstlichen Universität St. Thomas „Angelicum" in Rom

ITALIEN – Die Diskussion aktueller Kontroversthemen unter Verwendung der mittelalterlichen Technik der „Quaestiones disputatae" ist die von zwei Professoren in Rom angewandte Methode, um das Thema der Ausbildung der Priester von morgen zu behandeln unter dem Titel: „Eher Kloster oder eher Oratorium?".

Die fünfte Veranstaltung der „Quaestiones disputatae" fand am Montag, den 17. Dezember in der Päpstlichen Universität des hl. Thomas in Rom statt.

Manlio Asta, Dozent für Epistemologie und Scholastische Pastoral an der Päpstlichen Lateran-Universität, und Aureliano Pacciolla, Dozent für Persönlichkeitspsychologie an der LUMSA (Libera Università Maria Ss. Asunta) in Rom, sind die Professoren, die sich bei diesem Projekt, das vom Institut gefördert wird, das von der dem Laienstand angehörenden Professorin Maria Margherita Rossi geleitet wird, öffentlich mit der Frage auseinandersetzten.

Die Methodologie der Disputation geht zurück auf das Mittelalter und gründet in der dialektischen Methode von Thesen und Einwänden, doch die behandelten Themen sind nicht die, welche die damaligen Theologen beschäftigten, vielmehr die der heutigen Welt wie Evangelisierung und Priesterausbildung.

Frau Prof. Rossi, Präsidentin des St.-Thomas-Instituts und Organisatorin der „Disputatio", erklärte gegenüber ZENIT, dass der aristotelisch-thomistische Unterricht nicht nur abstrakt sein müsse und dass die „Quaestio" ein guter Anlass biete, die „lebendige, offene und präzise" Methode anzuwenden, die an dieser Päpstlichen Universität der Dominikaner in Rom gelehrt werde.

Maria Margherita Rossi erläuterte, dass „die Disputation der Akt ist, der die intellektuelle Tätigkeit im mittelalterlichen Europa zusammenfasst, denn sie war Teil der Aufgabe des Magisters, d.h. Übung, akademische Tätigkeit und Forschungstechnik".

Der hl. Thomas war bekannt für seine öffentlichen Disputationen über welches Thema auch immer, und er verwendete diesen Stil für seine Summa theologiae, in der der Stoff in 2669 kurzen Disputationen mit 10000 Einwänden und Antworten angeordnet ist.

Maria Margherita Rossi ist überzeugt, dass die Kraft dieser dialektischen Methode, die sich in intelligenter Weise der Quellen der Theologie bedient und sich in „der der Beweisführung innewohnenden Vernünftigkeit" zu bewegen versteht, auf einem „feindlichen" kulturellen Terrain, auf dem die Theologie an „Sprachunfähigkeit und Einfallslosigkeit" zu leiden scheint, in entscheidender Weise notwendig ist.

Die Professorin legt eine „völlig wohlmeinende" statistische Beobachtung vor und erklärt, es ließen sich viel mehr Referenten zu „traditionellen Themen" finden als zu „Pionierthemen", die bereit sind, sich durch diese Methode, die die Beherrschung der logischen und systematischen Folgerichtigkeit verlangt, „auf die Probe stellen zu lassen".

Das für diese Debatte gewählte Thema ist die Priesterausbildung.

Prof. Francesco Compagnoni, Dozent der Moraltheologie am Angelicum, hat gegenüber ZENIT zugegeben, dass das Thema zu einem komplexen Problem geworden ist, weil vor Jahren der Bildungszuschnitt der Seminare „in traditioneller Weise klar und vom christlichen Volk akzeptiert" war, jedoch heute „weniger offenkundig" geworden ist und die Gläubigen im Hinblick darauf, wie die Ausbildung des Priesters sein sollte, etwas „desorientiert" sind.

Compagnoni zufolge spüren die Gläubigen „den unaufhörlichen Druck der Kommunikationsmittel": einerseits „sollen die Priester sich, um glaubwürdig zu sein, verhalten wie gewöhnliche Bürger; andererseits wird eine überaus hohe mit heroischer Tugend verbundene Spiritualität verlangt".

Dem Professor zufolge dürfen nicht psychische Reife und Heiligkeit verwechselt wer-den: „Die katholische Kirche will, getreu einer jahrhundertealten Tradition, dass ihre Priester tugendhafte Personen seien, jedoch nicht der Welt, in der sie leben, entfremdet, dass sie psychisch reife Persönlichkeiten seien, ohne dass psychische Reife mit christlicher Heiligkeit verwechselt wird."

P. Compagnoni behauptet, dass die „Gemeinschaften der christlichen Laien einen Beitrag zu den Bemühungen der Kirche leisten müssen, künftige Priester vorzubereiten, und sie unterstützen müssen, ohne sie allein zu lassen angesichts einer post-christlichen Gesellschaft", denn „das spirituelle Augenmerk und die Heiligkeit der Hirten sind eine zu wichtige Gabe, als dass die allein der Sorgfalt des Klerus überlassen werden könnte."

Das St.-Thomas-Institut legt seit fünf Jahren die Gattung der „Dispuatio“ vor, einerseits als Huldigung an den engelgleichen Lehrer, andererseits weil sie „ein wertvolles Instrument ist, das helfen kann bei der Lösung einiger Dilemmas unserer Zeit», erklärt Frau Prof. Rossi.

Das St.-Thomas-Institut der Universität des hl. Thomas legt diese Methode der Wahrheitssuche vor durch die Diskussion in der Advents- und Fastenzeit.

Miriam Diez i Bosch

17. Dezember 2007 (ZENIT.org)

ORIGINAL: ITALIENISCH

TOP


TREFFEN DER STUDIENREGENTEN NORDAMERIKAS

USA - Zu den fünf nordamerikanischen Regenten gesellten sich während der dreitägigen Tagung vom 20.-22. September im Dominican House of Studies in Washington DC der polnische Regens und der Sozius für das Intellektuelle Leben des Ordens.

Teilnehmer:

Marcio Couto, Sozius für das Intellektuelle Leben
Dominic Izzo, Provinzial der Provinz des hl. Joseph

Studienregenten:

  • Jay Harrington (Provinz des hl. Albertus Magnus)
    Terence Keagan (Provinz des hl. Joseph)
    Richard Schenk (Namen-Jesu-Provinz)
    Wayne Cavalier (Provinz des hl. Martin de Porres)
    Michel Gourgues (Kanada)
    Grzegorz Chrzanowski (Polen)

1. Sitzung am Dienstagabend, an der Fr. Dominic Izzo, Provinzial der Provinz des hl. Joseph teilnahm.

Fr. Izzo tat seine Sicht der Ausführungen und Mahnungen des Kapitels in Bogota kund, besonders hinsichtlich des Intellektuellen Lebens, und besprach auch die künftigen Pläne seiner Provinz in Washington DC.

Er wies darauf hin, wie die Provinz beabsichtigt, in dem neuen im Bau befindlichen akademischen Zentrum ein Zentrum für Thomistische Studien einzurichten, das mit Lehrstühlen ausgestattet wird und als Magnet dienen soll, um führende thomistische Gelehrte anzuziehen, die Kurse, Veranstaltungen und Vorlesungen auf den Gebieten zeitgenössischen Interesses anbieten würden. Fr. Izzo erwähnte auch die Möglichkeit, zwischen den Dominican House of Studies und dem Johannes-Paul-II.-Institut eine Beziehung zu entwickeln.

In der folgenden Diskussion wurden Bedenken bezüglich der Bedeutung des Rufes von Bogota nach einem strategischen Plan vorgebracht. Ist es Absicht dieses Planes, nur den Erfordernissen der Personalbeschaffung der Institute zu dienen, die dem Ordenmeister unterstehen, oder den Bedürfnissen aller Institute des Ordens?

Es wurde sowohl die Kommission für das Gemeinschaftsleben wie die Ausbildungskommission zitiert, die die Notwendigkeit der Ausbildung von Konventslektoren zum Ausdruck brachten und der Sicherstellung, dass die Häuser mit den angemessenen Mitteln, z.B. Bibliotheken ausgestattet sind. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass auch Bedarf besteht für die laufende Fortbildung derjenigen, die im akademischen Bereich arbeiten, analog der allgemeinen Erfordernis der laufenden beruflichen Zertifizierung in anderen Bereichen.

Es wurde diskutiert, wie Fragen zeitgenössischer Belange anzugehen seien. Es wurde darauf hingewiesen, dass die DLC oft einen Standpunkt zu Fragen einnimmt. Einige fragten, ob die Regenten sich der Arbeit der DLC anschließen sollten. Andere meinten, ein neuer Ansatz sei besser.

Es wurde auf anstehende Treffen hingewiesen:

Die DLC trifft sich am 12. Oktober in Louisville.
Die Provinziale treffen sich in der Woche nach Ostern in Kalifornien.
2009 findet ein interprovinzielles Treffen statt zur Feier des Gründungsjubiläums der Provinz des hl. Martin de Porres. In Vorbereitung darauf werden Themen zur Reflexion gesucht.
In den Akten von Bogota wird vorgeschlagen, 2009 ein Treffen der Regenten abzuhalten.

2. Sitzung am Freitagvormittag

In der Besprechung der Schwierigkeit der Ausbildung in der dominikanischen Tradition dort, wo es keine Studienhäuser gibt, z.B. Provinz des hl. Martin de Porres und Vikariat Ostafrika, wurde das europäische Modell vierwöchiger Sommerinstitute erwähnt. Erwähnt wurde auch der Brauch, dass Studenten ein Ausbildungsjahr im Ausland verbringen, sowie der eines Pastoraljahres in der Namen-Jesu-Provinz.

Die Diskussion wandte sich dann den Fragen bezüglich der Datenerhebung über qualifizierte Akademiker zu. Es bestand ein echtes Interesse, den dem Ordensmeister unterstehenden Instituten zu helfen, jedoch die Sorge, dass dies in einer Weise geschehe, die den Provinzen nicht wehtut.

Es wurde vereinbart, dass es auf der Webseite des Ordens eine Seite mit beschränktem Zugang geben soll, die von einem qualifizierten Webmaster organisiert und aktualisiert wird und sowohl die gegenwärtig oder demnächst verfügbaren Akademiker (z.B. Brüder, die dabei sind einen Hochschulabschluss zu machen) als auch den gegenwärtigen und abzusehenden künftigen Bedarf von Ordensinstituten aufführen soll. Die Regenten wären dafür verantwortlich, dem Sozius für das Intellektuelle Leben die ihre Provinz betreffenden Daten zu liefern und sie zu aktualisieren.

Die Daten würden eingetragen in eine einheitliche Excel-Tabelle, die alle sachdienlichen Angaben aufführt, einschließlich Namen, Alter, Provinzen, gegenwärtige Aufgabe, akademische Grade oder voraussichtliche Termine für deren Erlangung, Gebiete der Lehre und Forschung, für die Kompetenz besteht, Sprachkenntnisse. In gleicher Weise sollte ebenfalls eine Excel-Tabelle erstellt werden, in der gegenwärtige und demnächst zu besetzende Stellen aufgeführt werden. Auf dieser Bedarfsliste ist auch die Bedarfsfrist anzugeben, z.B. ein Sommerinstitut, ein akademisches Jahr, eine befristete Stelle oder eine Dauerstellung. Beide Tabellen sollten so konzipiert sein, dass die Verlinkung der Namen der Brüder oder Stellenangebote auf andere Seiten mit zusätzlichen Informationen, z.B. Kurzlebenslauf oder Stellenauflistung, möglich ist.

Es wurden zwei Vorschläge vorgebracht, wie dem Angelicum geholfen werden könnte, Professoren zu gewinnen:

1. Jungen Brüdern, die gerade eine Doktorat erlangt haben, die Möglichkeit geben, ein oder zwei Jahre am Angelicum zu lehren.

2. Übernahme des Modells, das von Polen an der Fakultät für Kirchenrecht des Angelicum angewandt wird, d.h. Stipendium für Doktoranden, die nach Erlangung ihres Abschlusses bereit sind, für eine festgesetzte Zeit am Angelicum zu lehren.

Es wurde auch vorgeschlagen, dass diese Webseite auch ein Ort sein könnte, wo die Regenten des Ordens sich über ihre Freuden und Hoffnungen, ihre Sorgen, ihr Leid und Defizite austauschen.

In Bezug auf die Unterschiedlichkeit der Abschlüsse in den verschiedenen Ländern und Universitäten führt der Bologna-Prozess gewissermaßen zu einer Amerikanisierung der Abschlüsse, so dass dem Magister Artium mehr Aufmerksamkeit gezollt werden sollte.

Der polnische Regens stellte das Sprachen-Sommerprogramm seiner Provinz vor und sprach eine Einladung für amerikanische Studenten aus, mit polnischen Studenten and diesem Sommerprogramm teilzunehmen und dann auch die Möglichkeit zu haben, die Provinz und das Land kennenzulernen.

3. Sitzung am Freitagnachmittag

Es wurde die Möglichkeit erwogen, dass die nordamerikanischen Regenten ein Symposium sponsern. Die Eröffnung des neuen akademischen Zentrums am Dominican House of Studies wurde als günstiger Zeitpunkt erachtet. Da im Herbst 2008 aus diesem Anlass schon eine Veranstaltung geplant ist, wurde vorgeschlagen, dass die Regenten daran teilnehmen könnten, um eine Vorstellung von Art und Ausrichtung dieses neuen Zentrums zu gewinnen und dann zu beginnen, ein dort von den nordamerikanischen Regenten zu sponserndes Symposium in anderthalb oder zwei Jahren zu planen.

Ein Diskussion über doktrinelle Fragen befasste sich mit der Natur des Thomismus (historische Definition durch Gegner und folglich Verteidigung durch Dominikaner) und mit doktrinalen Abweichungen, die dem Ordensmeister zur Kenntnis gebracht wurden. Bogota gab besondere Hinweise für die Handhabung von doktrinalen Debatten innerhalb des Ordens.

Dass der akademische Grad des Lektorats in Nordamerika nicht mehr verliehen wird, wurde als angemessen erachtet, doch es wurde der Bedarf an Lektoren in dominikanischen Häusern hervorgehoben. Den gut aufgebauten Studiengruppen in der San-Francisco-Pfarrei wurde Bewunderung gezollt, und es wurde gebeten, dass Information über die in dieser Pfarrei stattfindende Arbeit an alle Regenten verteilt werde als Modell für anderweitige Häuser.

Es wurde darauf hingewiesen, dass der STM (Magister sacrae theologiae) an Wissenschaftler verliehen kann, die auf anderen Gebieten als dem heiligen Wissenschaften arbeiten, vorausgesetzt, dass ihre Arbeit einen Bezug zur hl. Wissenschaft hat. Es wurden Beispiele aus Wirtschaftswissenschaften und Biologie genannt.

Es wurde das Verhältnis des Regenten zum Ausbildungsprogramm besprochen.

Es wurde die Situation von Brüdern besprochen, die außerhalb der eigenen Provinz arbeiten. Es wurde darauf hingewiesen, dass es in einigen Fällen Einverständniserklärungen üblich sind. Der Sozius für das Intellektuelle Leben wäre dankbar, wenn er Muster solcher Einverständniserklärungen bekommen könnte.

Es wurde auch die Beziehung zwischen Doktoranden und Regens besprochen sowie die Verzögerung bei Abschlüssen. Es bestand Interesse an dem Mentorenprogramm, das die Provinz des hl. Joseph unlängst aufgegeben hat. Information darüber wird an alle Teilnehmer versandt.

4. Vierte Sitzung am Freitagabend

Es wurden die Fragen für den Jahresbericht der Regenten besprochen.

Die Antwort auf „Wie beurteilen Sie die Qualität des angebotenen Studiums?" würde einschließen, sowohl das angewandte Verfahren als auch die Ergebnisse dieses Beurteilungsprozesses zu erklären.

Es wurde angemerkt, dass dieser Jahresbericht von Jahr zu Jahr weitgehend gleich bleiben würde mit nur geringen Änderungen. Es wurde vorgeschlagen, dass irgendein Kunstgriff (z.B. farbige Kennzeichnung) angewandt werde, um Abschnitte hervorzuheben, in denen von einem Jahr zum anderen Änderungen zu verzeichnen sind.

Es wurde vereinbart dass „Wie entspricht das Studium den Bedürfnissen und Erwartungen der Studenten?" neu formuliert werde, um zuerst zu fragen, wie das Studium den RSG erfüllt, und dann zu fragen, ob das Studium tatsächlich den Erwartungen der Studenten entspreche, eine echt dominikanische Ausbildung zu erhalten.

Im Hinblick auf die Frage der Kontrolle in Abschnitt V. stieß die Verwendung von Fortschrittsberichten in der Provinz des hl. Josephs auf Interesse. Der Regent dieser Provinz wird Berichtformulare an die anderen Teilnehmer verschicken.

Es wurde die Rolle des Promotors für Weiter- und beständige Bildung diskutiert und wie dieses Amt in den verschiedenen Provinzen versehen wird. Es wurde erneut der Bedarf an Hauslektoren betont sowie die Notwendigkeit irgendeiner formalen Ausbildung von Hauslektoren. Erwähnt wurde auch die Notwendigkeit von Seminaren für andere Amtsträger, z.B. Prioren und Syndici.

Es wurde darauf hingewiesen, dass die Sendung des Ordens (Abschnitt VII.) im Prolog der Generalkapitelakten von Providence dargelegt und von den beiden folgenden Kapiteln bestätigt wurde.

5. Sitzung am Samstagvormittag

Die Diskussion über Abschnitt VII. wurde fortgesetzt, und es wurde vereinbart, dass die zweite Frage folgendermaßen neu formuliert werde: „… das Studienzentrum oder andere intellektuelle Bestrebungen Ihrer Entität…"

Es bestand Einigkeit darüber, dass die Dominikaner in Nordamerika Einfluss haben und es wurden verschiedene Weisen, wie das geschieht, genannt. Diesbezügliche Fragen sind: „Wie gut sind Dominikaner für das bekannt, was wir tun?" und „Wie können wir erfahren, was andere über uns denken?"

Es wurde anerkannt, dass es zwischen den fünf nordamerikanischen Provinzen Unterschiede gibt, dass sie aber alle echt dominikanisch sind, jede mit verschiedenen Schwerpunkten. Es gibt beträchtliche und zunehmende Zusammenarbeit im Bereich Berufungsliteratur, Ausbildung und Treffen der Neugeweihten. Der Boden wird bereitet für noch größeren Austausch und größere Zusammenarbeit in der Zukunft.

In der Diskussion über ein künftiges Treffen wurde anhand des Protokolls von 1991 festgestellt, dass ein vereinbarter Punkt weitgehend nicht beachtet wurde. Jedoch wurde auch darauf hingewiesen, dass dies für die meisten anderen Punkte dieses Treffens nicht gelte.

Es wurde vereinbart, dass die nordamerikanischen Regenten an dem Brauch festhalten sollten, sich nach Generalkapiteln zu treffen. Sie werden sich also 2010 erneut treffen, jedoch vorzugsweise außerhalb des akademischen Jahres. Das Treffen soll in St. Louis stattfinden und vom Regens der Provinz des hl. Albertus Magnus organisiert werden.

Providence College, 10. Oktober 2007

Terence Keegan
Sekretär

ORIGINAL: ENGLISCH

TOP


GEGENWART DES FR. BARTOLOMÉ DE LAS CASAS
INTERNATIONALE BEGEGNUNG VOM 7.-10. APRIL 2008 IM KUBA

KUBA - Anlässlich des 280. Jahrestages der Gründung der Universität von La Habana durch die Dominikaner wird zu einer Begegnung in die Aula „Fray Bartolomé de las Casas" im Konvent des hl. Johannes im Lateran eingeladen, bei der Denker unterschiedlicher Richtungen und aus verschiedenen Ländern zusammen über die gegenwärtige Bedeutung des Lebens und des Werkes dieser universalen Ge-stalt in den so lebenswichtigen Bereichen wie öffentliche Moral, historische Verantwortung, Gerechtigkeit und menschliche Würde nachdenken. Wir haben die Gewissheit, dass die vergangene Zeit, fern davon, die Bedeutung seiner Gesten und Worte abzuschwächen, sie aktuell sein lässt. Daher das wissenschaftliche und humanistische Interesse, das dieser Begegnung mit dem unvergesslichen aus Sevilla stammenden Dominikaner zukommt, die allen Fachleuten, die teilnehmen möchten, sowie Studenten und anderen Interessenten an den angekündigten Themen offen steht.

Die Anmeldung kann persönlich erfolgen vom 3. Dezember 2007 bis 28. März 2008 in der Bibliothek des Konventes St. Johann vom Lateran, La Habana, oder über E-mail: bartolo@enet.cu, oder durch Mitglieder des Organisationskomitees. Die Akkreditierung erfolgt am Montag, den 7. April 2008.

Organisationskomitee:

Fr. Manuel Uña Fernández O.P., Vikar der Dominikaner auf Kuba
Dr. Eusebio Leal Spengler, Stadthistoriker
Dr. Eduardo Torres Cuevas, Direktor der Nationalbibliothek und des Hauses für Höhere Studien Fernando Ortiz
Msgr. Carlos Manuel de Céspedes, Vikar der Diözese La Habana
Dr. Alfredo Guevara Valdés, Direktor des Festivals Neuer Lateinamerikanischer Film
Dr. Ana Cairo Ballester, Prof. der Universität La Habana
Lic. Nelson La Serna Torres, Koordinator des Zentrums „Fray Bartolomé de las Casas"
Lic. Idania García Guerra, Ausichtsbeamtin von Cubatur
Prof. Andrés García Balseiro, Prof. des Zenrtrums «Fray Bartolomé de las Casas"

Teilnahme an der Veranstaltung vom Ausland her:

An der Teilnahme interessierten Ausländern stehen verschiedene Möglichkeiten für die Reservierung von Flugtickets und für die Unterbringung in dem Konvent nahe gelegenen kostengünstigen Hotels unterschiedlicher Preisklassen zur Verfügung. Zwecks notwendiger Information wende man sich an Frau Idania García unter E-mail: idania@enet.cu oder Mobiltelefon: 537-5-2879988

ORIGINAL: SPANISCH

TOP


VIERZIG JAHRE NACH „POPULORUM PROGRESSIO"

ITALIEN - „Entwicklung ist der neue Name für Frieden": verantwortlich für welche Entwicklung», das war das Thema eines Treffens, das die Kommission Gerechtigkeit und Frieden der Dominikanischen Familie Italiens am 1.-2 Dezember 2007 organisiert hat. Die Initiative ist Teil eines Projektes, das die Kommission seit einigen Jahren betreibt, nämlich jedes Jahr eine Tagung des Einsatzes und der Solidarität zu organisieren mit dem Ziel, zu einer größeren Sensibilisierung in Bezug auf Fragen und Themen beizutragen, die Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung betreffen, und mit der Aussicht eine größere menschliche und christliche Verantwortung im Hinblick auf konkrete Lösungen und konkrete Zusammenarbeit. Die Initiative hat die VII. Veranstaltung erreicht, und dieses Jahr, in dem der 40. Jahrestag der Enzyklika Populorum progressio begangen wird, besteht das ausgewählte Thema gerade in der Entwicklung. Das Treffen fand in Zusammenarbeit mit dem in dieser Stadt ansässigen Zentrum Espaces „Giorgio La Pira» im Konvent des hl. Dominikus in Pistoia statt. Am Samstag, den 1. Dezember, war der Nachmittag mit zwei Vorträgen dem Studium und der Reflexion gewidmet. Stefano Zamagni (ordentlicher Professor der Wirtschaftspolitik an der Universität Bologna und außer-ordentlicher Professor der Internationalen Wirtschaftspolitik am Bologna Center der John-Hopkins-Universität) sprach über: „Wirtschaftliche Entwicklung und Fortschritt der Völker – Widersprüche und Aussichten". Es folgte der Beitrag von José Ramón López de la Osa O.P. (Professor der politischen und interkulturellen Ethik an der Päpstlichen Universität St. Thomas in Rom), der mit einem religiöseren Zuschnitt in Verbindung mit der Soziallehre der Kirche über das Thema „Soziale Gerechtigkeit und menschliche Entwicklung: Unzulänglichkeiten und Hoffnungen" sprach.

Es nahmen zahlreiche Mitglieder der Dominikanischen Familie teil, aber auch einige Bürger der Stadt, die nach den Vorträgen einer angeregten und nützlichen Debatte Lebendigkeit verliehen.

Um 21 Uhr schloss sich eine eindrucksvolle und besinnliche Gebetsvigil für den Frieden an.

Die Veranstaltung endete mit der hl. Messe am 2. Dezember, dem ersten Adventsonntag.

Diese Begegnungen haben neben Reflexion und Gebet das Ziel, eine konkrete Geste des Einsatzes und der Solidarität zu setzen. In diesem Jahr dachte die Kommission daran, einen Brief an die Brüder und Schwestern zu richten, die sich in Kriegsgebieten befinden, nicht nur um Anteil an ihrer dramatischen Situation zu nehmen, sondern auch und vor allem, um um Vergebung zu bitten für unsere Schuld und unserer Gleichgültigkeit (der Brief folgt nach diesem Bericht).

In den Räumlichkeiten des Konvents fand gleichzeitig mit der Begegnung eine Photo-Ausstellung mit dem Titel „Der Bauernstolz: Blicke aus der Welt", die von Carlo Moro und Aurelio Dessi besorgt wurde, um den Besuchern eine Vielfalt von wirklich eindrucksvollen und interessanten Gesichtern aus den verschiedensten Winkeln der Erde vorzustellen.

Aldo Tarquini O.P.

BRIEF AN DIE SCHWESTERN UND BRÜDER IN KRIEGSGEBIETEN

Schwestern und Brüder,

zuerst möchten wir uns vorstellen: Wir sind eine Gruppe von Brüdern, Schwestern, Laien der Dominikanischen Familie in Italien, die miteinander die Italienische Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung bilden.

Jedes Jahr organisieren wir eine „Tagung des Einsatzes und der Solidarität", deren Ziel darin besteht, uns zu einer größeren menschlichen und christlichen Verantwortung zu führen, die in der Lage ist, konkrete Lösungen und konkrete Zusammenarbeit zu fördern. Bei dieser Gelegenheit suchen wir die Teilnehmer auch durch eine kleine konkrete Geste mit einzubeziehen, und in diesem Jahr dachten wir daran, dies mit einem Brief an Sie zu tun. Warum? Vor allem weil wir glauben, dass Ihr Leben in Konfliktgebieten ein Zeugnis ist, das uns nicht gleichgültig bleiben lässt; sodann weil wir die Grenzen der Mauern unserer Konvente und unserer Häuser hinter uns lassen müssen, damit wir die ganze Welt und die ganze Menschheit als unser Haus wahrnehmen, wie eine einzige große Familie; schließlich wollen wir Ihnen schreiben, weil wir uns angesichts des täglichen Dramas des Krieges nicht für unschuldig halten können.

Wir schreiben Ihnen nicht, um zum Ausdruck zu bringen, wie gut wir sind und wie sensibel, an Sie zu denken; und wir wollen nicht in Gemeinplätze (oder Heuchelei) verfallen, indem wir Ihnen schreiben, um Ihnen unsere Solidarität und unsere geistliche Unterstützung mitzuteilen.

Wir schreiben Ihnen, um Sie um Vergebung zu bitten.

Wir sind uns bewusst, dass alle Konflikte der Welt durch Amtsmissbrauch, durch Gier nach immer mehr, durch die allein auf Profit gründende Wirtschaft verursacht werden, Prinzipien, die zu ihrer Verwirklichung auf der Notwendigkeit gründen, Unterschiede, Ausgrenzungen, Gegensätze, Gewalt, Ungerechtigkeit hervorzubringen. Wir, die in diesem „schwelgerischen" Teil der Welt leben, sind verantwortlich für die „Lazarus"-Welt, wir sind die Ursache ihres Zustandes. Unser Wohlstand, unsere Technik haben einen zu hohen Preis: das vergossene Blut von Tausenden von Männern, Frauen und Kindern, deren einzige Schuld darin besteht, dass sie nicht in dem privilegierten Teil der Welt geboren und aufgewachsen sind. Im Bewusstsein dessen können wir uns nur für Komplizen und Schuldige an dieser Ungerechtigkeit halten und können uns nicht davon entbinden, Sie um Vergebung zu bitten.

Wie gern läsen wir „Frieden" über dem Himmel von Bethlehem, Jerusalem, Kabul, Bagdad. Wir gern läsen wir „Frieden" in den Gesichtern der Palästinenser, Israelis, Afghanen, Iraker, Sudaner, Somalier, Amerikaner und Italiener. Wir gern läsen wir „Frieden" in der Zukunft jedes Volkes und jeder Kultur. Es lassen sich jedoch niemals Friedensprozesse anbahnen, wenn nicht damit begonnen wird, die eigene Schuld und Verantwortung anzuerkennen, wenn nicht damit begonnen wird, um Vergebung zu bitten.

Doch wer wird in dieser dramatischen Realität damit beginnen, „Vergebung" zu schreiben? Reden, Dokumente, Betrachtungen, politische und wirtschaftliche Projekte, alles ist unnütz, wenn nicht zuvor im Herzen der Wunsch nach Versöhnung empfunden wird. Vielleicht sind wir Träumer, aber keine Illusionisten; wir wissen, dass die Haltung der Vergebung im Vokabular der Mächtigen nicht existiert, aber wir wissen auch, dass die Machtlosen wie wir noch an die Macht der Vergebung glauben können und dass nur, wenn wir jetzt Worte der Vergebung aussprechen und Gesten der Versöhnung machen, und nur dann, der Frieden für alle möglich sein wird.

Nun wollen wir heute diesen neuen Advent beginnen mit einer kleinen Geste der Versöhnung mit Ihnen und mit den Völkern, mit denen Sie Ihr Leben teilen. Heute wollen wir VERGE-BUNG schreiben, um FRIEDEN zu lesen!

Pistoia, 1.-2. Dezember 2007

ORIGINAL: ITALIENISCH

TOP

 

DIE DOMINIKANISCHE FAMILIE UND DIE „UNBEQUEME WAHRHEIT"
„Nicht das, was du nicht weißt, kann dir Probleme verursachen, sondern das, von dem du sicher bist, dass es dies vermag" – Mark Twain

SANTA SABINA - Ich werde keinen theologischen Traktat über die Wahrheit schreiben, dazu wäre ich nicht in der Lage, sondern ich werde lediglich die Freude mitteilen, an die fünfzig Personen gesehen zu haben, Dominikaner und Laien, die mit großem Interesse der Vorführung des Films „Eine unbequeme Wahrheit" von Al Gore über die globale Erwärmung und die Klimaveränderungen beiwohnten und die Aussage einer Vertreterin der Bewegung „Langsamer und Weniger" und des WWF zum Thema Energie und nicht-fossile Quellen anhörten. Das Thema ist für die dominikanische Familie nicht neu: „Was verlangt die Erde vom Dominikanerorden?" lautete der Titel eines Kurses über Ökologie, der im letzten Jahr auf der Genesis Farm (Vereinigte Staaten) stattfand. Dieses Thema arbeitete in meinem Kopf weiter und… dieses Jahr in Santa Sabina (Rom) haben wir, um die Saison der öffentlichen Konventsbegegnungen (Salotti di Santa Sabina) zu eröffnen, die Verleihung des Friedensnobelpreises 2007 an den Ex-Vizepräsidenten der USA, Al Gore, und an das IPCC (Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe für den Klimawandel) für „die Anstrengungen eine bessere Kenntnis über die durch den Menschen verursachten klimatischen Änderungen aufzubauen und zu verbreiten und um die notwendigen die Grundlagen zu schaffen für die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung solcher Änderungen" aufgegriffen.

Wir sind zugleich Teil des Problems und Teil der Lösung: auf dieser Auffassung beruht die Theorie der globalen Erwärmung. Die menschliche Aktivität führt der Atmosphäre immer mehr Kohlendioxyd zu, so dass sich der „natürliche" Verlauf der Jahreszeiten und das Klima in signifikanter Weise verändert hat: Wir leben wie unter einer Gasglocke, weil das Gas sich staut, statt in den Kosmos zu entweichen. Folglich ist es dieselbe Menschheit, die die Möglichkeit hat, diesen gefährlichen Prozess zu verlangsamen, indem sie die Belastung der Ökologie verringert. Einige konkrete Beispiele: Die Erhöhung der globalen Temperatur bewirkt das Abschmelzen der Gletscher, was zu einem Ansteigen des Meeresspiegels und zur Erschwerung der Trinkwassergewinnung führt. Die Jahreszeiten verschieben sich und die Parasiten, die durch den Frost dezimiert wurden, überleben heute und schädigen Vegetation und Landwirtschaft. Die hohen Temperaturen verändern die Zyklone, Taifune und Hurrikane und machen sie vorhersehbar; auch die Regenverteilung ändert sich: immer mehr Regen an den gleichen Stellen, während andere wegen Dürre und Wüstenbildung verkümmern.

Es handelt sich nicht um ein optionales Thema, wir sprechen hier vom Leben, von dem Verhältnis, das wir als Männer und Frauen zu der Erde aufbauen, von unserer Art und Weise, miteinander und glücklich in dieser Welt zu leben. Al Gore erklärt in dem Film, dass es eine „moralische Frage" ist, einzugreifen. Und es ist dringend, wir hätten gestern anfangen sollen. Ich meine, dass Begegnungen wie diese helfen, eine Pädagogik der Schöpfung zu erlernen, die aus einfachen und menschlichen Gesten besteht, die frei sind von der bereits dominierenden Logik, dass alles Ware ist und dass der Markt der Herr ist. Wir sind nicht die überheblichen Herren der Erde, sondern fehlbare Verwalter: Es sind die Kinder von morgen, die von uns Rechenschaft verlangen werden. Die Sorge für die Umwelt macht uns auch zu glücklicheren, weil weniger um das Haben besorgte, sondern mehr auf die menschlichen Beziehungen, auf die Kreativität und auf die vom „Geschäft/negotium" (das ist das Gegenteil von Muße/otium als Freiraum) befreite Zeit ausgerichtete Menschen, die vom „homo oeconomicus" zu kreativen Menschen verwandelt sind.

Inwiefern geht das alles die Dominikanische Familie an? In diesem Licht könnten wir mit einer Relecture des Gelübdes der Armut beginnen: Was bedeutet es heute, Mendikanten zu sein? Vielleicht dass wir nur das verwenden, was uns nützt, statt Ressourcen zu missbrauchen, oder berücksichtigen, dass jede Handlung Abfall produziert und folglich Umweltverschmutzung, oder auch uns der Quantität und Qualität unseres Konsum bewusst werden. Ich sehe die Armut gern als Aufforderung zu der Evangelium entsprechenden Nüchternheit. Wie können unsere Konvente zu Vorbildern der Nachhaltigkeit hinsichtlich Wirtschaft und Umwelt werden? Wie kann die Verschwendung von Energie, Papier und Nahrungsmitteln verringert werden? Wie können Energiequellen wie Sonne und Wind den fossilen Energieträgern vorgezogen werden? Wie kann unser gemeinschaftlicher Haushalt zu einem Haushalt der Gerechtigkeit gemacht werden? Das sind Herausforderungen. Es gibt soviel Erfahrung, aber es gibt keine umfassenden Lösungen. Wir fordern Sie auf, mit ihren Kommunitäten und Gruppen den Film anzusehen, jemanden einzuladen, der Ihnen helfen kann, diesen Hilferuf der Erde in einem harmonischeren und … – warum nicht? – in einem glücklicheren, weil wesentlicheren Lebensstil Gestalt zu verleihen.

DSI hat drei nordamerikanische Dominikanerinnen um einen Kommentar zur Verleihung des Nobelpreises an einen ihrer Landsleute gebeten.

Margaret Galiardi O.P., Amityville:
Die wahrscheinlich beste Nachricht der letzten Zeit in Bezug auf den Klimawandel besteht gerade darin, dass die Nobelpreiskommission den begehrten Friedenspreis dem Ex-Vizepräsidenten Al Gore für seine Arbeit auf diesem Gebiet verleihen hat. Warum? Welche Auswirkungen kann das für die globale Dominikanische Familie haben? Es ist eine gute Nachricht, weil sie ein Zeichen dafür ist, dass die Zeit für eine echte Debatte über den Klimawandel gekommen ist.

Anne Lythgoe O.P., Verantwortliche für Dominican Life, Online-Nachrichten-Magazin (www.domlife.org)
Als amerikanische Staatsbürgerin bin ich sehr erfreut, dass Al Gore für seinen Einsatz in Bezug auf die Umwelt und den Klimawandel den Friedensnobelpreis bekommen hat. Seine Anstrengungen, um dieses Thema in den Blickpunkt zu rücken, sind auf verschiedenen Ebenen ein wichtiger Schritt. Eine davon ist die Anerkennung, dass die Sorge um die Erde Sorge um die Armen ist, die die größten Opfer der ungerechten und schädlichen Energie- und Wirtschaftspolitik sind. Gores Arbeit hat aufgezeigt, dass die gegenwärtige Regierung dabei versagt hat, die Bedürfnisse der übrigen Welt zu respektieren. Seine Arbeit und die der IPCC decken die Wahrheit denen auf, die in den Vereinigten Staaten länger brauchen, sich darüber klar zu werden. Die Nobelpreiskommission hat klar den Zusammenhang zwischen der Arbeit für Gerechtigkeit und Friedensarbeit, zwischen Arbeit für nachhaltige Entwicklung und Frieden, zwischen Bewahrung der Umwelt und Frieden erkannt. Ich bin dankbar, dass ein Amerikaner den Preis bekommen hat, denn die Welt sieht mein Land als Reich des Bösen.

Sharon Zayac O.P., Jubilee Farm, New Berlin, Illinois:
Viele von uns haben sich gefreut. Wir sind uns der Ehre bewusst und gehen davon aus, dass diese Anerkennung uns bei unserer Arbeit zum Wohle des Planeten größere Glaubwürdigkeit verleihen wird.
Dennoch sind wir nicht naiv und wissen um die vorherrschende Haltung der Verweigerung unter unseren Landsleuten. Uns Amerikanern fehlt trotz unserer Gutgläubigkeit und unserem Wunsch, in allem die Ersten zu sein, oft der kollektive Wille, im Falle einer drohenden Krise etwas zu tun, bis wir selbst betroffen sind. Gewiss hilft es uns nicht, dass unsere Regierung alles getan hat, um unter den Leuten in dem Maße Zweifel an dem wissenschaftlichen Wahrheitsgehalt der globalen Erwärmung zu säen, dass heute viele nicht glauben wollen, dass sie auch von der Aktivität des Menschen abhängt. Es kommen mir die ersten Jahre des hl. Dominikus in Fanjeaux in den Sinn, als er zu spüren bekam, dass niemand auf seine Botschaft hörte. Viele von uns haben die gleiche Ungeduld und die gleiche Enttäuschung erlebt. Wir als Dominikaner müssen die Wahrheit verkünden über das, was auf unserem Planeten geschieht, und das Modell nachhaltigen Lebens vorstellen, das wir alle übernehmen müssen. Wir können die globale Erwärmung nicht zum Stillstand bringen, aber wir können tun, was möglich ist, um sie zu bremsen.

Patrizia Morgante
DSI-Sekretariat (www.dsiop.org)

ORIGINAL: ITALIENISCH

TOP


DIE ERSTEN DOMINIKANER IN JERUSALEM

JERUSALEM - Die Kreuzritter überließen Jerusalem im Oktober 1187 Saladin, und waren danach auf ihre Burgen an der Mittelmeerküste eingeengt mit Akkon als einziger Stadt. Ihr Hafen stellte die lebensnotwendige Verbindung mit Europa sicher, bis er im Mai 1291 an die Mameluken fiel. Es muss in dieser Gegend eine dominikanische Präsenz gegeben haben, weil 1227 die Provinz des Hl. Landes errichtet wurde, und das setzte das Bestehen von zwei oder drei Prioraten voraus.

Die erste Erwähnung eines Dominikaners mit Sitz in Jerusalem taucht in einem Bericht über die friedliche Besetzung Jerusalems durch Friedrich II. (1194-1250) am 17. März 1229 auf:

Und so zog die christliche Armee … in die heilige Stadt Jerusalem ein, der Patriarch mit den Suffraganbischöfen … Meister Walter, ein Bruder des Predigerordens, ein tiefgläubiger, kluger und besonnener Mann, der vom Papst den Auftrag bekommen hatte, der Armee Christi zu predigen, eine Aufgabe, die er schon lange Zeit erfüllte, zelebrierte in den suburbanen Kirchen das Göttliche Offizium, wodurch er eine große Anzahl Gläubiger zur Andacht anregte (Flores Historianum, anno 1229).

Meister Walter gelangte offensichtlich als Kaplan mit der kaiserlichen Armee nach Jerusalem und wandte sich dort der Seelsorge zu. Somit muss er in der Stadt ansässig gewesen sein. Die Quellen geben an, dass andere Brüder sich ihm zugesellten. 1237 schrieb der Provinzial des Hl. Landes, Fr. Philipp, von Jerusalem an Papst Gregor IX. betreffs kirchlicher Angelegenheiten im Orient. Unter anderem erwähnte er, dass der selige Jordan von Sachsen, der unmittelbare Nachfolger des hl. Dominikus als Ordensmeister, am 13. Februar 1237 vor Akkon ertrunken ist. Er hatte die neue Provinz visitiert.

Der Missionar Ricoldus von Montecroce O.P. (1243-1320) besuchte Jerusalem zwischen 1288 und 1289, und es wurden ihm die Ruinen des Dominikanerkonvents gezeigt. Leider ist die Lage, die er angibt (zwischen dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee, unmöglich. Wenn er den Garten sehen konnte und vom Zionsberg zum Kidrontal ging, muss der Standort in der Nähe des Hinnomtales gelegen haben. 1480 platzierte Felix Fabri O.P. (1441-1502) den Garten der Dominikaner in Hakeldama, am Südufer des Hinnom, und träumte davon, dort einen Konvent zu errichten. Es ist ziemlich außergewöhnlich, dass Dominikaner sich auf dem Land niedergelassen hätten statt innerhalb der von Mauern umgebenen Stadt.

Die Verwundbarkeit ihres Konvents legt es nahe, dass die Dominikaner mit so vielen anderen ums Leben kamen, als die Choresmier Jerusalem 1244 plünderten. Sie kehrten jedoch im 14. Jahrhundert zurück unter Umständen, die nach Ränkespiel riechen. 1309 hatte der Mameluken-Sultan al-Nazir Mohammed den Franziskanern das exklusive Recht gewährt, am Hl. Grab zu wohnen. Doch 1323 ließ Jakob II. von Aragon diesen firman zu Gunsten zwölf katalanischer Dominikaner außer Kraft setzen. Nach einem Jahr verließen sie die Kirche und klagten über die unerträglichen Lebensbedingungen. Lebten sie dann woanders und begaben sich täglich zum Hl. Grab? 1332/1333 zahlte Robert von Anjou, König von Neapel und Jerusalem, dem Sultan 20000 Golddukaten, damit die Franziskaner an den Ort zurückkehrten, den sie verloren hatten. Sie erhielten ein Kloster auf dem Zionsberg und das Recht, am Hl. Grab, in der Geburtsgrotte in Bethlehem und Mariengrab in Gethsemane zu amtieren. Das war der Beginn der Kustodie des Hl. Landes, welche die Franziskaner seit 1335 tapfer aufrechterhalten haben.

ORIGINAL: ENGLISCH

TOP


INTERVIEW MIT DEM REKTOR DER „ANGELICUM" ZUM THEMA ENTWICKLUNG

ITALIEN - Anlässlich der feierlichen Eröffnung des akademischen Jahres 2007/2008, die am Donnerstag, den 15. November 2007 begangen wurde, feierte die Päpstliche Uni-versität des hl. Thomas von Aquin „Angelicum" den 40. Jahrestag des Erscheinens der Enzyklika Populorum progressio Papst Pauls VI. Aus diesem Anlass interviewte ZENIT P. Joseph Agius O.P., Rektor des Angelicum, der die Beziehung zwischen Entwicklung und Globalisierung analysierte.

Warum haben Sie als Themen für die Eröffnung des neuen akademischen Jahres die Frage der Entwicklung und die Enzyklika Populorum progresio gewählt?

P. Agius: Anlässlich des 40. Jahrestag des Erscheinens von Populorum progressio und des 25. von Sollecitudo rei socialis legte es sich uns nahe, die Wichtigkeit eines Themas wiederaufleben zu lassen, über das, unter anderem, die Redaktion unserer Rivista Scientifica „Angelicum" beabsichtigt, zwei Nummer zu veröffentlichen.

Das spezifische Thema Entwicklung wurde vom Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, S.E. Giampaolo Crepaldi, gewählt, und wird waren sehr froh, dieses Thema sozialen Charakters aufzugreifen, das aktuell ist und für die Eröffnung des neuen akademischen Jahres des „Angelicum" passt.

Es sind 40 Jahre vergangen seit dem Erscheinen von Populorum progressio, aber die Probleme der Entwicklung scheinen die gleichen geblieben zu sein. Die internationale Gemeinschaft steht noch immer unter dem Einfluss eines neo-malthusianischen Ansatzes und verwendet Gelder für Empfängnisverhütungsprojekte und Geburtenbeschränkung statt für die Förderung der integralen Entwicklung der Menschheit. Welches ist Ihre Meinung dazu?

Agius: Ich danke Ihnen für diese Frage; auch deswegen haben wir uns an Msgr. Crepaldi gewandt, gerade damit er zu uns von den Problemen spreche, die in Bezug auf die Entwicklung bestehen. Natürlich mit der Hoffnung, dass er uns eine Idee anbieten könne, wie solche Probleme zu überwinden sind.

Es gibt eine „anti-globale" Kulturströmung, die sich der Entwicklung entgegenstellt. Welches ist die Einstellung der katholischen Kirche zur Entwicklung?

Agius: Das Phänomen der Globalisierung ist ziemlich komplex. Es gibt eine Globalisierung der Produktion der Güter und Dienstleistungen, eine Globalisierung des Handels, eine Finanzglobalisierung, eine Globalisierung der Kommunikationsmittel usw. Die Globalisierung ist eine der Charakteristika unseres Zeitalters, sowohl der entwickelten Länder wie der Schwellenländer und der Länder auf dem Weg zur Entwicklung. Die Entwicklung eben ist das Ziel der Länder der Dritten und vierten Welt, und es kann nicht sein, dass die Kirche dagegen sei. Ohne Entwicklung können wir niemals ein zufrieden stellendes Niveau der Ernährungsmittel, der Dienstleistungen, der Bildung usw. erreichen, die das Leben einer menschlichen Person lebenswürdig machen. Auch die Ausübung der Religion ist unterhalb eines gewissen persönlichen und gemeinschaftlichen Entwicklungsniveaus sehr schwierig.

Der Ansporn, der oft die anti-globalen Bewegungen antreibt, ist die Angst, dass die Globalisierung in wilder Weise auf Kosten so vieler Menschen und Völker voranschreite. Auch die Kirche ist hinsichtlich dieses Aspekts der Entwicklung sehr feinfühlig und trägt durch ihr Wirken im Bereich Erziehung und Kultur bei zur Verwirklichung einer neuen gerechten Weltordnung, die auch zur Globalisierung von Frieden und Gerechtigkeit hinneigt.

In den letzten Jahrzehnten verzeichnete das Angelicum wie andere Päpstliche Universitäten im Hinblick auf die Zahl der Einschreibungen eine Krise. Wie stellt sich die Situation dar und wie gedenken Sie, die Attraktivität der Bildungsprojekte ihrer Universität zu steigern?

Agius: Von einer Krise würde ich nicht sprechen. Die Zahl der Studenten ist genügend groß. Es sind 1200 aus 95 verschieden Ländern. Bis vor einigen Jahren stieg die Zahl fast jedes Jahr, und in der letzten Zeit hatten wir eine gewisse Stabilität der Zahl der an unseren Universität Eingeschriebenen. Natürlich hätten wir gern mehr Studenten, und gewiss werden neue in der Phase der Ausarbeitung und Billigung befindliche Projekte weitere anziehen.

15. November 2007
(ZENIT.org)

ORIGINAL: ITALIENISCH

TOP


GERECHTIGKEIT PREDIGEN

… Letzte Woche wurde in Rom an der dem Predigerorden unterstehenden Universität St. Thomas in Urbe, die unter dem landläufigen Namen „Angelicum" bekannt ist, ein unlängst von Dominican Publications herausgegebenes Buch mit dem klingenden Titel Preaching Justice: Dominican Contributions to Social Ethics in the 20th Century (Gerechtigkeit predigen: Dominikanische Beiträge zur Sozialethik im 20. Jahrhundert) vorgestellt. Sr. Helen Alford O.P., Londonerin und Dekanin der Fakultät für Sozialwissenschaften dieser Universität, und P. Francesco Compagnoni O.P., Moraltheologe und ehemaliger Dekan, haben diese beeindruckende und anregende 500-seitige „Geschichte" von Dominikanern, die mitgeholfen haben, die katholische Soziallehre in verschiedenen Teilen der Welt zu fördern, herausgegeben. Zu der Vorstellung des Buches gehörte eine Grundsatzrede von P. Wojciech Giertych O.P., eines weiteren (in Polen gebürtigen) Londoners, der gegenwärtig Theologe des Päpstlichen Hauses ist. Es gab auch eine Art Podiumsdiskussion, an der der britische Botschafter beim Hl. Stuhl. Francis Campbell; der Leiter des Büros der Jesuiten für soziale Gerechtigkeit, P. Fernando Franco SJ; eine amerikanische Dominikanerin, die einen Beitrag für das Buch schrieb, Sr. Ruth Caspar O.P.; ein Wirtschaftswissenschaftler von der Fokolar-Bewegung, Prof. Luigino Bruni, und – wie im Programm angekündigt – der Romkorrespondent von The Tablet teilnahmen. Es war ein besonderer Anlass, „überrascht» zu sein und zu erfahren, wie einflussreich (wenn auch im Stillen) der Dominikanerorden in allen Teilen der Welt – insbesondere in Europa, Südafrika und in Nord- und Südamerika) – war und ist bei der Förderung von Sozialethik und Gerechtigkeit.

Robert Mickens

Quelle: Letter from Rome. The Tablet, 15 December 2007, p. 33

ORIGINAL: ENGLISCH

TOP


IN DER STILLE DER KLAUSUR FÜR DIE WIRKSAMKEIT DES WORTES

800 JAHRE NACH DER GRÜNDUNG DES ERSTEN KLOSTERS DES PREDIGERORDENS

ITALIEN - Die Zeit, in der Petra Giordano lebte, ist die unsrige, doch ganz anders ist der Kontext und das persönliche Charisma, die nicht ganz in unser Leben übertragen werden können. Doch ihre geistliche Dynamik kann uns Licht und Anregung bringen angesichts der gegenwärtigen Nöte der Welt und der Kirche.

Das Geheimnis dieser Dynamik besteht nicht in Flucht vor jenen, mit denen sie lebte, und auch wir können es in ihren handgeschriebenen Notizen erfassen. Sr. Petra gehört zu jener lichtvollen Schar von Frauen, durch die Gott seine Barmherzigkeit und Schönheit offenbart.

In dieser unserer Zeit, die geprägt ist von einer wachsenden religiösen Indifferenz, ist es nicht unwichtig, die Art und Weise zu betrachten, wie Gott selbst, indem er sie zu sich hinzieht durch die Faszination seiner Schönheit – wie sie selbst offenbart – Sr. Petra berufen hat, um das Licht und die Macht ihrer Liebe leuchten zu lassen.

Sie trat voller Vitalität in das Ordensleben ein, die jedoch durch immer neue Erfahrungen ausgeglichen wurde; trotz schwächlicher Gesundheit streckte sie sich, besonders in der Eigenschaft als Oberin, einzig nach dem Wohl des Nächsten aus, geprägt von einem inneren Reichtum, der nicht nur die Frucht gesunder Psychologie ist, sondern Gabe herzlicher Zuneigung.

Sr. Petra verzichtete daher nie auf den Primat der Selbsthingabe, jedoch schon in dieser beständigen „Übung" zeigt sich ihr die Nichtigkeit jedes anderen Lebenszieles aufgrund des Wertebewusstseins, das allein das Christentum auf das Heil des Menschen hingeordnet hat.

Auch einer oberflächlichen Lektüre kann die geistliche Botschaft von der Absolutheit Gottes nicht entgehen, die sie auf diesen Seiten durch ihr Leben darstellt. Und der Weg ist gewiss, der von dieser Botschaft in gewaltiger Weise in dem unruhigen Gewissen des zeitgenössischen Menschen gebahnt wird, der Gefahr läuft, die eigenen geistlichen Wurzeln nicht mehr zu finden.

Wirklich, mehr als eine sich wiederholende Folge von sich ähnelnder Erwägungen, die begleitet ist von gleichförmigen, kurzen strebsamer Anmutungen, lüftet Sr. Petra mit ihren Aufzeichnungen von selbst den Schleier, um deutlich die wundervolle innere Welt ihrer auserwählten Seele zu zeigen, die, erfüllt von tiefer Religiosität, aus Bibel und dominikanischer Tradition gespeist wird.

Die Schönheit der flüssigen Darlegung besteht in der Einfachheit und Knappheit, ihre Lehre und Eloquenz in der Reinheit. Die Einfachheit verbindet sich gut mit dem doktrinalen Reichtum und dieser mit der Klarheit, ohne der Sentimentalität zu verfallen, denn vielmehr scheint die für ihr geistliches Lebens charakteristische entschiedene Entschlossenheit auch im Schreiben durch.

Gründe für schmerzliche Vertrautheit, Tränen, Seufzen eines immer von Sehnsucht erfüllten, niemals zufrieden gestellten Herzens und Gründe echten Glaubens existierten nebeneinander verbunden mit der Ausgeglichenheit der Ganzhingabe an Gott.

In der Tat zeugen Sr. Petras ganzes Leben, ihr Verhalten, dieser beständige „Dialog mit Gott", den ihre Schriften offenbaren, für eine große Intelligenz, die durch die Liebe lichtvoll und beredt wird.

Man zögert nicht, zu behaupten, dass man sich vor einer Person befindet, die im Innersten im Besitz einer übernatürlichen Begabung des Lichtes und der Weisheit ist, die nicht unnütz geblieben ist, sondern ihre Früchte gebracht hat.

Spontan lässt sich Sr. Petras langem Leben in der Klausur – an die 72 Jahre – die geistliche Erhebung des heiligen Textes „Post te curremus in oderem unguentorum tuorum" (Hoheslied) zuschreiben.

In diesem Jubiläumsjahr der klausurierten Dominikanerinnen anlässlich der Gründung des ersten Klosters durch den hl. Dominikus vor 800 Jahren wollen die Mitschwestern des Klosters Sta. Maria del Sasso di Bibbiena uns, indem sie mit diesem Buch, ihren Beitrag zum Gelingen leisten, erinnern an den Primat des Gebets vor der Aktion und an die Fruchtbarkeit der Ganzhingabe in Hinordnung auf das Heil der Seelen durch die Verkündigung des Wortes Gottes, welche das eigentliche Charisma der Dominikaner ist.

(Das Buch ist anzufordern im Monastero Domenicane, Santa Maria del Sasso, 52011 Bibbiena – Arezzo) oder auch per E-mail unter der Adresse: monasterosantamariadelsasso@tele2.it. Wer interessiert ist, möge auch die Webseite www.santamariadelsasso.it besuchen.

P. Eugenio Zabatta O.P.
Direktor der Vereinigung des Ewigen Rosenkranzes in Sardinien
Direktor der Zeitschrift „Domenicani" der römischen Provinz der hl. Katherina von Siena.

ORIGINAL: ITALIENISCH

TOP


SR. MARY CHRISTINE FORD O.P. MACHT EWIGE PROFESS

USA - Am 15. Dezember 2007 machte Sr. Mary Christine Ford O.P. ewige Profess und ist nun das neueste Mitglied der Dominikanerinnen von Caldwell. Sr. Arlene Antczak O.P., Priorin, sinnierte über die Ähnlichkeit von Sr. Mary Christines Lebensweg mit dem der Mutter Catherine Muth, Gründerin der Kongregation von Caldwell. „Mutter Catherine musste die schwierige Entscheidung treffen, ihre Schwestern aus der Klausur des monastischen Lebens in den aktiven Dienst als Erzieherinnen zu führen. Sr. Mary Christine ging als Dominikanerin einen ähnlichen Weg."

Nach Abschluss der Oberschule verlebte Sr. Mary Christine viele frohe Jahre als Nonne des Klosters des Predigerordens in Newark, New Jersey. Ihrer klausurierten Gemeinschaft diente sie als Krankenschwester und Priorin. Als 2003 beschlossen wurde, das Kloster zu schließen, koordinierte Sr. Mary Christine behutsam und mit Mitgefühl den Übertritt der Nonnen von Newark in andere dominikanische Klöster und Konvente. Sie selber bat um Aufnahme in die Kongregation und Caldwell und wurde mit großer Freude aufgenommen. Wie Mutter Catherine wähl-te Sr. Mary Christine den Weg vom klausurierten Leben in eine aktive Gemeinschaft. Sr. Mary Christine arbeitet nun im Seelsorgeteam des Joseph-Krankenhauses in Paterson mit.

Die ewige Profess nahm die Priorin, Sr. Arlene Antczak O.P., im Beisein von Thomas Donato, Weihbischof der Erzdiözese Newark, entgegen. Der Liturgie wohnten die Schwestern und Assoziierten der Kongregation von Caldwell sowie Sr. Mary Christines Familie und Freunde bei. Nach der Liturgie mit der ewigen Profess ging das Fest im Speisesaal des Mutterhauses mit einem leichten Abendessen weiter.

ORIGINAL: ENGLISCH

TOP